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    Mit der inoffiziellen Fortsetzung der Star Wars-Saga, „Erben des Imperiums“, und den darauffolgenden Bänden, gelang Timothy Zahn Anfang der 90er ein Riesenhit und er begründete damit die Schwemme an Star Wars-Romanen, die bis heute anhält. In den letzten Jahren schrieb er immer wieder Star Wars Romane, sein aktuelles Werk „Glücksritter“ liegt nun in Deutschland vor.

    starwars_gluecksritter_cover

    (c) Blanvalet
    Umfang: 560 Seiten
    erschienen: November 2013
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Han Solo’s Eleven
    Kurz nach der Zerstörung des ersten Todessterns braucht Han Solo dringend Geld, um seine Schulden bei Jabba the Hutt zu bezahlen. So schreckt der Schmuggler auch nicht vor einem Deal zurück, bei dem es um den Einbruch in eine Villa der Verbrecherorganisation Schwarze Sonne geht, immerhin warten in deren Tresor viele Millionen Credits. Han und Chewbacca stellen ein Team von Ganoven zusammen, um den Bruch zu stemmen, dazu gehört auch Lando Calrissian.

    Die Inhaltsangabe lässt es schon vermuten: Glücksritter ist eine Art Experiment. Mit der klassischen Star Wars-Thematik, Jedi-Rittern, Raumkämpfen, dem epischen Kampf zwischen Gut & Böse, hat dieses Werk nur ein paar Charaktere gemeinsam. Es ist eher eine Hommage an Gangsterfilme wie Ocean’s Eleven.

    Die zeitliche Einordnung der Geschichte hat dabei allerdings schon einen Pferdefuß. Jeder Star Wars Fan weiß, dass Han Solo in „Das Imperium schlägt zurück“ immer noch von Jabba gejagt wird. Also ist eigentlich klar: Irgendetwas wird schief gehen, die Frage ist nur „Was und warum?“

    Trotz dieser Prämissen hätte das Buch noch ein rasantes Stück SF-Action werden können, vielleicht gewürzt mit einer Prise Humor, für die sich die schlagfertigen Figuren Han und Lando ja bestens eignen. Leider scheint diese Art Roman dem Epiker Zahn jedoch nicht wirklich zu liegen. In viel zu langen Gesprächen der Gruppe wird ausführlichst über den Plan diskutiert und Technik erklärt. Mehr als die Hälfte der Geschichte braucht Zahn, um die vielen Figuren ansatzweise vorzustellen, ihre Motive anzudeuten und die Pläne reifen zu lassen. Erst zum Schluss wird es dann etwas actionreicher, allerdings aufgrund der Vielzahl der Figuren und der Komplexität des Planes auch reichlich verwirrend.

    Nicht nur Humor sucht man dabei die meiste Zeit vergebens, auch ein Wiedererkennungswert bei Han und Lando ist kaum gegeben. Insbesondere der Großmaul-Charme eines Han Solo blitzt viel zu selten auf, als Mastermind hinter einem solchen Plan kann man ihn sich ohnehin nur schwer vorstellen. Dass die anderen Figuren nur schablonenhaft anskizziert werden und keinerlei Tiefe mitbringen und die Gegner oft im rechten Moment dämliche Fehler machen, sind weitere Schwächen der alles andere als überzeugenden Geschichte.

    Fazit

    Mit diesem Roman hat Timothy Zahn weder seinem Ruf noch der Star Wars Gemeinde einen Gefallen getan. Nichts gegen Experimente, aber wenn man eine Gaunerstory a la Oceans Eleven schreiben will, sollte man das auch draufhaben. Timothy Zahns unbestrittene Qualitäten liegen zweifelsohne in anderen Bereichen. Weder Plot noch Figuren noch der Spannungsbogen können überzeugen – und wer „richtiges“ Star Wars erwartet, ist bei dieser Gangsterstory, die nur in einer Stadt auf einem Planeten spielt, sowieso falsch.

    Wertung


    Pro

    • interessantes Experiment

    Contra

    • das schwach und fast komplett humorlos umgesetzt wurde
    • Han Solo kaum wiederzuerkennen
    • Spannungsbogen hängt 400 Seiten massiv durch
    • zu viel Technik- und Pläne erklären, zu wenig Action
    • abgesehen von 3 Figuren und ein paar Begriffen kein Star Wars

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Science-Fiction
    von Kilian Kuhn 15.Dez.2013 2.018 x gelesen