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    Nicht nur die Japaner verstehen was von Gruselfilmen (von denen die Amis dann Remakes drehen), dachten sich vielleicht die britischen Produzenten von „Another Me“, das auf einem Jugend-Gruselroman der hierzulande unbekannten schottischen Autorin Cathy MacPhail basiert.

    anotherme_cover

    (c) 20th Century Fox
    Laufzeit: 81 Minuten
    ab 22.01.2015 im Handel
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    Aus der Bahn geraten
    Fay hat bislang ein behütetes Leben in einer britischen Kleinstadt verlebt. Das ändert sich, als ihr Vater plötzlich an Multipler-Sklerose erkrankt. Der kranke Vater, die fremdgehende Mutter, eine mobbende Schulkameradin, die Fay die Hauptrolle in Macbeth neidet – eigentlich hat Fay schon genug Probleme. Aber dann deutet immer mehr darauf hin, dass sich jemand für sie ausgibt und Fay ihr Leben stehlen will. Als sie schon an ihrem Verstand zu zweifeln beginnt, erfährt sie von einem Geheimnis aus der Vergangenheit.

    Der Film beginnt mit einem Traum von Fay, in dem sie sich selbst zweimal sieht. Dazu eine Stimme aus dem Off, die davon spricht, dass sie Fays Leben übernehmen will – womit einiges vorweggenommen wird und die kommenden, einführenden Minuten eher dezent langweilen, weil man eigentlich wissen will, was es mit der Stimme auf sich hat, statt etwas über Fays Teenie-Alltag und die Untreue der Mutter zu erfahren.
    Ein Fehler, den der Film gleich mehrfach macht. Nachdem nach einiger Zeit klar ist, woher der Hase läuft, erwartet man als Zuschauer eigentlich, dass sich das Tempo steigert, es Grusel und Schockmomente gibt. Stattdessen tritt der Film auf die Bremse, verzettelt sich in Nebenschauplätzen und macht die immerhin hier und da mal aufkommende Bedrohlichkeit zunichte, die noch dazu auf altbekannten Genreklischees wie flackerndem Licht oder grundlos springenden Glasscheiben aufgebaut ist.

    Gegen diese Fehler der Inszenierung können die Schauspieler noch so gut anspielen, der Film vermag nicht zu fesseln. Dabei macht Sophie Turner (Sansa Stark aus Game of Thrones) ihre Sache durchaus ordentlich und hat mit Rhys Ifans (Amazing Spider-Man), Claire Forlani (Rendezvous mit Joe Black), Jonathan Rhys Meyers (The Tudors) und Geraldine Chaplin (Doktor Schiwago) auch bekannte Mimen an ihrer Seite. Auch auf der Musikseite verbucht der Film durchaus Pluspunkte.

    Regisseurin und Drehbuchautorin Isabel Coixet (Elegy) muss sich allerdings ankreiden lassen, dass sie sich offenbar nicht ganz im Klaren war, was sie hier eigentlich abliefern wollte. Familiendrama, Coming of Age-Geschichte oder doch Teenie-Horror? Der Film versucht alles in einem abzuliefern überzeugt aber letztlich in keiner der Kategorien.

    Fazit

    Another Me ist ein Durchschnittsgrusler, der wohl am ehesten Jugendliche ansprechen wird, die noch keine große Genreerfahrung haben. Für Kenner mangelt es an Überraschungen und echten Schockmomenten, stattdessen gibt es viel Teenie-Gedöhns um erste Liebe und Stress mit den Eltern, was trotz der kurzen Laufzeit für einige Längen sorgt.

    Wertung


    Pro

    • prinzipiell interessante Grundidee
    • gut aufgelegtes Ensemble

    Contra

    • Inszenierung tritt immer wieder auf die Bremse
    • kleinere Plotlöcher
    • zu wenig Grusel, zu viel Drama

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 11.Jan.2015 3.526 x gelesen