• Werbung

  •  
    Anmelden

    Iron Man hat schon drei Solofilme auf dem Buckel, bei Captain America ist es im Frühjahr auch so weit, dazu noch die beiden Avengers-Zusammenkünfte. Es wird Zeit für frisches Heldenblut im Marvel-Universum und da ist mit Doctor Strange, Black Panther und Captain Marvel ja einiges geplant – den Auftakt macht aber der Ant-Man. Ist sein erster Auftritt gelungen?

    antman

    (c) Disney
    Regie: Peyton Reed
    Laufzeit: 112 Minuten
    ab 03.12.2015 im Handel
    Trailer ansehen / Bei Amazon bestellen

    Kleiner Mann, große Probleme
    Einbrecher Scott ist frisch aus dem Knast entlassen und geläutert, er will ein ehrliches Leben führen. Doch als Vorbestrafter ist es nicht leicht, wieder Fuß zu fassen und als ihm dann seine Ex-Frau auch noch droht, ihm das Besuchsrecht für seine Tochter zu entziehen, wenn er keinen Unterhalt zahlen kann, macht Scott auf einen anonymen Tipp hin doch wieder einen Bruch. Aber statt jeder Menge Kohle oder Schmuck findet er im Tresor des stinkreichen Ruheständlers Pym nur einen antiquierten Anzug – der ihn auf Fingernagelgröße verkleinern kann.
    Was Scott nicht ahnt: Pym hat den Einbruch inszeniert, um Scott zu rekrutieren. Nachdem er selbst zu alt geworden ist, um als Ant-Man die Welt sicherer zu machen, braucht er einen Nachfolger – und das dringender denn je, denn sein einstiger Protege Darren, der Pyms Firma übernommen hat, hat Pyms Schrumpf-Technologie kopiert und finstere Pläne.

    Coole Sprüche und den einen oder anderen Gag hatten auch die früheren Marvel-Filme. So konsequent auf Komödie war aber noch keiner ausgelegt. Nur konsequent war da die Verpflichtung von Paul Rudd, der bisher vor allem im Komödienfach unterwegs war – sich aber für seine Rolle einige Muckis antrainiert hat. Im Kern ist Ant-Man eine klassische Gangster-Komödie die in Stil und vor allem auch durch die Musik stellenweise beinahe an Ocean’s Eleven erinnert – nur eben noch überdrehter. Ziel ist es, Darren die Technologie zu stehlen, damit diese nicht in falsche Hände geraten kann. Scotts Team besteht dabei nicht nur aus drei ziemlich schrägen Ex-Knackis sowie Pym und dessen Tochter, sondern auch noch aus Ameisen, die er per Gedankenkontrolle steuern kann.

    So schafft es Ant-Man, nicht nur durch seine zum Teil überragenden Miniatur-Special-Effects aus der mittlerweile großen Masse an Superhelden-Filmen herauszustechen, sondern ist mit seiner humorigen Inszenierung, die vor allem Spaß machen will, ein echter Familienfilm. Ernste Töne gibt es so gut wie gar nicht und so bleibt man auch von dem manchmal nervigen Pathos der anderen Marvel-Filme weitgehend verschont.

    Schade nur, dass das erste Drittel des Films etwas bräsig geraten ist und zwischenzeitlich auch mal der eine oder andere Gag zum albernen Rohrkrepierer wird. Dazu verläuft Scotts Ausbildung zunächst in altbekannten Klischee-Bahnen. Das gelungene Finale kann das zwar ausbügeln, aber zum ganz großen Wurf reicht es so nicht mehr. Trotzdem kann man sich auf den nächsten Ant-Man-Auftritt freuen: Er bringt eine frische Leichtigkeit ins Avengers-Universum.

    Fazit

    Mit einem etwas schwungvolleren Einstieg und zwischendurch etwas treffsichereren Gags hätte Ant-Man ein ganz großer Wurf werden können. Aber auch so ist es noch ein erfrischend lockerer Superheldenfilm, der sich nicht ernst nimmt und vor allem in der zweiten Hälfte viel Spaß macht.

    Wertung


    Pro

    • überragende Miniatur-Tricktechnik
    • sehr spaßiger Mix aus Gangster-Komödie und Superhelden-Spaß
    • sehr sympathische Hauptfiguren

    Contra

    • kommt am Anfang nur sehr langsam in Fahrt
    • Ausbildung kommt einem recht bekannt vor
    • zwischendurch einige Rohrkrepierer unter den Gags

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema , , , ,

    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 30.Nov.2015 3.378 x gelesen