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    Ziemlich überraschend kündigte JJ Abrams Produktionsfirma Bad Robot erst kurz vor dem Kinostart 10 Cloverfield Lane an und machte um den Film ein großes Geheimnis. Vor allem Fans des 2008 erschienenen FoundFootage-SF-Horror „Cloverfield“ waren gespannt, was sie erwartet. Wieder Monster-Horror oder doch was ganz anderes?

    10cloverfieldlane

    (c) Paramount Pictures
    Laufzeit: 100 Minuten
    ab 11.08.2016 im Handel
    Trailer ansehen / Bei Amazon bestellen

    Im Bunker gefangen
    Michelle hat sich gerade überstürzt von ihrem Freund getrennt, als sie mit dem Auto nachts einen Unfall hat. Sie kommt in einem kahlen Keller wieder zu sich, ihr verletztes Knie ist an die Wand gekettet. Als kurz darauf Howard ins Zimmer kommt, befürchtet Michelle, in die Hände eines Triebtäters gefallen zu sein. Doch Howard eröffnet ihr, dass die Welt draußen nach einem Angriff unbewohnbar sei und er sie hier unten in Sicherheit gebracht habe. Sie müsse hier mit ihm ein oder zwei Jahre bleiben, er habe genug zu Essen. Wirklich beruhigt ist Michelle dadurch nicht. Mit den beiden haust der junge Mann Emmet in dem Bunker. Er bestätigt Howards Geschichte, aber Michelle will das nicht wahrhaben und plant ihre Flucht.

    Die Prämisse des Films ist spannend: Michelle, aus deren Sicht die gesamte Geschichte erzählt wird, hat die Wahl: Entweder sie geht das Risiko ein, in eine womöglich lebensfeindliche Welt draußen auszubrechen oder sie bleibt in der stupiden Sicherheit des Bunkers mit dem mindestens paranoiden, vielleicht sogar irren Howard. Was ist das geringere Übel? Die Spannung, die sich aus dieser Frage ergibt, trägt den Film durch die ersten beiden Drittel. Dabei ist Michelle eine für das Horror-Genre wohltuend glaubwürdige Hauptperson, deren Denken und Handeln man als Zuschauer jederzeit nachvollziehen kann.

    Leider verliert der Film durch den Titel ein wenig an Spannung, denn wer nicht völlig unbedarft an den Streifen herangeht, weiß natürlich Bescheid. Aber Howard und sein Bunker haben noch einige Geheimnisse auf Lager, die (nach einem kleinen Hänger im Mittelteil) die Spannung aufrechterhalten und zum großen Finale überleiten.

    An Extras bietet die Blu-Ray neben einem Kommentar von Produzent Abrams und dem Regiesseur Trachtenberg noch acht Featurettes mit einer Gesamtlaufzeit von knapp 35 Minuten, die diverse Seiten des Entstehungsprozesses (Story, Casting, Tricks …) beleuchten.

    Fazit

    10 Cloverfield Lane ist ein spannendes Kammerspiel, das geschickt Horror- und SF-Elemente mischt und bis auf einen kleinen Hänger im Mittelteil die Spannung bis zum Finale durchweg hoch hält. Ohne den Bezug zu Cloverfield wäre der Film aber noch spannender gewesen.

    Wertung


    Pro

    • spannende Prämisse
    • glaubwürdige Figuren

    Contra

    • Cloverfield-Verbindung stiehlt einen Teil der Spannung

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror, Science-Fiction
    von Jörg Benne 10.Aug.2016 3.761 x gelesen