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    In Bedeviled dreht sich alles um eine Killerapp, die sich auf den Smartphones der Betroffenen einnistet und versucht, ihnen durch die Stimulierung ihrer Ängste das Leben zu nehmen. Wir haben uns angeschaut, ob diese eigentlich recht unverbrauchte Idee frischen Wind ins Horrorgenre bringt oder 0815-Kost bleibt.

    bedeviled_cover

    (c) Ascot Elite
    Laufzeit: 95 Minuten
    ab 24.03.2017 im Handel
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    Viel Rauch um Nichts
    Die Teenagerin Nikki stirbt trotz ihrer jungen Jahre an einem Herzinfarkt verursacht durch extreme Angst verstirbt. Auf der Suche nach Ursachen für ihren Tod geraten ihre Freunde an eine App mit dem Namen „MrBedevil“, zu deren Download sie das Smartphone ihrer eigentlich toten Freundin einlädt. Neugierig, wie die Gruppe ist, probieren allesamt die App aus. Schnell merken sie jedoch, dass die App nicht nur hilfreiche Infos wie Mathelösungen bietet, sondern auch sehr persönliche Dinge über den Anwender und seine tiefsten Ängste sammelt. Das Ziel der App ist es, die Teenager nach und nach mithilfe ihrer Ängste umzubringen.

    Dieses eigentlich interessante Setting wird durch die mangelhafte Umsetzung leider schnell langweilig. In der einen Szene spricht beispielsweise eine Jugendliche über ihre Angst vor einem Plüschteddybär, eine Szene später taucht dieser Bär mehr als ungruselig mit altbekanntem Jump-Scare Effekten auf. Gestützt werden die „Horror“-Momente durch eine clownähnliche Figur (MrBedevil), die trotz namensgebender Funktion, bis auf ein paar Sekunden jedoch keinen Platz oder eine Bedeutung im Film bekommt.

    Dies zieht sich durch den gesamten (!) Film, bis alle Teenager ihre Angst geäußert haben und einmal von der App erschrocken wurden. Ein paar Tode gibt es natürlich auch, diese sind aber auch nur angedeutet und weder vom Horror noch vom Gewaltfaktor ansatzweise gut umgesetzt. Das einzige, das mich bei Beveviled wirklich schockiert hat, ist die Tatsache, dass in den insgesamt 98 Minuten vorhersehbare Jump-Scare Momente das einzige Horrorelement sind, dass von den Regisseuren genutzt wird. Spätestens nach der Hälfte des Filmes setzten Langeweile und Müdigkeit an, da ich mir den weiteren Filmverlauf und die dünne Story mit lahmen Twists schon zusammenreimen konnte. Auch der Soundtrack ist absoluter Standard und versucht Spannung und Dramatik künstlich zu erzeugen, zündet jedoch durch die ansonsten schlechte Umsetzung der Szenen zu keinem Zeitpunkt. Die Schauspieler sind auch recht klischeehaft ausgewählt, versuchen jedoch trotzdem ihr Bestes, um den Szenen ein wenig Authentizität zu verleihen, durch das dünne Drehbuch scheitert dieser Versuch leider meistens. Einige Kamerafahrten und Blinkwinkel sind immerhin sehr kreativ und versuchen Spannung aufzubauen, werden dann aber immer von der bekannten Jump-Scare Problematik ruiniert.

    Fazit

    Bedeviled schafft es trotz anfänglich interessantem Setting in keinem Bereich zu überzeugen. Jumpscares als einziges Horrorelement machen die flache Story und Charaktere ohne Tiefgang auch nicht besser. Der Verlauf des Films ist total vorhersehbar und erstickt jede Spannung damit im Keim. Wer sich inhaltlich gruseln will und nicht nur über die schlechte Umsetzung des Films, sollte sich zwingend anderweitig umschauen.

    Wertung


    Pro

    • interessante Grundidee

    Contra

    • einziges Horrorelement bleibt der Jump-Scare
    • Setting trotz „moderner Idee“ schon sehr verbraucht
    • Szenen allesamt vorhersehbar
    • Charaktere ohne Tiefgang
    • Story kratzt lediglich an der Oberfläche

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Pascal Requardt 23.Mrz.2017 531 x gelesen