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    „Schwarze Segel“ ist André Wieslers zweiter Band der Reihe „Die Rose der Unsterblichkeit“ um die Besatzung der Stolz des Raben und ihr Unterfangen, als Teil einer Expeditionsflotte den Kontinent Uthuria zu erobern.

    (c) Ulisses Verlag 2013
    280 Seiten
    Leseprobe/Kaufen bei Amazon

    Der Schwarze Kontinent

    Nach dem verheerenden Sturm am Ende des ersten Bandes fand sich die Besatzung der Stolz des Raben mit einem Mal alleine auf weiter See wieder. Unter der Führung Karas Kugres, der als Kapitän den getöteten Beratas ersetzt, versucht die Besatzung die anderen Schiffe der Expedition wiederzufinden und verirrt sich dabei in gefährliche Gewässer, deren dämonische Bewohner Jagd auf sie machen.

    Wider aller Erwartungen, trifft die Stolz des Raben auf die anderen Schiffe und gemeinsam erreicht man die Gestade Uthurias. Hier soll die Siedlung Porto Velvenya gegründet werden, doch die Einheimischen des Schwarzen Kontinents sind alles anderes als erfreut über die Besatzer. Auch die Uneinigkeit und die stets schwelenden Intrigen unter den Adligen, sowie die Erkenntnis, dass man nicht einmal seinen vermeintlichen Freunden trauen darf, lassen die Besiedlung zu einer Feuerprobe werden, die nicht jeder überleben wird.

    Neue Gefahren – alte Gewohnheiten

    Wieslers zweiter Roman beschreibt das Ende der abenteuerlichen Irrfahrt und die Landung auf Uthuria. Im Vergleich zum ersten Band verfügen die Figuren jetzt über eine gewisse Tiefe und der Autor richtet sein Augenmerk verstärkt auf die eigentliche Handlung.

    Zwar mögen manche Charakterentwicklungen, wie z.B. bei Karas Kugres, der sich vom verantwortungslosen Sexprotz in einen beinahe schon aufopferungsvollen Kapitän verwandelt, nicht ganz nachvollziehbar sein, aber dennoch sind die Figuren insgesamt für den Leser interessanter geworden und sie agieren auch verstärkt miteinander statt nur nebeneinander. Auch wirken sie weniger stereotyp und wesentlich vielschichtiger als im ersten Band – vielleicht zu vielschichtig, denn man gewinnt als Leser den Eindruck, als wolle sich der Autor alle Möglichkeiten offenhalten und lasse seine Protagonisten deshalb facettenreicher als nötig erscheinen.

    Leider wirken die, etwas überhandnehmenden geheimnisvollen Verschwörer bzw. Besessenen, die sich unter den Siedlern tummeln, ein wenig wie Randfiguren, die dem Leser ein stetes Gefühl von Bedrohung vermitteln sollen, diese Aufgabe aber aufgrund ihrer fehlenden Präsenz nur ungenügend erfüllen. Es wäre besser gewesen, sich mehr auf die Verräter selbst und ihre Motivation zu konzentrieren, als sie permanent mit einer Aura des Geheimnisvollen zu umgeben.

    Fazit

    Wiesler gelingt es in seinem zweiten Band eindeutig, den Spannungsbogen stärker anzuziehen, als dies im ersten Band der Fall war. Seine Figuren gewinnen an Tiefe und man kann sich als Leser ein sehr viel deutlicheres Bild von ihnen machen. Dennoch bleibt das Gefühl, man würde hier das Drehbuch zu einer Serie wie „Lost“ lesen. Für einen Roman – und selbst wenn dieser als umfangreichere Reihe geplant sein sollte – hat die Handlung zu viele äußere sowie innere Nebenschauplätze, die zu lose miteinander verbunden sind, um einen einheitlichen Erzählstrang bilden zu können. Trotzdem bleibt abzuwarten, was der Autor im dritten Band für den Leser bereithält. Allmählich gewinnt die Sache an Fahrt und lässt einen auf eine entsprechende Fortsetzung im dritten Band hoffen.

    Wertung


    Pro

    • Figuren gewinnen an Tiefe
    • verstärkte Interaktion der Figuren untereinander
    • vorhandener Spannungsbogen

    Contra

    • lose Handlungsstränge
    • zu viele Nebenschauplätze
    • den potentiellen Verrätern wird zu wenig Raum geboten

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Anja Rodriguez 4.Okt.2013 1.630 x gelesen