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    Tanz der Klingen ist der Debütroman des US-Autors Jeff Salyards und soll vor allem Fans „grimmiger Abenteuer-Fantasy“ ansprechen. Was das Werk mit dem wenig innovativen (und eigentlich auch ziemlich unpassenden) deutschen Titel tatsächlich zu bieten hat, soll diese Rezension beleuchten.

    tanzderklingen

    (c) Heyne Verlag
    Umfang: 432 Seiten
    seit 13.06.2016 im Handel
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Langeweile ist doch eigentlich nicht schlecht
    Der junge Schreiber Arkamondos, kurz Arki, hat bisher hauptsächlich die öden Lebensgeschichten eingebildeter Kaufleute aufgezeichnet. Deshalb ergreift er die Gelegenheit beim Schopf, sich durch einen neuen Auftrag spannendere Themen, interessante Aufenthaltsorte und potenziellen Ruhm zu sichern – als Chronist einer Söldnertruppe soll er deren Abenteuer schriftlich festhalten. Das hört sich nach einem guten Deal an, doch schon bald beginnt der Ich-Erzähler seine Entscheidung zu bereuen. Denn die Kämpfer legen nicht nur einen rauen Umgangston und flegelhaftes Verhalten an den Tag, sondern hüten auch dunkle Geheimnisse und geraten in gefahrvolle Auseinandersetzungen, in denen das Leben eines kleinen Schreiberlings ganz schnell ein vorzeitiges Ende finden könnte…

    Vor allem an der Seite des skrupellosen Anführers Braylar Killcoin muss Arki so manche brenzlige Situation überstehen, durchquert etwa eine Landschaft fernab der Zivilisation, wo monströse Tiere und Banditen lauern, oder erfährt mehr über Killcoins seltsame Fähigkeit, gewalttätige Konflikte vorauszuahnen. An anderer Stelle wird auch mal eine ausgedehntere Schlacht miterlebt, trotzdem hat die Handlung aber einige Durchhänger mit Passagen, in denen fast nichts Wichtiges passiert. Schade, denn die Schreibe an sich ist durchaus in Ordnung und flüssig zu lesen. Vor allem die rauen Dialoge passen gut zu den Söldnern und ihrer recht düsteren mittelalterlichen Umgebung mit all dem Schmutz und menschlichen Schwächen wie Trunksucht oder Hurerei. Und mit dem tödlichen Schleier, der die Welt durchzieht, gibt es ein vielversprechendes Element, welches bestimmt später noch eine wichtigere Rolle spielen wird.

    Das Hauptproblem ist ein anderes: Leider haben mich die Charaktere allesamt kalt gelassen. Manchmal blitzen kleine interessante Eigenarten auf, wenn sich die Akteure etwa über die unschönsten Todesarten unterhalten und deftige Anekdoten zum Besten geben, letztendlich bleibt die ganze Truppe aber recht unsympathisch und auch Arki selbst bietet meiner Meinung nach nur wenig Potenzial als Identifikationsfigur. Ich konnte mich jedenfalls nicht wirklich mit ihm anfreunden. Aus diesem Grund werde ich seine Reise nicht weiter verfolgen, obwohl am Ende noch ziemlich viele Fragen offen bleiben und dieser Band wohl lediglich den Auftakt einer ganzen Serie bilden soll.

    Fazit

    Die raue Söldnertruppe hat Potenzial, die deftigen Dialoge von Tanz der Klingen gehen völlig in Ordnung und auch die Ausgangssituation mit dem ambitionierten Schreiber weiß durchaus zu gefallen. Leider war die Story mit ihren diversen Durchhängern dann aber weniger spannend als erhofft und vor allem der Mangel an Sympathieträgern (es hätten auch ruhig Antihelden sein dürfen) hat dazu geführt, dass mich die Geschichte leider nicht überzeugen konnte.

    Wertung


    Pro

    • interessante Ausgangssituation
    • guter Schreibstil mit gelungenen Dialogen

    Contra

    • nur unsympathische Charaktere
    • Längen in der Story

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 2.Jul.2016 1.165 x gelesen