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    Passend zur anstehenden Free-TV-Premiere von Alles, was wir geben mussten möchte ich euch ein Jugendbuch vorstellen, das vielleicht ein paar Parallelen zu den Themen des Films aufweist.

    vollendetcover

    Säuerlander Verlag 2012
    432 Seiten
    Leseprobe/Kaufen bei Amazon

    Inhalt:
    Die USA, irgendwann in der nicht allzu fernen Zukunft. Nach einem Krieg zwischen Abtreibungsgegnern und -befürwortern wurden ein paar verstörende gesellschaftliche Neuerungen verabredet. Von der Empfängnis bis zum 13. Geburtstag gilt das Leben eines Kindes nun als unantastbar – doch in der Zeit danach, bis zur Volljährigkeit, darf der Nachwuchs praktisch nachträglich abgetrieben werden. Ob wegen finanzieller Sorgen, Straffälligkeit oder bloß, weil der pubertäre Spross unerwünschtes Sozialverhalten zeigt. Die Aussortierten landen als so genannte „Wandler“ in „Erntecamps“, um als Organspender zu dienen. Und zwar komplett.
    Die Welt des Buchs ähnelt unserer in technischer Hinsicht noch sehr stark, lediglich in der Transplantationsmedizin wurden entscheidende Fortschritte gemacht, so dass das Verpflanzen sämtlicher Körperteile, von Augen bis zu Wirbelsäulen, zur Routine-Angelegenheit mit voll funktionstüchtigen Endergebnissen geworden ist. Und durch die Wandler herrscht kein Mangel mehr an Spenderorganen…

    Connor, ein lästig gewordener älterer Sohn, und Risa, ein überzähliges Waisenmädchen aus einer staatlichen Einrichtung, wurden zum Umwandeln verdammt. Im Chaos einer Massenkarambolage treffen die Jugendlichen aufeinander und nutzen die Chance zur Flucht.
    Anders als bei den verstoßenen Teenagern liegt die Sache bei Begleiter Levi, der nämlich – religiös motiviert – sein ganzes 13jähriges Leben lang auf das ehrenvolle Schicksal als so genanntes „Zehntopfer“ vorbereitet war. Und nun alles andere als angetan davon ist, dass die beiden älteren Kids ihn kurzerhand retten…
    Durch die Erzählung in der Gegenwartsform ist man unmittelbar im Geschehen, abwechselnd verfolgt der Leser die Handlung durch die Augen der drei Helden bzw. einiger Nebenfiguren. Der Autor hält sich dabei nur wenig mit Umgebungsbeschreibungen und anderen Ausschmückungen auf, sondern stellt Gespräche und Gedanken der Charaktere in den Mittelpunkt.
    Ein wenig zusätzliche Komplexität in der Handlung wäre stellenweise willkommen gewesen, hier zeigt sich vielleicht einfach, dass die Hauptzielgruppe im Alter der Protagonisten ist. Das Szenario kann trotzdem auch Erwachsene fesseln und erschrecken. Etwa der gruselige Zynismus, der bürokratische und emotionslose Umgang mit den unfreiwilligen Organspendern – oder auch das Schönreden. Zitate:

    „Bitte, Miss Ward. Sie werden nicht sterben, und uns allen hier wäre bedeutend wohler, wenn Sie sich nicht so unangebracht übertrieben ausdrückten. Sie werden zu einhundert Prozent weiterhin am Leben sein, nur eben in einzelnen Teilen.“ (Waisenhaus-Leiter)

    „Veränderung“, wiederholte die Sozialarbeiterin, „mehr nicht. Wie Eis zu Wasser wird und Wasser zu Wolken. Du wirst leben, Risa. Nur in einer anderen Form.“

    Fazit

    Das (Horror)Szenario von Vollendet erscheint kaum vorstellbar. Aber das hätte man im Vorfeld von manch anderem dunklen Kapitel der Menschheitsgeschichte auch gedacht. Noch dazu sind Themen wie Organhandel und verstoßene Kinder ja durchaus heute schon relevant. Und selbst wenn manches dann immer noch etwas weit her geholt wirken mag (und ich mir etwa auch Informationen zur Situation im Rest der Welt gewünscht hätte) – die Geschichte regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. In ein paar Wochen soll übrigens die Fortsetzung erscheinen.

    Wertung


    Pro

    • interessantes, erschreckendes Szenario
    • spannende Flucht-Geschichte
    • glaubhafte Charaktere

    Contra

    • manchmal etwas oberflächlich

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Horror, Science-Fiction
    von Christina Schmitt 27.Jul.2013 1.219 x gelesen
    • Jörg Benne

      Erinnert mich an „Alles was wir geben mussten“. Morgen im Fernsehen, basiert ja auch auf einem Roman.

      • Christina Schmitt

        Sag ich ja 😉
        Siehe erster Satz.
        Den Film hab ich aber noch nicht gesehen, deswegen weiß ich nicht, wie groß die Ähnlichkeit letztendlich ist.

        • Jörg Benne

          Hups, hab irgendwie direkt beim Inhalt angefangen.
          Guck dir den Film an, sehr sehenswert, hab ihm 9/10 bei IMDB gegeben – aber kein FeelGood-Movie!