• Werbung

  •  
    Anmelden

    Zombie-Filme gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und das Genre ist ziemlich ausgelutscht, aber für Trash-Filmer bietet sich immer noch ein weites Feld. Zombies im Schnee hatten wir zwar auch schon, aber beim Apres-Ski auf der Hütte? Das ist die Prämisse von Angriff der Lederhosenzombies und die klingt, als könne das ein echter Splatter-Spaß werden. Leider wurde die Chance vertan.

    lederhosenzombies_cover

    (c) Capelight Pictures
    Laufzeit: 74 Minuten
    ab 24.02.2017 im Handel
    Bei Amazon bestellen

    Gemetzel auf der Hütte
    Die Skisaison neigt sich dem Ende zu – wegen des Klimawandels vielleicht bald für immer, fürchtet Franz, der deshalb eine Wunderchemikalie entwickelt hat, mit der der Berg in Zukunft beschneit werden soll. Als er das Mittel dem russischen Investor Chekov vorführen will, kommt der damit in Berührung und verhält sich danach seltsam. Franz und sein Freund bringen ihn auf die Hütte, wo gerade die letzte Party der Saison steigt, die bis zum Morgengrauen dauern soll – vorher gibt es auch keine Möglichkeit, von der Hütte wegzukommen. Hier sitzen auch die Snowboarder Steve, Josh und Branka fest.
    Bald dreht Chekov durch und beißt die Partygäste. Die Zombieepidemie nimmt ihren Lauf und die drei Snowboarder und die Hütten-Wirtin nehmen den Kampf auf.

    Dass man es hier mit einem Trash-Film zu tun hat, wird gleich in der ersten Szene klar, in der ein Zombie-Reh auftaucht, das durch eine miserabel animierte Puppe dargestellt wird. Danach dümpelt der Film (trotz gerade mal 74 Minuten Laufzeit) vor sich hin. Wir lernen die Snowboarder kennen und lang und breit wird gezeigt, wie sich Chekovs Zustand verschlechtert, obwohl doch jedem klar ist, worauf die Sache hinausläuft. Dass sich in diesen Minuten viele Gags als Rohrkrepierer erweisen, weil die Darsteller (abgesehen von Branka) überfordert sind und der Regisseur ein schlechtes Timing hat, macht die Sache nicht besser.

    Aber man schaut den Film ja nicht wegen geistreicher Dialoge oder grandioser Schauspielleistungen, sondern wegen des Splatters. Hat man das lahme Anfangsdrittel hinter sich, könnte der Film also in die Vollen gehen – doch es kommen weitere Enttäuschungen. Zunächst sieht man von den Kills gar nichts, es spritzt mal etwas Blut aus dem Off oder ein Körperteil fliegt herum, aber das war’s. Bis zum Finale bekommt man so wenig zu sehen, dass ich im Nachhinein erstmal nachschaute, ob die deutsche Fassung wirklich ungeschnitten ist (ist sie). Im weiteren Verlauf gibt es vielleicht 2-3 Kills, die erwähnenswert sind, ansonsten zeichnet sich der Film auch in dieser Hinsicht durch Einfallslosigkeit aus. So wird gleich ein Dutzend Zombies mit Snowboards geköpft oder aufgeschlitzt. Immerhin: Die bewusst Old-School gehaltenen Splattereffekte sind ganz ordentlich.

    Doch auch im weiteren Verlauf nimmt der Film einfach keine Fahrt auf. Es fehlt an Tempo, Trash-Charme oder guten Pointen. Verzweifelt bedient man sich bei Scream (Welche Regeln sind bei einer Zombie-Invasion zu befolgen?) und diversen Klischees, aber die Dialoge bleiben grenzdebil und die Versuche, witzig zu sein, scheitern meist kläglich. So kommt einem die Spielzeit letztlich deutlich länger vor, als sie ist.

    Bei den Extras finden sich vor allem jede Menge Interviews mit den Machern und Darstellern. Sehenswert fand ich vor allem das mit dem SFX-Fachmann, der diverse Tricks erklärte und die Silikon-Plastiken zeigte, die dort zum Einsatz kamen.

    Fazit

    Angriff der Lederhosen-Zombies ist ein witzloser Trash-Film, der auch Splatter-Freunden wenig zu bieten hat und in Sachen Handlung/Humor auf ganzer Linie enttäuscht. Höchstens als Party-Film bei entsprechendem Alkohol-Pegel mag noch sowas wie Unterhaltung rüberkommen.

    Wertung


    Pro

    • Old-School Splatter-Effekte
    • die Prämisse hätte durchaus Satire-Potential gehabt...

    Contra

    • das aber gänzlich ungenutzt bleibt
    • die meisten Gags sind Rohrkrepierer
    • trotz kurzer Laufzeit viele Längen durch dämliche Dialoge
    • nur wenige einfallsreiche Kills

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema , ,

    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 21.Feb.2017 781 x gelesen