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    Brandon Sanderson, vor allem für seine Fantasyromane (z.B. Kinder des Nebels) bekannt, hat sich mit Steelheart mal einem anderen Genre zugewandt. Man könnte das Jugendbuch als „Superhelden-Dystopie“ bezeichnen.steelheart

    Zu viel Macht korrumpiert
    Als eines Tages Calamity am Himmel erscheint, entwickeln einige Menschen Superkräfte. Doch keiner dieser sogenannten Epics nutzt seine Macht zum Guten, sie alle denken nur an ihren eigenen Vorteil. So auch Steelheart, ein nahezu unbesiegbarer Epic, der in Chicago die Macht übernimmt. Dabei kommt der Vater des jungen David um.
    Jahre später, David ist mittlerweile 18 Jahre alt und die Epics haben auf der ganzen Welt die Herrschaft an sich gerissen, ergibt sich für ihn endlich die Gelegenheit, auf die er seit dem Tod seines Vaters gewartet hat. Er trifft auf die geheimnisumwitterten Rächer, die sich als einzige gegen die Herrschaft der Epics stemmen. Kann er mit ihrer Hilfe endlich Rache an Steelheart nehmen?

    Sanderson siedelt die Handlung in dem dystopischen Newcago an, das Steelheart mit seinen Fähigkeiten komplett in Stahl verwandelt hat. Dort hausen die Menschen in ewiger Dunkelheit, denn ein anderer Epic, der Steelheart dient, hat die Stadt in Finsternis gehüllt.
    Die Fähigkeiten der Epics, ihre Stärken und Schwächen, könnten manche auch an ein Trading Card Game erinnern. So gibt es dann auch die dort üblichen Typen wie Kämpfer, Unterstützer usw. Das alles hat schon einen gewissen Reiz, auch wenn Sanderson es zuweilen arg bunt treibt und es schwerfällt, den Überblick zu behalten, wer nun was kann und welche Schwäche hat. Das liegt auch daran, dass die in der Übersetzung beibehaltenen englischen Namen wie z.B. Fortuity (Zufälligkeit) für uns nicht immer sprechend sind.
    Trotzdem ist die Welt für den Roman durchdacht genug, auch wenn bei genauerem Nachdenken die eine oder andere Ungereimtheit auffällt.

    Die Handlung selbst wird aus der Ich-Perspektive des Protagonisten geschildert und weiß mit einem hohen Erzähltempo zu packen. Die Action steht klar im Vordergrund, dazu hat der Autor ein paar Wendungen in petto. Schade ist, dass moralische Gedankengänge, wie z.B. der, dass die Rächer im Grunde Terroristen sind, nicht konsequent genug verfolgt und stets der Action untergeordnet werden. Die Atmosphäre bleibt dann auch meist auf Actionfilm-Niveau. Die Rächer und auch David haben immer mal wieder ein lockeren Spruch bzw. Gedanken auf Lager, was allerdings gerade der Glaubwürdigkeit der Hauptfigur nicht gerade zuträglich ist.

    Das ist dann auch der Haupt-Kritikpunkt. David ist einfach zu perfekt, kann zu viel, weiß zu viel und übersteht auch seine ersten Schlachten mit Epics trotz seiner Jugend mit Bravour. Als Schwäche dichtet der Autor ihm einzig seine Impulsivität an. Für die jugendliche Zielgruppe ist das sicherlich meist kein Problem, dem einen oder anderen erwachsenen Leser mag es angesichts dessen aber an Identifikationspotential mangeln.

    Der Titel ist übrigens der Auftakt einer Serie. Im Englischen ist bereits eine weitere Rächer-Kurzgeschichte als eBook erschienen, der zweite Roman soll dort im Herbst erscheinen.

    Fazit

    Sanderson verfrachtet den ewigen Kampf David gegen Goliath in ein interessantes Superschurken-Universum ohne Superhelden. Herausgekommen ist dabei ein fantasievolles Spektakel, das durch Action und hohes Erzähltempo zu überzeugen weiß, die Figuren bleiben allerdings eher flach.

    Wertung


    Pro

    • interessantes Szenario
    • hohes Erzähltempo

    Contra

    • Hauptfigur zu perfekt
    • dramatische Aspekte klar der Action untergeordnet

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Kilian Kuhn 1.Jul.2014 1.808 x gelesen