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    Nachdem er die Regie bei Teil 2-4 anderen Regisseuren überließ, kehrte Ridley Scott 2012 mit Prometheus zur Alien-Saga zurück, um die Vorgeschichte des mörderischen Xenomorph zu erzählen. Der Film war mit 400 Mio $ Einspiel zwar recht erfolgreich, erhielt aber nur mittelmäßige Kritiken. Mit Alien: Covenant sollte alles noch besser werden. Mission erfolgreich?

    aliencov_cover

    (c) 20th Century Foxy
    Laufzeit: 117 Minuten
    ab 21.09.2017 im Handel
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    Auf der Suche nach einer neuen Heimat
    Das Jahr 2104 (10 Jahre nach Prometheus): Die Covenant soll tausende im Cryo-Schlaf liegende Kolonisten zu einer neuen Heimat bringen. Nachdem eine Sonneneruption das Schiff beschädigt hat, wird die 15köpfige Crew vorzeitig geweckt, um die Schäden zu reparieren. Dabei fangen sie eine seltsame Nachricht mit einem Song von der Erde auf, die sie zu einem entlegenen, erdähnlichen Planeten führt. Ein Teil der Crew landet dort, um die Quelle der Nachricht aufzuspüren. Doch der Planet birgt tödliche Gefahren.

    Worum es Scott in diesem Film eigentlich geht, wird gleich zu Beginn klar. Wir sehen eine Szene aus der Vergangenheit, in der Magnat Weyland erstmals mit dem von ihm geschaffenen Androiden David spricht, der in Prometheus eine wichtige Rolle spielte. In der Szene geht es um die Suche nach dem eigenen Schöpfer und David stellt sich erstmals die Frage, warum er, als unsterblicher Android, einem vergänglichen Menschen dienen soll. Die Weichen scheinen auf eine Fortsetzung von Prometheus gestellt.

    Der weitere Verlauf mit der Landung auf einem fremden Planeten und der Entdeckung von Relikten der „Konstrukteure“ erinnert dann auch SEHR stark an den Vorgänger. Bei dem kritisierten viele Fans der Serie, dass das Alien viel zu kurz kam. In Covenant wird es nicht nur im Titel genannt, es bekommt auch mehr Raum und zerreißt nicht nur ein paar Crewmitglieder, sondern auch den Film.

    Denn Scott versucht hier einerseits philosophische SF und andererseits einen Fanservice für die Freunde der eher auf Horror abzielenden ersten Alien-Filme anzubieten und das passt einfach nicht recht zusammen – noch dazu wirkt das ganze so, als habe man einfach die besten Elemente aus den vorigen Filmen genommen und zusammengewürfelt. Das Grundgerüst um den fremden Planeten und den außer Kontrolle geratenen Androiden stammt von Prometheus, dem Alien darf sich wieder eine toughe Heroine im Tanktop entgegenstellen (Ripley lässt grüßen), benutzt dabei auch mal eine Maschine (ähnlich zu Aliens 2) und zwischenzeitlich dürfen wir kurz auch mal in die Haut des Aliens schlüpfen und die Welt mit seinen Augen betrachten (wie in Alien 3). Fans dürfte noch dazu sauer aufstoßen, dass Scott mit dem Kanon bricht, indem er sein Alien hier nicht nur viel schneller schlüpfen, sondern auch noch deutlich schneller ausgewachsen sein lässt, als wir das aus Alien 1 kennen.

    Am Ende ist man zwar hinreichend unterhalten, aber ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, alles schon mal gesehen zu haben. Das sahen wohl auch viele andere Zuschauer so: Mit 233 Mio $ Einspiel blieb Covenant weit hinter Prometheus zurück, sodass der geplante dritte Prequel-Film eher unwahrscheinlich geworden ist.

    An Extras bietet die uns vorliegende DVD eine Reihe nicht verwendeter Szenen sowie einen Kurzfilm, bei dem wir die Crew nach ihrer Ausbildung sehen.

    Fazit

    Alien: Covenant versucht den Spagat zwischen Alien-Horror und anspruchsvoller SF – und schafft ihn nicht. Technisch ist das alles gut umgesetzt und Michael Fassbender spielt den Androiden einmal mehr hervorragend. Inhaltlich wird aber fast nichts Neues geboten und insgesamt wirkt Covenant wie ein gemischter Aufguß der Vorgänger, den man sich zwar angucken aber eigentlich auch sparen kann.

    Wertung


    Pro

    • technisch hochwertig umgesetzt
    • großartiger Michael Fassbender
    • einige philosophische Ansätze

    Contra

    • inhaltlich nichts Neues
    • Ablauf daher ziemlich vorhersehbar

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror, Science-Fiction
    von Jörg Benne 14.Sep.2017 1.082 x gelesen