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    Günstig produzierte Horrorfilme haben sich in den letzten Jahren zu wahren CashCows für die Studios entwickelt. Selbst wenn die bestenfalls passabel sind, spielen sie oft das 10-20fache ihres geringen Budgets wieder ein. Before I Wake ist aber nicht nur billig produzierter Grusel von der Stange, sondern hat durchaus auch einen interessanten Subplot zu bieten.

    beforeiwake

    (c) Capelight Pictures
    Laufzeit: 97 Minuten
    ab 17.03.2017 im Handel
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    Wenn Kinder träumen
    Sean, der Sohn von Mark und Jessie, ist vor einiger Zeit in der Badewanne ertrunken. Das Paar wähnt sich über den Verlust hinweg und sie möchten als Pflegeeltern neu beginnen. Ihnen wird Cody zugewiesen, dessen Eltern tot sind und der bei den letzten Pflegestellen einiges mitgemacht hat.
    Mark und Jessie schließen den freundlichen Jungen sofort ins Herz, wundern sich aber, als sie bei ihm Koffeintabletten finden und feststellen, dass er versucht, nachts wachzubleiben. Als Cody doch der Schlaf übermannt, erkennen sie warum: Seine Träume erwachen zum Leben! Als er von Sean träumt, reißt das bei Jessie alte Wunden auf. Viel schlimmer sind aber die Albträume vom Kreuzmann, die Cody immer wieder träumt, denn die erweisen sich als tödliche Gefahr.

    Vordergründig ist Before I Wake ein Horrorfilm, der viele Versatzstücke benutzt, die man schon aus diversen anderen Genrebeiträgen kennt. Eine Gestalt z.B., die nur für den Zuschauer sichtbar hinter der Hauptfigur auftaucht und dann verschwindet, wenn der Protagonist sich umdreht oder das Monster eben, das den Jungen verfolgt. Natürlich gibt es den einen oder anderen Jumpscare, aber der Film setzt nicht in erster Linie darauf (auch wenn der Trailer einen das vielleicht glauben lässt).

    Denn im Kern geht es in dem Film um Verlusttraumata und wie schwer es ist, diese zu bewältigen. Dies dient dem Film nicht nur als Teil der Prämisse, als Vorwand für den Grusel, sondern ist eine weitere Schicht der Erzählung, sodass man durchaus von einem Horror-Drama sprechen kann. Das gilt vor allem für die Figur der Jessie, die einerseits Cody ins Herz schließen möchte, aber andererseits will, dass er mehr von ihrem verstorbenen Sohn träumt. Dabei hält der Film die Spannungskurve straff, sodass auch reine Gruselfans sich nicht langweilen werden. Einzig bei der Auflösung hat man es sich dann ein bisschen einfach gemacht.

    Das ganze ist auch gelungen in Szene gesetzt, auch wenn das eine oder andere Klischee bedient wird. Auch die Schauspieler machen ihre Sache gut. Cody-Darsteller Jacob Tremblay hat ja schon im Oscar-prämierten „Raum“ sein Können unter Beweis gestellt, vor allem Thomas Jane, sonst eher auf kernige Actionrollen abonniert, überrascht hier mit glaubwürdigem Spiel.

    Die Blu-Ray bietet ein rund 30minütiges Making-of, das allerdings im wesentlichen aus der wohl unvermeidlichen gegenseitigen Lobhudelei von Machern und Schauspielern besteht. Einzig die kurzen Interviewschnipsel mit dem Kinderdarsteller sind ganz nett.

    Fazit

    Before I Wake bietet mehr als oberflächlichen Grusel und sticht damit wohltuend aus dem Geistereinerlei heraus. Bei der Auflösung hat man es sich leider etwas zu einfach gemacht, aber ein sehenswertes Horror-Drama ist der Film allemal.

    Wertung


    Pro

    • interessante Traumprämisse
    • tiefgründiger Drama-Subplot
    • gute Darsteller
    • straffe Spannungskurve

    Contra

    • am Ende einige Ungereimtheiten

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 13.Mrz.2017 625 x gelesen