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    sdz

    Sommer der Zwietracht, blanvalet 2007, 445 Seiten

    Mit Sommer der Zwietracht legte Daniel Abraham (zuletzt als Daniel Hanover: Dolch & Münze) den Auftakt seines 4teiligen Fantasy-Epos „Die Magischen Städte“ (im Original: The Long Price Quartet) vor. Auf der Rückseite wird George R.R. Martin zitiert, der das Werk als „ergreifendes, zutiefst menschliches Epos um Macht und Verrat“ lobt. Wer aber ein neues „Game of Thrones“ erwartet, wird enttäuscht.

    Inhalt: Saraykeht ist eine reiche Stadt, was sie vor allem seinem Andaten Samenlos verdankt. Samenlos ist ein beschworenes, übernatürliches Wesen, das mit seinen Fähigkeiten die Baumwollverarbeitung beschleunigt und der Stadt damit eine Vormachtstellung einräumt. Doch Samenlos hasst den Dichter, der ihn beschworen hat, und will unbedingt wieder seine Freiheit erlangen. Mit einer rücksichtslosen Intrige hofft er, diese zurückzugewinnen.

    Das Buch wird aus der Sicht mehrerer Charaktere beschrieben, die zum Spielball von Samenlos‘ Intrigennetz werden. Der Autor legt dabei großen Wert auf die Entwicklung seiner Figuren und lässt den Leser stark an ihrem Erleben teilhaben. Auch die Stadt und ihre Kultur beschreibt er sehr gut. Die Gebärden, die die Bewohner neben der Sprache zur Kommunikation nutzen, sind eine interessante Idee, die allerdings zumindest für mich manchmal schwer vorstellbar ist, wenn eine Geste beispielsweise durch eine Handhaltung Sarkasmus ausdrücken soll.

    Die eigentliche Handlung des Romans ist allerdings beinahe belanglos. Früh wird klar, was der Andat plant, gegen Mitte der Geschichte scheint sein Plan aufzugehen und dann beobachtet man, wie die Figuren, getrieben von den Ereignissen, reagieren. Eigentlich passiert aber nicht viel, einen Spannungsbogen gibt es nicht, die Geschichte plätschert vor sich hin, ähnelt eher einem Drama, als einem normalen Fantasy-Roman. Das muss man wissen und mögen, um der Geschichte etwas abgewinnen zu können.

    Fazit

    Sommer der Zwietracht war sicher nicht das, was ich erwartet habe. Ich hatte an ein Intrigenspiel a la Game of Thrones gedacht, bekam aber ein voll auf seine Figuren fokussiertes, moralisches Melodram ohne nennenswerte Handlung und ohne jede Spannung oder Action. Das mag manchen Leuten gefallen, ich fand es letztlich vor allem langweilig. Dass ich die knapp 440 Seiten dennoch in 10 Tagen las, spricht für den guten Schreibstil – davon abgesehen spricht aber in meinen Augen nichts dafür, den zweiten Teil zu lesen.

    Wertung


    Pro

    • interessante Kultur
    • fein ausgearbeitete Figuren
    • guter Schreibstil
     

    Contra

    • kaum nennenswerte Handlung
    • teilweise schwer nachvollziehbares Verhalten der Figuren

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Jörg Benne 11.Mrz.2013 577 x gelesen