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Die Geschichte der 47 Ronin ereignete sich tatsächlich Anfang des 18. Jahrhunderts und nimmt in der japanischen Historie einen wichtigen Stellenwert ein. Schon mehrfach wurde sie deshalb verfilmt. Nun nahm sich Hollywood des Themas an – nicht ohne es um diverse Fantasy-Elemente auszuschmücken.

Das Halbblut und die 47 Ronin
Einst wurde das Halbblut Kay von Fürst Asano im Wald gefunden und aufgenommen. Zwar verweigerten dessen Gefolgsleute Kay jeglichen Respekt, doch er gewann die heimliche Liebe von Asanos Tochter.
Als Jahre später der Shogun das Haus des Fürsten besucht, gerät Kay in eine Intrige. Von einer Hexe verzaubert attackiert Asano seinen Widersacher Fürst Kira, ohne ihn zu verletzen. Dennoch wird er zum Tode verurteilt und begeht Selbstmord. Seine Tochter soll nun Kira (in dessen Auftrag die Hexe handelte) heiraten, um einen Konflikt der beiden Fürstentümer zu vermeiden, Asanos Samurai werden zu herrenlosen Ronin.
Um den Tod ihres Fürsten zu rächen und die Hochzeit zu verhindern, schließen sich 47 von ihnen zusammen, darunter auch Kay.

In der historisch verbrieften Geschichte gab es weder eine Hexe noch ein Halbblut. Letzterer wurde gebraucht, um einen Hollywood-Star in den Film zu bringen, mit ersterer wollte man wohl die aktuelle Fantasy-Welle ausnutzen. Dass dabei die eigentlichen Hauptdarsteller, die „echten“ Ronin, beinahe zu Nebenfiguren degradiert werden, nahm das Studio wohl billigend in Kauf. Dass der Film so in Japan, wo die 47 noch heute verehrt werden, keinen Zuspruch fand, dürfte niemanden verwundern, aber bei unwissenden Westlern hätte die Geschichte vielleicht noch funktionieren können.

Tatsächlich ist dem Film technisch auch nicht viel vorzuwerfen. Die Effekte sind auf hohem Niveau, die Kostüme ansprechend und die meisten Schauspieler spielen ihre Rollen auch gut. Für Keanu Reeves gilt das indes nicht. Mit stoischem Gesichtsausdruck spielt er seine reichlich unglaubwürdige Rolle und steht damit stellvertretend, für die emotionale Distanz, die auch der Zuschauer die ganze Zeit zu dem Werk behält. Er bleibt ein Fremdkörper in der Geschichte, die nicht zuletzt durch ihn und seine aufgesetzt wirkende Rolle seelenlos wirkt.

Dazu merkt man dem Streifen auch oft an, wie oft hier am Drehbuch herumgewerkelt wurde, nie wirkt das ganze wie aus einem Guss. Was soll z.B. der Abstecher zu den Holländern, bei dem der Film für 2 Minuten wie ein Fluch der Karibik-Abklatsch mit Herr der Ringe-Troll wirkt, nur um dann wieder in seine eigentliche Geschichte zurückzukehren und die Holländer (von denen einer es sogar aufs Cover geschafft hat) komplett zu vergessen? Man hat den Eindruck, dass hier zu viele Köche ihre Zutaten unterbringen wollten und den Filmbrei damit verdorben haben.

Das es dem Streifen an Atmosphäre mangelt, sahen dann auch die Zuschauer weltweit so. Der über 170 Millionen $ teure Film ging in den USA völlig baden und konnte selbst weltweit sein Budget nicht wieder einspielen, gilt als einer der größten Flops des Produktionsjahres 2013.

Fazit

Auch wenn 47 Ronin technisch durchaus ansehnlich ist, merkt man dem Streifen an, dass hier zu viele Drehbuch-Köche den Brei verdorben haben. Statt einer fesselnden Geschichte sieht man eher eine Ansammlung von Szenen, ohne wirklich gefesselt zu werden – ein unterkühlt auftretender Keanu Reeves hilft da auch wenig. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich sehenswert.

Wertung


Pro

  • ansehnliche Special-Effects
  • einige gute Kampfszenen

Contra

  • viele Szenen wirken überflüssig
  • Keanu Reeves sehr schwach
  • die eigentlichen Ronin werden zu Nebenfiguren degradiert
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Kategorien: Fantasy, Filme
von Jörg Benne 2.Jun.2014 2.311 x gelesen

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47 Ronin
Publisher Universal
Regie Carl Erik Rinsch
Genre Action Martial Arts
Länge114 Minuten
Altersfreigabeab 12 Jahren
Weitere Infos
Termine
DVD, Blu-Ray05.06.2014 Kaufen
Kino09.01.2014
 

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