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Aktuell ist das Thema künstliche Intelligenz in Hollywood besonders hipp, man denke an Transcendence, Chappie oder das kommende Ex Machina. Eine kleine, spanisch-bulgarische B-Movie Produktion hat sich mit Automata ebenfalls des Themas angenommen.

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(c) EuroVideo
Laufzeit: 106 Minuten
ab 28.04.2015 im Handel
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Wir brauchen die Roboter, aber sie auch uns?
Im Jahr 2044 ist die Erde durch starke Sonneneruptionen verstrahlt. Die auf 21 Millionen geschrumpfte Menschheit vegetiert in wenigen Städten vor sich hin, Roboter erledigen gefährliche Außenarbeiten.
Jacq Vaucan arbeitet bei der Firma Roc, die diese Roboter herstellt und wartet. Nachdem ein Polizist einen Roboter erschossen hat, der sich selbst repariert haben soll, muss Jacq herausfinden, was mit dem Roboter los war, und wer ihn so verändert hat, dass er sich selbst reparieren konnte. Als er herausfindet, dass es weitere Roboter wie diesen gibt, wird er von der Firmenleitung unter Druck gesetzt.

1942 formulierte SF-Autor Isaac Asimov die sogenannten Robotergesetze. Seither haben sich schon einige Filme darauf berufen und auch die beiden Protokolle, die in Automata das Verhalten der Roboter definieren, sind eindeutig davon abgeleitet. Insgesamt muss man sagen, dass Automata zwar den einen oder anderen interessanten Gedankengang über KI, Bewusstsein, das Leben und den Tod verfolgt, aber nur wenig Neues zum Thema beizutragen hat. Dennoch sind vor allem die Szenen mit Jacq und den Robotern stilsicher inszeniert.

Das Problem des Films ist indes die Neo-Noir-Rahmenhandlung, in die all das eingebettet ist. Diese erweist sich als konfus und langatmig und kostet den Film eine Menge Punkte. Es gelingt weder eine stimmig wirkende Zukunftsvision zu entwerfen, noch eine Dramaturgie zu schaffen, die uns mit anderen Figuren als mit der von Jacq mitfiebern lässt. Gerade im zweiten Teil handeln viele Personen nicht nachvollziehbar.

Regisseur Gabe Ibáñez präsentiert das ganze aber in einer sehenswerten Optik, die an eine Mischung aus Blade Runner und Mad Max erinnert und mit ihren blassen Farben die Trostlosigkeit der Zukunftsvision unterstreicht. Für das geringe Budget bemerkenswert gut gelungen sind auch die Special-Effects. Die auf dem Papier durchaus beeindruckende Besetzungsliste hätte man sich hingegen schenken können – abgesehen von Antonio Banderas, der zu Hochform aufläuft. Die durch Botox beinahe selbst mit Roboter-Mimik ausgestattete Melanie Griffith und Dylan McDermott haben indes recht kleine Rollen, die sie kaum fordern, einzig Robert Forster darf in seinem Part noch etwas Tiefe vermitteln.

Insgesamt richtet sich Automata an Fans von eher philosophischer Science-Fiction. Wer Action oder Spannung erwartet ist indes hier falsch, weil die maue Rahmenhandlung leider nicht mit der gelungenen Inszenierung mithalten kann.

Fazit

Automata bietet Antonio Banderas in Hochform, dazu manch interessante Gedankengänge und beeindruckende Bilder – wandelt aber auf altbekannten Pfaden, hat eine öde Thriller-Story als Rahmenhandlung und dazu noch erhebliche Längen. Deshalb reicht es trotz vieler guter Ansätze nur zu Durchschnitt.

Wertung


Pro

  • Antonio Banderas in Hochform
  • gelungene Inszenierung
  • einige interessante Gedanken

Contra

  • Rahmenhandlung spannungsarm und konfus
  • einige Längen
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Kategorien: Filme, Science-Fiction
von Jörg Benne 16.Apr.2015 1.374 x gelesen