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Das Zombie-Genre boomt weiter. Beinahe wöchentlich erscheinen neue Filme, gern mit einem Untertitel versehen, der an die Erfolgsserie „The Walking Dead“ angelehnt ist, und wenn gerade kein neuer zur Hand ist, nimmt man eben einen älteren. So geschehen beim vorliegenden „Attack of the Undead“, der hierzulande ursprünglich mal „The Walking Death“ heißen sollte. Da ist den Marketing-Leuten wohl noch rechtzeitig aufgefallen, dass das nahe am Gipfel der Einfallslosigkeit gewesen wäre. Im Original heißt er „State of Emergency“ und stammt aus dem Jahr 2011.

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(c) Tiberius Film
Regie: Turner Clay
Laufzeit: 86 Minuten
ab 08.05.2014 im Handel
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Zombies rund ums Lagerhaus
Nach einer Explosion in einer alten Chemiefabrik, tritt eine Gaswolke aus, die viele Menschen zu wütenden Bestien macht. Der junge Jim flüchtet sich in einen Stall und wartet auf Hilfe. Tatsächlich klingelt das Telefon und er bekommt Kontakt zu einer kleinen Gruppe, die sich in einem nahen Lagerhaus verbarrikadiert hat. Jim gelingt es, sich zu dem Trio durchzuschlagen. Gemeinsam warten sie darauf, dass die US-Armee, die die gegend nach Überlebenden absucht, zu ihnen vorstößt. Doch Probleme zwingen sie, ihren sicheren Unterschlupf zu verlassen.

Attack of the Undead geht gleich in die Vollen und lässt uns das Quartett in einer Notsituation erleben, auf deren Höhepunkt dann abgebrochen und in die Vergangenheit vier Tage zuvor geblendet wird. Damit weckt der Film zwar sofort Interesse, dramaturgisch ist der Beginn allerdings unklug gewählt, denn so ist klar, dass die vier solange überleben, bis die Erzählung wieder beim Anfang anlangt.

Dass ist jedoch insofern nicht so schlimm, als der Film nicht primär auf blutige Begegnungen mit Zombies setzt, diese lassen sich an einer Hand abzählen. Stattdessen geht es eher um das Zusammenspiel der vier Hauptfiguren, ihre sozialen Probleme, ihre Trauer und ihre Hoffnungen. Allerdings kann der Film was das angeht nie an das TV-Serien-Vorbild heranreichen, dazu bleiben die Figuren zu flach, erfährt man zu wenig über ihre Vergangenheit. Nicht zuletzt sind 90 Minuten auch einfach zu kurz, um so eine enge Bindung zum Zuschauer aufzubauen, wie The Walking Dead das über mehrere Staffeln getan hat.

Die Inszenierung des Films ist indes routiniert. Die Schauspieler sind gut, die Kameraarbeit ordentlich, es kommt auch hinreichend Atmosphäre und Spannung auf. Einzig bei den Effekten hapert es manchmal, Blut ist beispielsweise häufig allzu offensichtlich per CGI einkopiert.

Fazit

Attack of the Undead ist ein Zombiefilm, der weniger auf blutige Action als auf Dramatik und Atmosphäre setzt. Alles ist solide gespielt und gefilmt, dennoch muss man dem Streifen vorhalten, dass er nichts Neues zu bieten hat und nur bekannte Genre-Klischees neu mixt. Wer unbedingt noch einen Zombiefilm sehen will und dabei nicht jede Menge Splatter erwartet, macht hier nichts falsch. Neue Ideen sollte man aber nicht erwarten.

Wertung


Pro

  • glaubwürdige Figuren mit Identifikationspotential
  • atmosphärisch

Contra

  • Figuren bleiben flach
  • keine neuen Ideen nur altbekannte Klischees
  • Effekte eher mau
Kategorien: Filme, Horror
von Jörg Benne 7.Mai.2014 1.128 x gelesen

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