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    Für sein erstes Jugendbuch hat sich der gefeierte Regisseur Guillermo del Toro (Hellboy, Pans Labyrinth) mit dem Schriftsteller und ebenfalls im Filmbusiness tätigen Daniel Kraus zusammengetan. Bei Netflix steht außerdem bereits eine entsprechende Animations-Serienumsetzung von DreamWorks in den Startlöchern (Staffel 1 verfügbar ab dem 23. Dezember).

    Die Trolle sind zurück
    1969 hielt das spurlose Verschwinden zahlreicher Kinder die Stadt San Bernadino in Atem. Auch der Vater des fünfzehnjährigen Jack Sturgess hat damals seinen Bruder verloren und noch dazu eine unerklärliche, gruselige Begegnung mitgemacht. Er lebt seitdem in ständiger Angst und voller Schuldgefühle. Jack selbst hält all die Sicherheitsmaßnahmen und Ausgehverbote für völlig übertrieben, zumal sie ihn in der Highschool noch loserhafter wirken lassen als er es sowieso schon ist.
    Doch eines Nachts muss er feststellen, dass hinter der ganzen Sache doch viel mehr steckt als die Wahnvorstellungen eines verschrobenen Mannes: Unter unseren Füßen hausen Monster, die noch dazu teilweise verdammt hungrig sind. Um eine Wiederholung der jahrzehntealten Tragödie zu verhindern, muss Jack über sich selbst hinauswachsen und zum Trollhunter werden.

    trollhunterscover

    (c) Heyne Verlag
    Umfang: 416 Seiten
    seit 31.10.2016 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Ich-Erzähler Jack ist ein sympathischer Hauptcharakter, dessen Sorgen und Nöte, ob in der Schule oder dann auf nächtlichen Streifzügen, für den Leser gut nachzuvollziehen sind. Nicht zuletzt ein Schuss Galgenhumor in der Schilderung der Widrigkeiten sorgt für gute Unterhaltung. Dazu tragen auch einige gelungene Nebenfiguren bei, darunter Jacks bester (und eigentlich auch einziger) Freund Tub oder ein kompliziert vor sich hin schwurbelnder Troll-Gelehrter. Spätestens, wenn die wegen ihrer Anzahl nur noch durchnummerierten Katzen von Tubs Oma ein unrühmliches Ende finden, ist ein Schmunzeln garantiert.
    Überhaupt haben die Autoren ein Händchen für skurrile Situationen und ideenreiche Hintergründe, deren filmreifes Potenzial dann hoffentlich auch in der Serie genutzt wird. Unter anderem haben mir die beschriebenen Besonderheiten der Troll-Zivilisation immer wieder gut gefallen.
    Wer besonders viel Wert auf Logik legt, wird mit ein paar Entwicklungen vielleicht nicht unbedingt glücklich, im Großen und Ganzen ist das Szenario aber in sich stimmig.

    Zerschnittene Gallenblasen und pürierte Kinder
    Neben dem Humor und dem Setting kommt auch die Action nicht zu kurz. Im Gefecht gegen fantasievoll kreierte Troll-Gattungen müssen ganz spezielle Techniken angewandt werden. Da geht es, wie auch an anderen Stellen der Story, teilweise schon etwas eklig zu (Zerschneiden von Gedärmen inklusive), so dass Trollhunters wirklich eher für ältere Kinder und junggebliebene Erwachsene geeignet ist, während jüngere Kids nicht unbedingt die richtige Zielgruppe sind.
    Der Kampf um San Bernadino wird in diesem Band zu einem befriedigenden Ende gebracht, das interessante Trollhunters-Universum bietet aber sicherlich genug Raum für weitere Abenteuer.

    Schlüsselszenen der Geschichte werden durch im detaillierten Comicstil gehaltene, ganzseitige Schwarz-weiß-Zeichnungen von Sean Murray illustriert (Homepage inklusive einigen farbigen Trollhunters-Bildern hier). Diese passen gut zur Atmosphäre der Geschichte, machen wichtige Figuren sowie Schauplätze noch besser greifbar und hätten meiner Meinung nach ruhig noch etwas zahlreicher eingebaut werden können.

    Fazit

    Trollhunters erzählt eine filmreife, temporeiche und auch humorvolle Story, die durch sympathische Charaktere und viel Fantasie zu gefallen weiß. Hübsche Illustrationen unterstreichen die Atmosphäre des Buchs und wegen des überzeugenden Gesamtpakets fallen kleinere Logikschwächen kaum ins Gewicht. Jugendliche und junggebliebene Monsterjäger werden viel Spaß mit dieser Geschichte haben.

    Wertung


    Pro

    • cooles, fantasievolles Szenario
    • sympathische Charaktere
    • Humor in Gedanken des Ich-Erzählers, Dialogen und skurrilen Situationen
    • viel Action und wenig Leerlauf
    • ansprechendes Hardcover und schicke Illustrationen im Comicstil

    Contra

    • kleine Logikschwächen
    • Illustrationen könnten ruhig zahlreicher sein

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy, Horror
    von Christina Schmitt 26.Nov.2016 1.093 x gelesen