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    Dystopien sind noch immer in Mode und nicht selten sind es Konzerne, die in den Zukunftsvisionen die Macht an sich gerissen und die Demokratie ausgehöhlt haben. Diese Grundprämisse liegt auch Ares zugrunde, dieser Film versetzt uns ins Paris der nahen Zukunft und nimmt dabei das interessante Thema „Legalisierung von Doping“ in den Fokus.

    (c) Tiberius Film
    Laufzeit: 77 Minuten
    ab 02.01.2018 im Handel
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    Doping als Werbung
    Im Paris des Jahres 2035 herrschen die Konzerne, während Millionen Arbeitslose vor sich hin vegetieren. Trotzdem sind experimentelle Medikamente für den Menschen ein Milliardengeschäft geworden und damit ganz offen gedopte Arenakämpfer dienen den Konzernen als Werbeträger.
    Der abgehalfterte Kämpfer Ares hat seine besten Zeiten eigentlich hinter sich und hält sich nur mit Mühe über Wasser. Dann macht ihm aber ein Konzern ein hoch dotiertes Angebot: Er soll deren neues Dope im Kampf einsetzen und damit Überraschungssiege landen – die ideale Werbefigur. Ares lehnt zunächst ab, das gesundheitliche Risiko erscheint ihm zu hoch. Als aber seine Schwester unter fadenscheinigen Gründen wegen illegalen Waffenbesitzes verhaftet wird, muss Ares seine Meinung ändern, um durch den Kampf das Schmiergeld zusammenzubekommen, mit dem er seine Schwester freibekommen kann.

    Ares präsentiert uns eine dreckige, düstere Welt, was umso drastischer rüberkommt, als Paris ja eigentlich als eine der schönsten Städte der Welt gilt – wobei die Vororte da meist ausgeblendet werden. Viel verändert hat sich in der Stadt indes nicht, man sieht meist Autos unserer Tage, die Hauptfiguren fahren kurioserweise deutlich ältere Modelle und abgesehen von großen Videowänden u.a. am Eiffelturm hat sich die Stadt nur insofern verändert, dass weite Teile heruntergekommen und zugemüllt sind. Das liegt wohl eher am Budget des Films als an mangelnder Fantasie der Production Designer, doch schon mit diesen beschränkten Mitteln gelingt es ihnen, die düstere Atmosphäre gut einzufangen.

    Während die Schwester von Ares sich für Bürgerrechte einsetzt und seine Nichte sogar öffentlich gegen die Konzerne demonstriert, ist Ares selbst ein desillusionierter Opportunist, der sich mit seinem Leben als abgehalfterter Kämpfer abgefunden und mit dem System arrangiert hat. Ola Rapace (Ex-Mann von Noomi Rapace) spielt die Hauptfigur mit meist grimmiger Mimik aber durchaus eindringlich. Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine Thriller-Handlung, in der Ares versucht, seine Schwester zu retten, während der Konzern ihn nur ausbeuten will. Dabei gibt es einige harte Actionszenen zu bewundern, die zum Teil an der Grenze zur 18er-Freigabe schrammen. Der Film bleibt dabei seiner düsteren Linie kompromisslos treu, was ja viele französische Genrebeiträge auszeichnet.

    Für das offensichtlich schmale Budget ist das ganze gut umgesetzt, auch wenn es Regisseur Jean-Patrick Benes bei seinem Spielfilm-Debüt zeitweilig mit den Farbfiltern etwas übertreibt. Dafür erzählt er seine Geschichte ohne Längen und kaschiert die magere Ausstattung meist recht geschickt. Der auf dem Cover prangende Vergleich mit Blade Runner ist dann aber filmisch wie inhaltlich doch etwas zu hoch gegriffen.

    Magere Ausstattung ist leider auch bei der Blu-Ray Programm, die außer dem Trailer keinerlei Extras anbietet.

    Fazit

    Ares hatte zwar offensichtlich ein schmales Budget, holt aber eine Menge raus. Die Dystopie überzeugt mit düsterer Atmosphäre, harten Actionszenen und einer zwar einfach gestrickten, aber packenden Handlung.

    Wertung


    Pro

    • düstere Atmosphäre wird gut eingefangen
    • einfach gestrickte, aber dennoch interessante Geschichte
    • gut gefilmte, harte Actionszenen

    Contra

    • Weltentwurf eher Nebensache (wohl wegen geringem Budget) und unausgegoren

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 31.Dez.2017 769 x gelesen