• Werbung

  •  
    Anmelden

    Videospiel-Verfilmungen haben nicht den besten Ruf, auch wenn es Ausnahmen gibt. 2010 brachte Ubisoft mit der Umsetzung ihrer Prince of Persia-Franchise immerhin 336 Mio $ in die Kinokassen. Nun sollte die CashCow Assassin’s Creed an den Erfolg anknüpfen. Diesmal reichte es aber – trotz der weit größeren Fanbase (von der Spielereihe wurden mehr als 70 Millionen Exemplare verkauft) – nur zu 240 Mio. Kein Desaster, aber sicher nicht der Erfolg, den man sich erhofft hat. Ist der Film auch inhaltlich enttäuschend?

    assassinscreed

    (c) 20th Century Fox
    Laufzeit: 111 Minuten
    ab 11.05.2017 im Handel
    Bei Amazon bestellen

    Genetische Erinnerungen
    Seit Ewigkeiten versucht der Templer-Orden den Apfel von Eden zu finden, der den Keim zum freien Willen der Menschheit enthalten soll. Mit ihn in den Händen erhofft sich der Orden absolute Macht. Um das zu verhindern, ist den Assassinen jedes Mittel recht. Ihr Kredo (engl. Creed) lautet, dass ihr eigenes Leben nichts gilt und es für sie keine Regeln gibt, solange es nur dem Schutz des Artefaktes dient.
    Callum Lynch ist ein zum Tode verurteilter Mörder, der sich nach seiner Hinrichtung in den Laboren der Abstergo Foundation wiederfindet. Diese wollen mit Hilfe einer Anlage namens Animus an die Erinnerung von einem von Callums Vorfahren gelangen: Dem Assassinen Aguilar. Denn Abstergo gehört den Templern und Aguilar ist der letzte Assassine, der den Apfel gesehen haben soll. Mit dem Animus erlebt Callum die Erfahrungen seines Vorfahren hautnah – sie führen ihn ins Spanien des Jahres 1492.

    So weit die etwas verquere Prämisse des Films, der übrigens nicht direkt auf einem der Spiele basiert, weder die Hauptfigur noch die Epoche wurden in einem der diversen Ableger thematisiert. Das hat für Gamer den Vorteil, dass auch sie eine neue Geschichte erleben können.

    Herausgekommen ist eine Mischung aus Sci-Fi (Callum in der Jetzt-Zeit) und Sandalen-Action (Aguilar im 15. Jahrhundert), zwischen denen mehrfach hin und her geschaltet wird. Technisch ist das durchaus passabel umgesetzt und bietet Gamern einigen Wiedererkennungswert.

    Für das große Aber sorgen jedoch Drehbuch und Regie: Die unnötig komplizierte Geschichte verheddert sich immer wieder in Erklärungsversuchen, die an eklatanten Logikmängeln an anderer Stelle scheitern. So sehr sich Michael Fassbender und Marion Cotillard auch mühen, ihre Figuren bleiben blass und unglaubwürdig. Dass das ganze dann auch noch ohne einen Funken Humor erzählt wird, tut der ziemlich abstrusen Handlung auch nicht gut.

    Trailer zum Film ansehen

    Das wäre noch zu verschmerzen, wenn die Action sauber inszeniert wäre. Aber Regisseur Justin Kurzel, bislang nur durch die jüngste Macbeth-Verfilmung (ebenfalls mit Fassbender und Cotillard) bekannt, hat dafür kein Händchen. Immer wieder schwelgt er in langen Kamerafahrten über offensichtlich computergenerierte Schauplätze und schaltet dann bei Einsetzen der Action in hektische Schnitte um. Auch hier sticht der Einsatz von CGI stellenweise unnötig deutlich ins Auge, letztlich verfolgt man die Verfolgungsjagden aber ohnehin weitestgehend emotionslos, da man zu den Figuren keinerlei Verbindung aufbaut.

    Fazit

    Assassin's Creed verzettelt sich mit seiner unnötig komplizierten, unlogischen und komplett humorlosen Geschichte zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die Figuren bleiben blass, noch dazu ist auch die Action nicht wirklich packend inszeniert. Trotz opulenter Ausstattung und gut aufgelegter Darsteller reiht sich der Film damit unter den vielen enttäuschenden Spiele-Verfilmungen ein.

    Wertung


    Pro

    • opulente Ausstattung
    • gute Darsteller
    • interessantes Setting

    Contra

    • komplizierte Geschichte die sich unnötig ernst nimmt
    • einige Logikmängel
    • Einsatz von CGI sticht stellenweise stark ins Auge

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema ,

    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 5.Mai.2017 797 x gelesen