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    Spätestens seit Hostel hat Eli Roth (den Nicht-Horror-Fans wohl am ehesten aus Inglourious Basterds kennen) einen gewissen Ruf im Hardcore-Horror-Bereich. In Aftershock spielt er nicht nur eine Hauptrolle, sondern hat den Film auch produziert und am Drehbuch mitgeschrieben. Wer allerdings eine weitere Torture Porn-Orgie erwartet, liegt nicht so ganz richtig.

    (c) Universum FilmRegie: Nicolas LopezLaufzeit: 85 Minutenab 10.01.2013 auf DVD/Blu-RayBei Amazon bestellen

    (c) Universum Film
    Regie: Nicolas Lopez
    Laufzeit: 85 Minuten
    ab 10.01.2014 auf DVD/Blu-Ray
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    Ein Beben und die Folgen
    Ein Amerikaner ist mit zwei einheimischen Freunden in Chile unterwegs, um Spaß zu haben. Auf einer Party lernen sie drei Frauen kennen und fahren mit ihnen nach Valparaíso. Als sie dort in einer Disco abhängen, bricht ein Erdbeben aus und für das Sextett beginnt ein Alptraum, den ein drohender Tsunami und entflohene Sträflinge noch verschlimmern.

    Aftershock ist eine Mischung aus klassischem Katastrophenfilm und Horror-Schocker. Er beginnt allerdings sehr gemächlich, stellt uns erstmal die drei Freunde vor und anschließend die Frauen – wobei es da eigentlich nicht viel vorzustellen gibt. Zwanzig Minuten vergehen mit Sightseeing, Partygezappel und wenig erhellenden Dialogen der platten Figuren. Wir erfahren gerade genug über sie, um vielleicht für den einen oder anderen einen Hauch von Sympathie zu empfinden.

    Wenn der Katastrophenteil beginnt, sieht man dem Film sein Mini-Budget recht schnell an. Wir erleben die Zerstörung immer aus sehr begrenztem Blickwinkel, statt CGI-Effekten setzen die Macher auf echte Zerstörung, wodurch der Film an die Katastrophenfilme aus den 70ern erinnert. Die ersten Gore-Einlagen lassen nicht lange auf sich warten und sind noch eher witzig als erschreckend, wenn beispielsweise ein Mann seiner abgetrennten, von der panischen Menge herumgekickten Hand hinterherrennt.

    Spätestens, wenn die Häftlinge (die natürlich keine Angst vor dem Tsunami oder Nachbeben haben, sondern lieber Touristinnen jagen) auftauchen, wird Aftershock zum klassischen Horror mit einigen Gewaltspitzen in klassischer Roth-Manier, durchbrochen allenfalls von gelegentlichen Nachbeben samt Kameragewackel.

    Nur gelegentlich fängt der Film die bedrohliche Atmosphäre ein, die nach so einem Beben wirklich herrschen mag, samt Plünderungen und anderen Verbrechen. Zu oft jedoch wirken die Szenen zu episodenhaft aneinandergereiht, so als ob die Macher die Überlebenden quasi einen nach dem anderen „abhaken“ wollten. Die eine oder andere Situation wirkt dabei auch reichlich abstrus. So sind letzten Endes wohl doch die Gore-Fans noch am ehesten mit dem Ergebnis zufrieden.

    Fazit

    Die Idee, einen Katastrophenfilm mit Survival Horror-Elementen zu vermischen ist eigentlich gar nicht schlecht, Cloverfield hat ja vorgemacht, dass so was funktionieren kann. In Aftershock wird die Katastrophe aber schnell zum Vehikel für die klassische „böse Leute jagen Unschuldige und schlachten sie ab“-Nummer, die Roth ja nicht zum ersten Mal auf den Bildschirm bringt. Für Fans dieser Gattung von Film bietet der Streifen dann wohl auch hinreichend Schauwerte, um sie halbwegs zufriedenzustellen. Wer hingegen eher auf Drama, Atmosphäre und echte Beklemmung gehofft hat, wird enttäuscht.

    Wertung


    Pro

    • Interessante Mischung aus Horror und Katastrophenfilm

    Contra

    • lahmer Beginn
    • platte, austauschbare Figuren
    • einige limitierte Darsteller
    • Szenen wirken wie aneinandergereiht

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 8.Jan.2014 1.581 x gelesen