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Von Hideki Kamiya (Devil May Cry) kam Ende 2009 ein neues 3rd-Person-Hack&Slay für Spielkonsolen, dessen Story sich um die Hexe Bayonetta drehte, die sich mit Engeln herumschlägt und dabei sowohl auf vier Pistolen als auch auf Schwerter und Kettensägen setzt. Die eher krude Geschichte wurde nun zu einem Anime verfilmt, der sich zumindest vage an die Story des Videospiels anlehnt.

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(c) Universum Film
Regie: Fuminori Kizaki
Laufzeit: 87 Minuten
ab 28.11.2014 im Handel
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Von Engeln und Weisen
Seit Ewigkeiten wachen die Umbra-Hexen und die Lumen Weisen über das Gleichgewicht von Schatten (Dämonen) und Licht (Engel). Doch die verbotene Liebe einer Hexe zu einem Weisen gebar vor 500 Jahren eine besondere Hexe, die eines der Augen der Welt ist. Kommt diese mit dem zweiten Auge der Welt zusammen, wird der Schöpfer Jubileus erscheinen, die bestehende Weltordnung hinwegfegen und eine neue und, nach Meinung der Engel, bessere Welt schaffen.
Ohne zu ahnen, was vor sich geht, gerät Bayonetta, eine mächtige Hexe, die ihre Erinnerungen verloren hat, in diesen Konflikt, als die Erweckung von Jubileus unmittelbar bevorsteht. (Trailer ansehen)

Die Story nicht wirklich durchschaut? Da sind wir auch gleich bei dem (bei Animes leider nicht seltenen) Hauptproblem des Films: Er richtet sich vor allem an Fans der Vorlage. Neulinge bekommen zwar von einem Erzähler zu Beginn die Zusammenhänge grob erklärt, so richtig erschließt sich die Geschichte um Hexen, Weise, den Schöpfer und die drei Welten der Dämonen, Hexen und uns Menschen nie – und im Grunde scheint das den Machern auch herzlich Wurst zu sein. Beispielsweise wird nie erklärt, warum manche Figuren hin und wieder durchscheinend sind und dann wieder nicht.

Der Film kümmert sich generell nicht wirklich um seine krude Story, stattdessen werden zig Gefechte gegen diverse Engels-Kreaturen aneinander gereiht und zwischendurch allenfalls das Nötigste erzählt, um neu auftauchende Figuren immerhin halbwegs in den Kontext einzuordnen. Das wäre zu verschmerzen, wenn die Kampfszenen wenigstens spannend wären, doch Bayonetta erledigt die Engel eigentlich immer im Vorbeigehen, egal ob nun ein Ober-Engel oder ein Dutzend kleine Engel sie angreifen, sie sind immer nur Kanonenfutter. Zur Not nutzt Bayonetta einfach ihre Spezialfähigkeit und webt aus ihrer Haarpracht einen Super-Dämon, der dann spätestens den Engel plättet. Wer wegen des Untertitels „Bloody Fate“ einen Slasher erwartet, wird ebenso enttäuscht, der Erotik-Faktor ist minimal und Humor kaum vorhanden. So verfolgt man das Geschehen zwangsläufig eher distanziert bis gelangweilt.

Wäre der Film wenigstens technisch auf hohem Niveau und würde die Aktionen der langbeinigen, vollbusigen Hexe als Augenschmaus ins Bild setzen, hätte es noch für Durchschnitt reichen können. Doch selbst was das angeht wird bestenfalls Mittelmaß geboten. Während die Hintergründe und Nahaufnahmen noch halbwegs zu überzeugen wissen, wirken die Animationen oft abgehackt und Bewegungen unnatürlich. Anime auf dem Niveau bekommt man auch in diversen TV-Serien geboten, von einer Kauf-DVD kann man da schon etwas mehr erwarten.

Fazit

Bayonetta hat außer den Kurven der namensgebenden Hauptfigur wenig zu bieten. Die krude Story erschließt sich allenfalls Kennern der Videospiel-Vorlage, die zig Kämpfe sind spannungsarm und wiederholen sich, und auch zeichnerisch bewegt sich der Film nur im Anime-Mittelmaß. Fans der Spielvorlage können einen Blick riskieren, Neueinsteiger werden enttäuscht.

Wertung


Pro

  • einige gut gezeichnete Hintergründe
  • ansehnliche Heldin

Contra

  • verwirrende Geschichte …
  • … die nicht richtig erzählt wird
  • sich wiederholende, spannungsarme Kämpfe
  • technisch nur Mittelmaß
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Kategorien: Fantasy, Filme
von Jörg Benne 28.Nov.2014 549 x gelesen

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