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    Mit Alice im Wunderland gelang Regisseur Tim Burton 2010 ein Megaerfolg, über eine Milliarde $ spielte der Film ein – nicht zuletzt wegen des damaligen 3D-Booms. Mit einer Fortsetzung ließ sich Disney Zeit, Burton wechselte auf den Produzenten-Stuhl, und Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln blieb mit einem Einspiel von „nur“ 300 Mio $ weit unter den Erwartungen – zurecht?

    alice2_hinterdenspiegeln

    (c) Disney
    Regie: James Bobin
    Laufzeit: 108 Minuten
    seit 20.10.2016 im Handel
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    Der traurige Hutmacher
    Wie am Ende von Teil 1 zu sehen, fährt Alice mittlerweile zur See und hat China erforscht. Zurück in London muss sie erfahren, dass ihr Gönner Lord Ascott verstorben ist und sein Sohn Hamish – – dessen Heiratsantrag Alice im ersten Teil abgelehnt hat – die Geschäfte übernommen hat. Der will Alice in die Buchhaltung versetzen und ihr das Schiff ihres Vaters abnehmen, wie er ihr auf einer Feier in seinem Haus eröffnet. Wutentbrannt lässt Alice ihn stehen und durchstreift das Haus, als der Schmetterling Absolem auftaucht und sie durch einen Spiegel zurück ins Wunderland führt.
    Dort sind alle in großer Sorge um den Hutmacher, der seinen Humor und seinen Lebensmut verloren hat, seit er ein Relikt aus alter Zeit fand, dass ihn glauben macht, dass seine totgeglaubte Familie noch lebt. Alice glaubt nicht daran, will ihm aber dennoch helfen und reist deshalb in der Zeit zurück, um den Tod der Hutmacher-Familie zu verhindern. Doch davon ist Herr Zeit alles andere als begeistert.

    Mit der Handlung der Romanvorlage hat der Film wenig gemeinsam und im Grunde kann man hier auch gleich zum Kern der Sache kommen: Inhaltlich ist „Hinter den Spiegeln“ ziemlich desaströs. Mit Logik kommt man in der Welt von Lewis Carroll zwar generell nicht weit, aber hier wirkt so vieles derart an den Haaren herbeigezogen und sinnfrei, dass man als Zuschauer stets irritiert auf Distanz bleibt und deshalb nicht so in den optisch auch diesmal überwältigenden Welten versinkt wie beim ersten Teil. Ein Beispiel: Als der Hutmacher Alice zu überzeugen versucht, dass seine Eltern noch leben, widerspricht im Alice mit der Begründung, er selbst habe ihr doch von ihrem Tod erzählt. Und warum der Hutmacher im Glauben, das seine Eltern noch leben, in Trübsal versinkt, statt sie zu suchen, bleibt auch völlig unklar.
    Auch in Sachen Humor sitzt hier nicht jede der (ohnehin nicht zahlreichen) Pointen, zumindest als Erwachsener hat man wenig zu lachen. Erst zum Ende hin versteht es der Film einmal kurz, den Zuschauer zu berühren.

    Immerhin, die überwiegend am Bluescreen entstandene Welt ist visuell beeindruckend, wenngleich man hin und wieder deutlich erkennt, wenn die Schauspieler in ihre CGI-Umgebung reinkopiert wurden. Es gibt einige wenige neue Figuren, wobei die durch Sasha Baron Cohen personifizierte Zeit am meisten hervorsticht. Die Welt ist jedenfalls wieder eine Schau und rein optisch steht der Film dem Vorgänger in nichts nach.

    Doch so sehr die Schauspieler sich mühen (Helena Bonham Carter ist als rote Königin einmal mehr großartig), der Funke will nicht so recht überspringen, zu sprunghaft und sinnfrei wirkt die Handlung, im Grunde ist der Film ein Paradebeispiel für „Style over Substance“.

    In Sachen Extras bietet die Blu-Ray einiges. Besonders interessant fand ich die Szenenvergleiche, wo man auf der linken Seite das Set (Schauspieler vor Bluescreen und mit einigen Hilfsmitteln) und rechts das fertige Ergebnis sieht.

    Fazit

    Hinter den Spiegeln weiß optisch zu überzeugen, hat mit seiner sprunghaften und ziemlich sinnfreien Zeitreisestory inhaltlich aber nicht viel zu bieten und verpasst deshalb das Ziel, den Zuschauer in die abgedrehte Welt des Wunderlandes eintauchen zu lassen.

    Wertung


    Pro

    • Optisch opulente, verrückte Welt
    • zum Teil sehr gute Darstellerleistungen

    Contra

    • Handlung sprunghaft und zum Teil sinnfrei
    • Humor oft zu infantil

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 21.Okt.2016 674 x gelesen