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Ich kann mich noch gut an meinen Urlaub in Kanada erinnern und das mulmige Gefühl das ich auf den Trails hatte, nachdem Schilder auf dem Parkplatz eindringlich vor Bären warnten und Verhaltenstipps gaben. Wer ähnliche Sorgen hegt und einen Trekking-Trip in die Wildnis plant, sollte sich besser nicht vorher „Backcountry“ ansehen.

backcountry

(c) Pandastorm
Regie: Adam MacDonald
Laufzeit: 91 Minuten
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Allein in der Wildnis
Alex ist Naturbursche und will seiner Lebensgefährtin, der Anwältin Jenn, die kanadische Wildnis zeigen. Deshalb brechen beide zu einem Camping-Trip auf. Alex hat sich dabei bewusst für einen späten Termin in der Saison entschieden, sodass nur wenige andere Leute unterwegs sind.
Was romantisch beginnt, wird bald zum Horrortrip. Erst macht ihnen ein seltsamer Typ Angst, dann stoßen sie auf Spuren eines Bären und schließlich verirren sie sich auch noch. Ein Kampf ums Überleben beginnt.

Mensch gegen Natur, der nackte Kampf ums Überleben, das ist nun wirklich nicht zum ersten Mal Thema eines Films. Aber anders als das Cover mit dem Bär vermuten lässt, bekommen wir es hier nicht mit Tier-Horror wie im kürzlich veröffentlichten „Red Machine“ zu tun. Stattdessen erinnert der Film mehr an „127 Hours“ oder „All is Lost“, nur ist hier eben stand Wüste bzw. Meer die Wildnis Kanadas der Feind und der Bär ein Teil davon.

An die beiden genannten Kinofilme kommt „Backcountry“ zwar nicht heran, das liegt aber nicht an den bescheidenen Mitteln, mit denen der Indie-Film gedreht wurde. Die Schauspieler machen ihre Sache gut (vor allem Missy Peregrym (Heroes) als Jenn), die Ambivalenz zwischen Schönheit und Bedrohlichkeit der Natur wird mit guten Bildern eingefangen und auch die Tier-Szenen sind professionell gemacht. Einzig bei der Kameraarbeit gibt es leichte Abzüge, hier wird allzu oft mit Unschärfe gearbeitet, um die Verwirrung der Figuren darzustellen, was auf die Dauer etwas nervt.

Was dem Film letztlich fehlt, ist die Substanz der Geschichte. Nicht umsonst wird der Ablauf um den zwielichtigen Brad erweitert, der dem Paar am ersten Abend über den Weg läuft – ohne diese Episode hätte es Backcountry wohl nur knapp über 70 Minuten geschafft. So lernt man die Figuren eine Weile kennen ehe die Spannungsschraube leicht angezogen wird. Es folgt die Katastrophe mit einigen Szenen die beim Zuschauen (im positiven Sinne) wirklich „weh tun“ – aber dann geht dem Film sehr schnell die Puste aus und das Ende kommt etwas abrupt und auch nicht eben ausführlich daher. Mit einer etwas längeren Ausgestaltung des dramatischen Überlebenskampfes, weiteren Höhepunkten oder Wendungen, hätte man beim Zuschauer noch mehr erreichen können.

Fazit

Backcountry ist ein grundsolides Survival-Abenteuer, dem man seine Indie-Wurzeln nur selten ansieht. Leider geht dem letzten Akt allzu schnell die Puste aus, da wäre mit ein paar mehr Höhepunkten und Wendungen deutlich mehr drin gewesen als der ordentliche Durchschnitt, den der Film so bietet.

Wertung


Pro

  • glaubwürdiger Überlebenskampf
  • trotz schmalem Budget gut umgesetzt
  • einige Szenen die wirklich „weh tun“

Contra

  • Story sehr dünn
  • dem letzten Akt fehlt es an Höhepunkten
  • recht abruptes Ende
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Kategorien: Filme, Horror
von Jörg Benne 7.Jul.2015 2.324 x gelesen