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    Pixar ist die Erfolgsgeschichte im Animationsfilm-Geschäft. Im Jahresrhythmus produzierten sie einen Hit nach dem anderen, selbst wenn der Film nicht ganz das übliche Niveau erreichte (wie z.B. bei Cars 2), spielte man noch locker über 500 Mio $ ein und ließ manchen Konkurrenten vor Neid erblassen. So war es recht überraschend, dass 2014 kein Pixar-Film erschien. „The Good Dinosaur“ wurde verschoben, der Regisseur ausgetauscht, hierzulande der Titel in Arlo & Spot geändert. Es half nichts, mit „nur“ 321 Mio $ Einspielergebnis ist der Film der schwächste Pixar-Film bis heute. Fiel er mit Recht an den Kinokassen durch?

    arlospot_cover

    (c) Disney
    Regie: Peter Sohn
    Laufzeit: 90 Minuten
    ab 31.03.2016 im Handel
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    Dino-Bauerssohn mit Angstattacken
    In der Welt dieses Films ist der Komet vor 65 Millionen Jahren an der Erde vorbeigeflogen und so herrschen die Dinosaurier auch Millionen Jahre später noch über die Erde, haben den Ackerbau und die Viehwirtschaft und nicht zuletzt die Sprache entwickelt.
    Arlo wächst als kleinstes von drei Geschwistern auf einer Farm auf und ist von Geburt an eher ängstlich. Als sein Vater ihm die Aufgabe überträgt, einen Schädling auszuschalten, der regelmäßig das Kornsilo der Dinos plündert, entpuppt sich dieser als kleiner Urzeit-Menschenjunge – und selbst der macht Arlo noch Angst. Auf der Jagd nach dem Jungen fallen beide in einen Fluss und kommen erst viele Meilen flussabwärts wieder zu sich. Ganz auf sich gestellt, muss Arlo den Weg nach Hause finden und seine Ängste überwinden – aber der Menschenjunge, dem Arlo den Namen Spot gibt, bleibt an seiner Seite.

    Man kann es vorwegnehmen: Arlo & Spot ist ein netter Animationsfilm, aber gemessen an den Standards, die Pixar selbst gesetzt hat, kein Meisterwerk. Das fängt schon bei der Optik an. Staunt man in den ersten Sekunden noch über die fast fotorealistische Natur und vor allem das unglaublich echt aussehende Wasser, runzelt man beim Auftauchen des ersten tapsigen, stupsnasigen Knuddel-Dinosauriers die Stirn. Irgendwie passen die Optik der Figuren und die Umgebung stilistisch nicht recht zusammen, das zieht sich durch den ganzen Film, auch wenn es mit der Zeit nicht weiter auffällt.
    Seltsam mutet auch an, dass die Dinosaurier vermenschlicht, der Menschenjunge aber „verhundet“ wurde. Das geht sogar so weit, dass er eine Spürnase hat, was irgendwie befremdlich wirkt.

    Die Story ist auch nicht unbedingt bemerkenswert. Es wird zu Beginn derart auf Arlos Ängstlichkeit herumgeritten, dass sich wirklich jeder denken kann, wie die Geschichte wohl ausgehen wird. Der Verlauf ist dann auch in weiten Teilen vorhersehbar, Überraschungen gibt es nur wenige. Auf der Heimreise treffen Arlo und Spot verschiedene andere Tiere, dies wirkt aber oft eher episodenhaft und unzusammenhängend. Insbesondere die Szene mit dem Triceratops hat keinerlei Anschluss an die anderen Episoden und dient eigentlich nur dazu, Spot seinen Namen zu verpassen. Vor allem aber fehlt der Geschichte die sonst Pixar-typische Mixtur aus Humor, Spannung und Gefühl, die für jeden in der Familie etwas bietet. Erst ganz zum Schluss spielen die Macher gekonnt auf der Emotions-Klaviatur, richtige Lacher sind hingegen selten und insgesamt richtet sich dieser Film vor allem an die jüngeren Kinder.

    Wer wert auf Extras legt, sollte auf die Blu-Ray zurückgreifen. Die DVD bietet nur den netten Kurzfilm „Veejays Superheros“ und die Möglichkeit, den Hauptfilm mit Kommentar zu hören. Interviews, Making-ofs und entfallene Szenen gibt es nur auf der Blu-Ray.

    Fazit

    Sicherlich gibt es schlechtere Animationsfilme, aber Pixar muss sich an seinen eigenen Maßstäben messen lassen. Und abgesehen von Cars 2 sind wirklich alle anderen Filme des Studios besser als diese inhaltlich wie optisch nicht immer stimmig wirkende Coming-of-Age-Geschichte mit Dinosauriern.

    Wertung


    Pro

    • fotorealistische Darstellung der Umgebung
    • tolle Musik
    • ein paar nette Gags

    Contra

    • Umgebungsoptik und Figuren passen nicht zusammen
    • Geschichte altbekannt und vorhersehbar

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 30.Mrz.2016 1.001 x gelesen