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    Der ambitionierte Debüt-Roman der britischen Autorin Anna Stephens soll sich unter anderem an Fans von Mark Lawrence und Joe Abercrombie richten. Bei dem Versuch, die Herzen der Leser zu erobern, müssen die Figuren hier noch ganz andere Körperteile opfern…

    Krieg wird kommen…
    Vor fast tausend Jahren wurden die Anhänger der Roten Götter in unwirtliche Bergregionen vertrieben. Nachdem es bisher meist nur zu kleineren Invasionsversuchen zurück in die fruchtbareren Ländereien gekommen ist, rüstet das Volk der Mirak sich nun zu einem alles entscheidenden Krieg. Die Sklavin Rillirin entledigt sich in einer Verzweiflungstat ihres Peinigers König Liris und ergreift die Flucht. Sie trifft auf die titelgebenden „Wächter und Wölfe“, die Beschützer der Grenze. Doch damit ist die junge Frau noch längst nicht in Sicherheit, denn trotz ihrer überlebenswichtigen Informationen schlägt ihr tiefes Misstrauen entgegen. Nur Dom, eine Art Seher, der unter anfallsartigen Visionen leidet, erkennt die Bedeutung der Botin. Aber Dom hat mit ganz eigenen Dämonen zu kämpfen…
    In der Hauptstadt Rilpor verfällt währenddessen der einst so geachtete Herrscher König Rastoth vor lauter Trauer um seine gemeuchelte Ehefrau zunehmend dem Wahnsinn. Hauptmann Crys Tailerson freundet sich mit einem der Prinzen an und wird in ein mörderisches Intrigenspiel verwickelt.

    (c) blanvalet
    Umfang: 512 Seiten (Klappbroschur)
    seit 15.01.2018 im Handel
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    Verrat wird lähmen…
    Rillirin, Dom und Crys sind die hauptsächlichen Protagonisten der kurzen Kapitel. In vielen Teilen der Geschichte werden aber unter anderem auch die Perspektiven eines Generals, des Mirak-Anführers oder der unheimlichen Hohepriesterin der Roten Götter beleuchtet.
    Neben Rillirin, die nach ihrer traumatisierenden Gefangenschaft zunehmend an Selbstvertrauen gewinnt, ist dabei Crys mein Lieblingscharakter. Ein sympathisches Schlitzohr mit einer Vorliebe für Glücksspiel, Hochprozentiges und freche Sprüche, was trotz seiner unbestreitbaren Fähigkeiten als Soldat immer wieder zu Degradierungen führte.
    Schon durch ihn bekommt die Erzählung einen Anflug von Humor, was angesichts der ansonsten reichlich dunklen Stimmung sehr willkommen ist. Denn die Handlung geizt nicht mit Kämpfen, Tod und Verzweiflung. Insbesondere die grausame Religion der Mirak, voller Menschenopfer und Verstümmelung, ist ganz schön harter Tobak.
    Ein paar Liebesgeschichten sind aller Dunkelheit zum Trotz ebenfalls enthalten, hier weicht das Buch aber teilweise vom typischen Muster ab und kann auch mal überraschen.

    Tod wird herrschen…
    Die wichtigsten Figuren werden erfreulich vielschichtig und ohne simple schwarz-weiße Darstellung ausgearbeitet. Ihr Handeln wirkt nachvollziehbar, vor allem Doms innere Zerrissenheit wird anschaulich geschildert. Was auffällt, sind außerdem die vielen starken weiblichen Charaktere, die sich in ihrer schwierigen Welt behaupten. Apropos Welt: Diese könnte in den nächsten Bänden noch deutlich mehr Ausgestaltung vertragen, bis jetzt gibt es abseits der Götter und der zentralen Orte noch eher wenige Informationen zum großen Ganzen wie den Ursprüngen des Konflikts.

    Der ständige Wechsel zwischen den Perspektiven lässt den Einstieg nicht ganz leicht fallen und die Sprünge zwischen den (letztendlich vielleicht einfach zu zahlreichen) Protagonisten erfolgen schon etwas zu häufig, jeweils nach wenigen Seiten. Die Story macht das aber durch einige interessante Wendungen und den gut zur düsteren Atmosphäre passenden Schreibstil wett, so dass man gern bis zum (sehr offenen) Ende dieses ersten Bandes bei der Stange bleibt und sich auf die Fortsetzung freut.

    Fazit

    Wächter und Wölfe – Das Ende des Friedens ist gelungenes Lesefutter für Freunde der eher düsteren, kämpferischen Fantasy. Einige gemeine Wendungen, verlustreiche Schlachten und dunkle Rituale sorgen für Spannung, auch wenn sich der Einstieg vielleicht nicht optimal gestaltet, die Perspektivenwechsel teils überhandnehmen und die Welt noch etwas lückenhaft wirkt. Die Hauptcharaktere wachsen dem Leser ans Herz und ihre Entwicklungen werden anschaulich und glaubwürdig geschildert. Die Geschichte ist allerdings definitiv nichts für Zartbesaitete...

    Wertung


    Pro

    • mehrere interessante Hauptcharaktere
    • abwechslungsreiche Handlung mit einigen Wendungen
    • düstere Atmosphäre und passender Schreibstil

    Contra

    • schon zu viele Wechsel zwischen den Protagonisten
    • Welt wirkt noch lückenhaft
    • ziemlich brutale Szenen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 5.Feb.2018 771 x gelesen