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    Dystopien müssen nicht immer aus dem Ausland kommen und können auch mal in Deutschland spielen. Markus Stromiedel führt uns mit diesem Roman in das Köln der nahen Zukunft und bietet nebenbei Sozialkritik am herrschenden System. Reichte es auch noch für eine spannende Handlung?

    zone5_cover

    (c) Droemer
    Umfang: 460 Seiten
    seit 01.12.2015 im Handel
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    Mer sprenge de Dom in Kölle …
    Um das Jahr 2060: Ein autokratischer Präsident herrscht über die EU, ist letztlich aber nur eine Marionette großer Konzerne. Die Stadt Köln steht z.B. faktisch unter der Kontrolle eines globalen Pharma-Konzerns, der rechtsrheinisch in der Zone 3 ein riesiges Werk betreibt. Die total überwachte Bevölkerung lebt derweil in den Zonen 1 und 2 (wo die Reichen wohnen) und in der Zone 4. In letzterer werden die Menschen nur notdürftig versorgt und als billige Arbeitskräfte missbraucht. Außerhalb der Stadt liegt die Zone 5, in der Gesetzlose regieren.
    Als die junge Alex aus Zone 4 versucht, ein Krebsmedikament für ihre kranke Schwester zu besorgen, dass es nur in Zone 1 und 2 gibt, setzt sie eine Kette von Ereignissen in Gang, an deren Ende der Kölner Dom gesprengt wird …

    Wer nun meint, ich hätte den Clou des Romans verraten, der irrt. Stromiedel beginnt seine Geschichte mit dem Ende, dem Einsturz des Doms – freilich ohne zu verraten, wer das Wahrzeichen sprengte und warum. Ein geschickter Schachzug, um das Interesse des Lesers zu wecken.

    Der ist allerdings auch nötig, denn die Handlung kommt zunächst sehr träge in Gang, auch weil der Autor uns anfangs das Leben in den 60er Jahren dieses Jahrhunderts erklären muss. Allzu umfassend fallen seine Erklärungen von Taggern, Boostern und anderen Gerätschaften allerdings nicht aus, dazu fehlte auf den 460 Seiten wohl der Platz. Dennoch bekommt man eine ungefähre Vorstellung, in erster Linie von der politischen Lage, in der einiges an Sozialkritik mitschwingt. Vor allem die Konzerne, denen ihre Gewinne stets wichtiger sind als das Wohl der Menschen, bekommen ihr Fett weg. Letztlich hat Stromiedel die aktuelle Situation unserer Welt (Afrika ist unsere Zone 4) auf eine Stadt angewandt und führt uns vor Augen, worauf unser Wohlstand basiert.

    Leider erweist sich der Plot von Zone 5 (warum der Roman so heißt, ist mir ein Rätsel, die Zone spielt im Roman so gut wie keine Rolle) auch im weiteren Verlauf nicht als übermäßig packend. Das liegt vor allem daran, dass Stromiedel eine Vielzahl von Perspektiven aufmacht, wobei die meisten Charaktere aber sehr oberflächlich bleiben und es so an Bindung zum Leser fehlt. Noch dazu basiert die ganze Geschichte auf einer Reihe von Zufällen, ein Handlungsfaden endet im Leeren und die Hauptstory verläuft insgesamt wenig überraschend und im Finale ziemlich unrealistisch. Auch sprachlich ist der Roman eher auf mäßigem Niveau anzusiedeln was die oft recht platten Dialoge aber auch die Wortwahl und den oft umständlichen Satzbau angeht.

    Fazit

    Zone 5 ist ein durchschnittlicher Zukunftsthriller, der zwar mit Sozialkritik und Kölner Lokalkolorit zu punkten weiß, aber weder eine detaillierte Zukunftsvision noch eine wirklich packende Handlung zu bieten hat.

    Wertung


    Pro

    • interessante Zukunftsvision
    • Sozialkritik

    Contra

    • Zukunftsvision nur selten detailliert
    • Plot und Figuren eher enttäuschend
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    Kategorien: Bücher, Science-Fiction
    von Kilian Kuhn 17.Jan.2016 587 x gelesen