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    Zombies, überall Zombies. Aber das in all dem Untoten-Wahn dennoch die eine oder andere Perle lauert, hat nicht zuletzt The Walking Dead als Comic, TV-Serie und Videospiel bewiesen. Mit Tage des Niedergangs, dem ersten Teil der „Siegel-Chroniken“, versucht sich der deutsche Autor Andreas Schnell auch an dieser Thematik.

    tagedesniedergangs

    Mantikore Verlag, April 2013
    283 Seiten
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    Inhalt
    Als die Welt untergeht, sitzt Karol bei seinem Vater im Hospiz und begleitet ihn beim Sterben. Er bleibt auch, als das Hospiz wegen der zunehmenden Zombie-Attacken geräumt wird und als sein Vater schließlich stirbt, wagt er sich hinaus in das, was von Frankfurt am Main noch übriggeblieben ist. Er sucht nach Freunden und Verwandten, findet Überlebende und macht sich auf die Suche nach einem Rückzugsort. Auf der Reise nimmt die Geschichte eine überraschende Wendung.

    Cover, Klappentext und auch der ganze Anfang lassen darauf schließen, dass Tage des Niedergangs eine klassische Zombie-Apokalypse zum Thema hat. Die wenigen Überlebenden versuchen sich irgendwie durchzuschlagen, blutige Gemetzel mit den Untoten sind an der Tagesordnung. Moralische oder ethische Fragen, die The Walking Dead so herausragend machen, spielen hier allerdings leider nur eine untergeordnete Rolle. Hin und wieder klingen solche Töne an, im wesentlichen geht es für Karol, der die Geschichte als Ich-Erzähler präsentiert, aber nur ums nackte Überleben. Das hätte das Zeug zu einem spannenden Thriller oder gruseligem Horror, nur leider greift der Autor gerade bei Zombieattacken zu einem eher flapsigen Sprachstil, der den Szenen den Schrecken nimmt.

    In der zweiten Hälfte erhält die Geschichte dann allerdings eine andere Note, es wird mystisch und (sofern man bei einem Zombie-Roman überhaupt davon reden kann) ziemlich abgedreht, als plötzlich eine parallele Zeitschiene dazukommt. Leider erweist sich dieser Trip allerdings nur als kurze Ablenkung, die den Leser weitgehend ratlos zurücklässt. Im Weiteren wird der Plot nur noch durch zum Teil haarsträubende Zufälle zusammengehalten und der erste Band endet mit einem Epilog, der eine reichlich abstruse Begründung für die Zombies bietet. Von dem Siegel aus dem Serientitel war noch keine Rede, wie sich das ganze weiterentwickeln wird, bleibt unklar.

    Wie so vieles bei diesem Roman. Man hat den Eindruck, der Autor wusste nicht so recht, was er eigentlich erzählen will. Während die Handlung eher Richtung Thriller tendiert, passen viele Formulierungen und vor allem die zum Teil total überzeichneten Figuren (allen voran die nervige Karol-Freundin Vera) eher zu einer Persiflage. Und wenn es in die alternative Welt geht, fragt man sich, warum der Autor sich mit einer so langen Vorgeschichte aufgehalten hat. Unklar bleibt aber vor allem, wie ein so schlampig korrigiertes Werk überhaupt je in Druck gehen konnte, es wimmelt von Fehlern aller Art, stellenweise ein halbes Dutzend pro Seite.

    Fazit

    Tages des Niedergangs ist ein reichlich durchwachsener Auftakt zu den Siegel-Chroniken, der den Leser am Ende ziemlich ratlos zurücklässt. Möglich, dass die Serie sich im weiteren Verlauf zu einer großartigen Geschichte entwickelt, möglich aber auch, dass ein total abstruser Zombiequark dabei rauskommt. Der erste Teil ist eher Letzteres, dazu passen Stil und Inhalt nicht recht zusammen und beim Korrektorat wurde geschlampt. Daher kann man diesen Roman nicht wirklich empfehlen.

    Wertung


    Pro

    • interessante Ideen
    • meist glaubwürdige Hauptfigur

    Contra

    • unpassend flapsiger Stil bei dramatischen Szenen
    • unglaubwürdige Nebenfiguren
    • verwirrender, auf Zufällen basierender Plot
    • schlampiges Korrektorat

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Horror
    von Kilian Kuhn 24.Jun.2013 2.672 x gelesen