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    Was gibt den Menschen das Recht, andere fühlende Lebewesen zu unterdrücken, und wie wäre es, wenn wir selbst plötzlich die unterlegenen Kreaturen wären? Mit diesem Thema beschäftigt sich The Cage: Entführt, der Auftakt einer neuen dystopischen Trilogie.

    Wo sind wir hier bloß gelandet?
    Zusammen mit mehreren anderen Jugendlichen aus verschiedenen Ländern findet sich Senatorentochter Cora völlig unvermittelt in einer seltsamen Kombination der unterschiedlichsten Biotope wie Wüste und Dschungel wieder. Während sich das Mädchen mangels anderer Erklärungsansätze anfangs noch verzweifelt an die Theorie einer Entführung mit eventueller Lösegeldforderung klammert, muss sich Cora doch bald eingestehen, dass die Wahrheit hinter der ganzen Sache viel unglaublicher ist.
    Die Umgebung mit ihren übernatürlichen Entfernungen und Zeitverhältnissen ist Teil eines Experiments, dessen Urheber über fortschrittliche Technologien verfügen und nicht von unserer Welt sind. Doch Cora und ihre Leidensgenossen wollen sich dem Leben als ständig unter Beobachtung stehende Versuchskaninchen und Zootiere nicht beugen. Allerdings haben alle ihre Geheimnisse und können sich untereinander kaum mehr trauen als dem rätselhaften „Hüter“ ihres Gefängnisses…

    the cage

    (c) Heyne fliegt
    Umfang: 464 Seiten
    seit 29.08.2016 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Die Perspektive wechselt kapitelweise zwischen den fünf gefangenen Jugendlichen, auch wenn der Schwerpunkt etwas auf Cora liegt. So lernt man die Protagonisten recht gut erkennen und erfährt mit der Zeit auch Einzelheiten, welche die jeweilige Person noch vor ihren unfreiwilligen Mitstreitern verbirgt. Was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Denn auch so geizt das Buch nicht mit Wendungen und unvorsehbaren Details der Gefangenschaft, so dass man bis zum (offenen) Ende dieses ersten Bandes bei der Stange gehalten wird. Der gelungene Schreibstil trägt dazu bei, dass die Zeit beim Lesen wie im Flug vergeht.

    Die einzelnen Charaktere wissen durch ihre ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten, Vorgeschichten und Reaktionen zu überzeugen, auch wenn die Emotionen manchmal schon ein wenig zu schnell umschlagen. Man muss aber bedenken, dass sich die Jugendlichen in einer Extremsituation befinden und es das ausgemachte Ziel ihrer Kidnapper ist, sie aus dem Konzept zu bringen.
    Vielleicht erklärt das auch die irgendwie ganz schön zuversichtlichen Fluchtpläne und das Basteln von Waffen aus Spielzeug – Auflehnung und nicht aufgeben in allen Ehren, aber mal ehrlich: Wie kann man ernsthaft erwarten, mal eben aus einem wahrscheinlich Lichtjahre von der Erde entfernten Gehege zu entkommen?

    Durch die Widersacher kommt eine interessante Prise Science-Fiction-Atmosphäre auf, aber die Welt außerhalb des „Zoos“ wird bis jetzt nur relativ kurz gezeigt. In den Fortsetzungen kann man dann hoffentlich mehr davon zu Gesicht bekommen.
    Etwas nervig fand ich hingegen mal wieder das arg überstrapazierte Beziehungsdreieck, ein klassisches, aber dadurch noch lange nicht sympathisches Feature von YA-Romanen…

    Fazit

    Der erste Band der neuen Trilogie The Cage macht mit seinen diversen Wendungen und der interessanten Thematik neugierig auf die Fortsetzungen. Zwar ist das Buch nicht in allen Punkten perfekt, wirkt nicht immer hundertprozentig logisch und verwendet ein paar typische Klischees des Genres, die Story kann aber fesseln und wird auch stilistisch gelungen präsentiert.

    Wertung


    Pro

    • interessantes Szenario
    • einige spannende Wendungen
    • gelungener Schreibstil
    • abwechslungsreiche Charaktere

    Contra

    • kleine Logikschwächen
    • klischeehaftes, zu vorhersehbares Beziehungsdreieck

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Science-Fiction
    von Christina Schmitt 7.Sep.2016 874 x gelesen