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    Science-Fiction war für Disney zuletzt kein gutes Pflaster. Schon mit „John Carter“ versenkte man Millionen und auch „A World Beyond“ spielte an den Kinokassen nur mit Ach und Krach seine hohen Produktionskosten aber sicher nicht das Marketing-Budget wieder ein. Floppte der Film zurecht?

    aworldbeyond

    (c) Disney
    Laufzeit: 125 Minuten
    seit 08.10.2015 im Handel
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    Eine bessere Parallelwelt
    Casey Newton hat schon als kleines Mädchen davon geträumt, zu den Sternen zu fliegen. Nun im College-Alter will sie nicht tatenlos mitansehen, wie die Startrampe in Cape Canaveral abgerissen wird, was ihren Vater, der bei der NASA arbeitet, auch noch den Job kosten wird. Sie schleicht sich nachts auf das Gelände, sabotiert die Abriss-Geräte – und wird erwischt.
    Als ihr Vater sie aus dem Gefängnis holt, findet sie bei ihren Sachen einen seltsamen Button, der sie bei Berührung in eine Parallel-Welt führt. Als sie sich auf die Suche nach dem Ursprung des Buttons macht, wird sie bald zur Gejagten. Schließlich trifft sie auf den Erfinder Frank, der einst aus dieser Tomorrowland genannen Parallel-Welt geworfen wurde. Gemeinsam versuchen sie einen Weg zurück zu finden, denn nur dort kann der Untergang der Erde aufgehalten werden.

    Als ich den Film anmachen wollte, fragte ich meine Familie: Na, wollt ihr mitgucken? Mein Sohn war sofort interessiert, meine Tochter unentschieden, meine Frau winkte bei Science-Fiction ab. Angesichts der Einspielergebnisse ist der Plan des Studios, die Frauen mit George Clooney und die Mädchen mit zwei weiblichen Protagonistinnen zu ködern wohl nicht nur in meiner Familie fehlgeschlagen.

    Aber so wie die Rolle der Casey eher ein Zugeständnis an die Gender-Debatte zu sein scheint, ist einfach vieles bei diesem Film halbgar. Das gilt insbesondere für die Story an sich. Am Ende hat man das Gefühl, der Film sei (trotz 130 Minuten Laufzeit) um mindestens eine Stunde gekürzt und erzähle einem nur die Hälfte. Völlig unklar bleibt z.B., warum Tomorrowland so ist, wie es ist, wieso sich die Gesellschaft dort verändert hat und welche Ziele sie heute verfolgt. Im Grund bleibt nur eine hübsche Kulisse und eine Maschine, die eine Rolle spielt. Nur folgerichtig ist es da, dass der Film in Deutschland in „A World Beyond“ umbenannt wurde, denn Tomorrowland spielt einfach eine zu kleine Rolle.

    Total konfus wirkt die Geschichte um den bevorstehenden Untergang der Erde und die Rolle, die Tomorrowland dabei spielt und geradezu lächerlich ist der Part, den man Casey bei der Rettung der Erde zugesteht. Lange wird sie als die Auserwählte gepriesen und dann ist ihr Beitrag winzig und eigentlich hätte Frank auch selber darauf kommen müssen.

    Dass der Film angesichts dieser Schwächen nicht völlig baden geht, hat er seinen Schauwerten zu verdanken. Hier protzt der Film, manchmal übertreibt es Regisseur Brad Bird sogar ein wenig. Es gibt rasante Verfolgungsszenen, spannende Actionsequenzen und viele Effekt-Spielereien auf hohem Niveau. Das versöhnt etwas, aber am Ende bleiben eben doch eher die klaffenden Löcher in der Geschichte als die Effekthascherei im Gedächtnis.

    Fazit

    A World Beyond hat interessante Ansätze, aber die Macher haben sich für die falsche Geschichte entschieden. Man hätte lieber einen Film über Tomorrowland und den Verfall seiner Ideale gemacht, statt diese Geschichte nur anzudeuten und dafür eine weitere Auserwählten-Story von der Stange abzuliefern, um familientaugliche zu sein. Angucken kann man sich das Ergebnis aber trotzdem.

    Wertung


    Pro

    • tolle Schauwerte
    • einige packende Sequenzen

    Contra

    • Geschichte von Tomorrowland bleibt sehr nebulös
    • am Ende sind viele Fragen offen
    • Rolle der Auserwählten wirkt arg aufgesetzt

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 19.Okt.2015 2.242 x gelesen