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    Das Marvel-Universum ist riesig und wird derzeit im Kino weidlich ausgeschlachtet. Nach den ganz großen Helden kommen mittlerweile auch hierzulande weniger bekannte mit einer Verfilmung zum Zuge. Zu denen gehört auch „Big Hero 6“, eine Serie um den 14jährigen Hiro und seine Freunde, die in San Fransokyo für Recht und Ordnung sorgen. Disney hat sicher der Umsetzung in Form eines Animationsfilms angenommen.

    baymax_cover

    (c) Disney
    Regie: Don Hall, Chris Williams
    Laufzeit: 98 Minuten
    ab 11. Juni im Handel
    Trailer ansehen / Bei Amazon bestellen

    Gesundheitsapostel wird Superheld
    Der 14jährige Hiro ist hochintelligent und hat schon einen Schulabschluss, weiß aber mit seinem Talent wenig anzufangen. Erst als ihn sein älterer Bruder Tadashi zur Robotic-Fakultät seiner Uni mitnimmt, beschließt Hiro dort anzufangen und entwickelt als Bewerbung Microbots. Doch ein Unglück ändert alles, Tadashi kommt ums Leben.
    Einige Zeit später stoßen Hiro und der eigentlich als Gesundheitsberater gedachte, tollpatschige Roboter Baymax auf ein Geheimnis rund um die Microbots und finden heraus, dass ein Superschurke damit San Fransokyo bedroht. Gemeinsam mit Tadashis Freunden, denen Hiro Superhelden-Anzüge verpasst, nehmen sie als Big Hero 6 (so der Originaltitel des Films) den Kampf gegen ihn auf.

    Auf dem Papier haben wir hier eine ganz klassische Origin-Story einer Superhelden-Gang. Wir erfahren, wer die sechs waren, was sich geändert hat und wie sie zu Superhelden wurden. Allerdings hat Disney sich entschieden, Hiro und Baymax und ihre Beziehung zueinander klar in den Vordergrund zu rücken, weshalb der deutsche Titel „Baymax“ nur folgerichtig ist – auf den kindischen Untertitel „Riesiges Robowabohu“ hätte man allerdings lieber verzichtet, denn so kindisch wie der Titel klingt, ist Baymax nicht. Die Verlust-Erfahrung von Hiro steht im ersten Drittel klar im Vordergrund, erst im weiteren Verlauf nimmt die Story dann eie Superhelden-typische Fahrt auf. Aber auch dann bleibt das Duo Hiro/Baymax stets tonangebend und der Fokus liegt auf der Entwicklung von Hiros Charakter, während die anderen Mitglieder der Gruppe als Sidekicks ein paar Ideen und Gags beisteuern dürfen und erst im Endkampf zu Hochform auflaufen.

    Sollte jemand doch die Comicvorlage kennen und schätzen, muss er sich auf einige Änderungen einstellen. Passend zum Familienpublikum hat Disney z.B. Baymax eine Knuddeloptik verpasst und aus Honey Lemon, im Comic meist sexy in einem knappen Top unterwegs, wurde ein überdrehtes Nerd-Girl. Was Fans vielleicht sauer aufstößt, ist für den Ton des Films nur folgerichtig und Baymax muss man wirklich herausheben. Mit ihm ist den Zeichnern ein weiterer herausragender Sympathieträger gelungen, schon erstaunlich was man aus zwei Löchern und einem Strich an Mimik zaubern kann. Er und die wirklich überzeugende Optik lassen auch darüber hinwegsehen, dass viele der übrigen Figuren eher blass bleiben.

    Letzen Endes ist ein gelungener Animationsfilm herausgekommen, der Komik, Action aber auch anrührende Szenen bietet, ganz wie man es von Disney gewohnt ist. Dass der eigentliche Superschurken-Plot nicht gerade einfallsreich daherkommt, kann man da verschmerzen. Man wird gut unterhalten – an Pixars „Die Unglaublichen“ kann der Film allerdings nicht ganz heranreichen, wenngleich man optisch dem schön älteren Superhelden-Family-Werk natürlich weit voraus ist.

    Nicht vergessen zu erwähnen sollte man übrigens den auf der Blu-Ray enthaltenen Kurzfilm „Feast“. Ein wunderschönes Kleinod, vor allem für Hunde-Freunde.

    Fazit

    Baymax ist Superhelden-Familienkino, dass mit Verlust und Trauer auch ernste Themen besetzt, aber vor allem mit dem knuddeligen Titelhelden zu punkten weiß. Die anderen Figuren und der eher einfallslose Superschurkenplot können da leider nicht ganz mithalten, aber man wird dennoch 100 Minuten gut unterhalten.

    Wertung


    Pro

    • knuddelige Hauptfigur zum Liebhaben
    • großartige Umgebungsoptik
    • einige anrührende Szenen
    • Kurzfilm „Feast“

    Contra

    • Rest der Gruppe nur mit kleinen Rollen
    • Superschurken-Story wenig einfallsreich

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 7.Jun.2015 3.495 x gelesen