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    Mit „The Avengers“ vereinte Marvel die Superhelden aus den Einzelfilmen und servierte uns zum Abschluss von „Phase 1“ ein Popcorn-Kinospektakel wie es sein soll. Funktioniert dieses Rezept auch beim zweiten Mal noch?

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    (c) Disney
    Regie: Joss Whedon
    Laufzeit: 141 Minuten
    ab 24.09.2015 im Handel
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    Kampf gegen die Uneinigkeit
    Nach dem Untergang von SHIELD arbeiten die Avengers unter der Leitung von Captain America als selbständige Einheit und jagen weiter den Schergen von Hydra nach. Zu Beginn sind sie auf der Suche nach Lokis Zepter, dass der Hydra-Baron Strucker an sich gebracht hat. Tatsächlich gelingt es ihnen, das Artefakt am sich zu bringen und die Welt scheint wieder ein wenig sicherer.
    Aber Tony Stark entscheidet auf eigene Faust, die in dem Zepter enthaltene künstliche Intelligenz in sein Projekt Ultron einzubauen, mit dem er die Erde sicherer machen will. Das erweist sich als schwerer Fehler, denn Ultron hat ganz eigene Ansichten davon, wie man die Welt sicherer machen kann – und die Avengers sind seiner Meinung nach der größte Unsicherheitsfaktor.
    Im Kampf gegen Ultron müssen sich die wegen Starks Alleingang zerstrittenen Avengers wieder zusammenraufen und bekommen es neben unzähligen Robotern auch noch mit den Maximoff-Zwillingen Quicksilver und Scarlet Witch zu tun, die mit den Avengers eine Rechnung offen haben.

    Marvel fährt all seine Geschütze auf und lässt gleich zu Beginn die ganze Heldenriege im Kampf gegen Hydra auftreten. Wenn Iron Man, Thor, Captain America, Black Widow und Hawkeye gleichberechtigt auf der Leinwand agieren, bleibt für den einzelnen natürlich wenig Screentime übrig. Für die Co-Stars aus den Einzelfilmen sieht es da noch düsterer aus. War Machine und Nick Fury haben immerhin Kurzauftritte, Falcon und Heimdall dürfen hingegen jeweils ganze zwei Sätze von sich geben und auf Pepper Potts hat man lieber gleich ganz verzichtet.

    Da die Maximoffs auch noch Screentime beanspruchen, muss man dem Film dann auch vorwerfen, etwas überfrachtet daherzukommen. Trotz 140 Minuten Laufzeit wird vieles im Off abgehandelt, etwa wenn Thor nach einer Lösung sucht und kurz darauf mit dieser zurückkommt, ohne dass wir gesehen hätten, wie er sie gefunden hat. Und auch die dramatische Note, die man im zweiten Akt bei fast jedem der Charaktere einzubauen versucht, kann sich angesichts des eng gestrickten Plots nur hier und da (z.B. Hulk) halbwegs entfalten. Captain America z.B. bleibt in diesem Film sehr blass und wird auf moralisches Geblubber von Pflichtgefühl reduziert. Leider spielen die aufkommenden Probleme innerhalb der Gruppe auch nicht die große Rolle, wie man vermuten könnte, das wollte man sich wohl für Captain America 3 aufheben.

    Dazu kommt, dass einem doch vieles irgendwie altbekannt erscheint. Zwar hat man glücklicherweise nicht schon wieder Loki als Bösewicht auftreten lassen, aber letztlich hat man doch wieder einen große Reden schwingenden und nach Herrschaft gierenden Obermotz, der die Welt zerstören will und den die Truppe nur zusammen erledigen kann. Aus dem Thema künstliche Intelligenz macht der Film jedenfalls herzlich wenig.
    Insbesondere beim Finale hat man dann auch oft den Eindruck, eine Wiederholung des ersten Teils zu sehen, nur diesmal gegen Roboter in einer Stadt in Osteuropa statt gegen Aliens in New York.

    So sind es dann vor allem die Schauwerte, die (auch nicht immer) sitzenden Pointen und die Action, die den Film kurzweilig halten. Trotzdem: Die Vorfreude auf den auf zwei Teile ausgelegten Infinity War der Avengers ist beileibe nicht so groß, wie noch nach Teil 1.

    Fazit

    Zu viele Helden verderben den Brei hier zwar nicht, sorgen aber doch für einen etwas überfrachtet wirkenden Film, der besonders im zweiten Akt seine Hänger hat. Bombastische Action und der eine oder andere coole Spruch sorgen trotzdem für unterhaltsame Kurzweil, aber anders als der erste Avengers Film ist dieser nicht mehr der Höhepunkt seiner Phase.

    Wertung


    Pro

    • überragende Tricktechnik
    • geballte, fast pausenlose Action

    Contra

    • überfrachteter, altbekannter „Rettet die Welt“-Plot
    • Probleme der Gruppe zu schnell gelöst
    • nicht alle Pointen sitzen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 18.Sep.2015 3.180 x gelesen