Werbung

Registrieren Anmelden

Das britische Kino hat immer mal wieder Genre-Perlen zu bieten, die es aber nie ins deutsche Kino schaffen. Gehört auch „The Anomaly“ dazu?

anomaly_cover

(c) Universal Pictures
Laufzeit: 99 Minuten
ab 30.10.2014 erhältlich
Bei Amazon bestellen

Nur 10 Minuten
Ryan kommt in einem fahrenden LKW zu sich, bei ihm ist ein Junge, der im Laderaum angekettet ist. Ryan kann sich nicht erinnern, wie er hierhergekommen ist. Mit dem Jungen gelingt ihm die Flucht. Der erzählt, dass einige maskierte Männer in sein Haus eingedrungen, seine Mutter erschossen und ihn entführt hatten. Als Ryan in seine Jacke greift, zieht er eine Pistole und eine Maske hervor, ohne sich an die Tat erinnern zu können. Ehe er begreifen kann, was geschehen ist, verliert er das Bewusstsein und wacht erst mehrere Tage später ganz woanders wieder auf, ohne Erinnerung, was in der Zwischenzeit geschehen ist. Wieder bleiben ihm nur wenige Minuten, um weitere Puzzle-Stücke zusammenzuklauben.

Der in einer nicht näher definierten Zukunft angesiedelte Film beginnt rasant und fesselt mit dem Rätsel um Ryan und seine Aussetzer die ersten Minuten. Stück um Stück fallen bei Ryan und dem Zuschauer die Groschen – bis es dann allmählich anfängt, unlogisch zu werden. Einige haarsträubende Zufälle und Plotholes sorgen im weiteren Verlauf dafür, dass die Story eher zum Kopfschütteln als zum Mitfiebern einlädt.

Auch abgesehen von den Macken der Geschichte macht Regisseur und Hauptdarsteller Noel Clarke aus der eigentlich interessanten Prämisse zu wenig. Die Figuren bleiben blass und der Ablauf besteht im wesentlichen immer wieder aus Verfolgungsjagden und Martial Arts-Szenen, die jedem, der „The Raid“ gesehen hat, bestenfalls zweitklassig vorkommen. Dass Clarke diese dann auch noch ständig in Zeitlupe inszeniert, macht sie auch nicht besser. Überhaupt fehlt es ihm an Timing. Gerade die wenige Zeit, die Ryan jedes Mal bleibt, hätte eine rasante Inszenierung ermöglicht, aber stattdessen werden dem Zuschauer plumpe Infodumps serviert, die gern auch mal länger dauern, als Ryan eigentlich Zeit hat.

SF-Fans bekommen auch nicht viel zu sehen. Ein paar futuristische Waffen, im Hintergrund der Städte mehr schlecht als recht per Greenscreen eingefügte Bauten und ab und an medizinisches Gerät. Die Effekte sind dabei dem Budget entsprechend eher mau. Eher mau ist auch die Leistung der Schauspieler. Der einzige wirklich bekannte Mime, Brian Cox (Ironclad), hat nur eine Winzrolle, Noel Clarke spielt die Hauptrolle zwar einigermaßen, dafür bleibt sein Gegenpart Ian Somerhalder (Vampire Diaries) blass und wirkt vor allem bei den Kampfszenen wenig überzeugend.

Fazit

Nach gutem Beginn geht Anomaly schnell die Luft aus. Die Story wird immer verworrener, die ständigen Kampfszenen sind bestenfalls zweitklassig und Effekte und Darsteller können auch kaum überzeugen. Insgesamt nur ein mäßig unterhaltsamer SF-Thriller.

Wertung


Pro

  • zu Beginn mysteriös-spannende Handlung

Contra

  • Story wird zunehmend unlogisch
  • Kampfszenen bestenfalls zweitklassig
Weitere Artikel zu den Tags: , ,

 

Kategorien: Filme, Science-Fiction
von Jörg Benne 29.Okt.2014 1.731 x gelesen

Kommentar hinterlassen

You must be logged in to post a comment.