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    Zusammen mit Drehbuchautorin Melissa Mathison machte Steven Spielberg schon „E.T.“, dreißig Jahre später wurde das Duo für die Verfilmung von Roald Dahls (Charlie und die Schokoladenfabrik) Kinderbuch „Sophie und der Riese“ wieder vereint. Das Ergebnis blieb an den Kinokassen aber nicht nur weit hinter dem Megaerfolg E.T. zurück, „The BFG“ muss mit seinen 178 Mio $ Einspiel bei geschätzten 140 Mio $ Budget sogar als Flop bezeichnet werden. Wurde der Film an den Kinokassen zurecht gemieden?

    bfg

    (c) Constantin Film
    Laufzeit: 112 Minuten
    ab 01.12.2016 im Handel
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    Der kleine große Riese
    Sophie lebt in einem Waisenhaus und schläft schlecht. Eines nachts erspäht sie einen Riesen in den Straßen von London und wird von diesem ins Land der Riesen entführt, damit sie ihn nicht verrät. Ansonsten ist er aber freundlich zu ihr, weshalb sie ihn den „Big Friendly Giant“ oder kurz BFG nennt. Sie begleitet ihn auf seiner Jagd nach Träumen, die er dann in einem Labor zusammenmixt und des nachts zu den Menschen bringt.
    Doch Sophie ist in Gefahr, denn die anderen Riesen, die viel größer sind als BFG, fressen Kinder und schikanieren den Vegetarier BFG wegen seiner geringen Größe. Bald hat Sophie eine Idee, wie sie sich selbst retten und BFG gegen die bösen anderen Riesen helfen kann.

    Eigentlich ist BFG eine Steilvorlage für den Märchenerzähler Spielberg, der mit E.T. und Hook schon bewiesen hat, dass er solche Stoffe familientauglich inszenieren kann. Tatsächlich ist das Märchen für Kinder unter 12 Jahren sicher sehenswert, allerdings gelingt es Spielbergs Team nicht, ältere und vor allem erwachsene Zuschauer mit ins Boot zu holen. Zu gemütlich und naiv plätschert die oft beinahe langatmige Geschichte dahin, zu selten blitzt Humor auf, nur manchmal kommt so etwas wie Spannung auf. So magisch die komplett aus dem Computer stammende Welt auch aussehen mag, sie versprüht nicht den Zauber, den Spielberg ihr – oft geradezu mit Gewalt – durch lange Kamerafahrten zu entlocken versucht. Selbst der Musik von Maestro John Williams gelingt es nicht, diesen Zauber zu entfachen, im Gegenteil wirkt sie in machen Szenen geradezu aufdringlich statt untermalend.

    Nicht zuletzt fehlt es auch wegen der zu blassen Hauptdarstellerin an einer Bindung zur Hauptfigur. Ganz anders beim Riesen BFG, dessen Mimik hervorragend animiert ist und dessen gütige Augen mich an Robin Williams erinnerten. Seine Sprachfehler mögen in Buchform witzig sein, kommen aber im Film (vielleicht auch wegen der Übersetzung) nur bedingt lustig rüber.

    So hatten meine Kinder zwar hier und da ihren Spaß (ich hab sie aber auch schon herzlicher lachen hören), während meine Frau und ich relativ gelangweilt zuschauten und nur ab und an mal was zu schmunzeln hatten. Insgesamt hätten eine straffere Inszenierung mit rund 90 Minuten dem Film wohl gutgetan.

    Die Trailer zum Film ansehen

    Extras
    Die uns zur Rezension vorliegende DVD enthielt nur ein kurzes Ratespiel zur Riesensprache (allerdings auf englisch und damit für Kinder ungeeignet) und ein Requiem für Drehbuchautorin Mathison, die vor einem Jahr verstorben ist.

    Fazit

    BFG ist optisch durchaus ansprechend, schafft es aber nicht, die der Geschichte innewohnende Magie auf ältere Zuschauer zu übertragen. Die Charaktere sind zu blass, die Geschichte dümpelt oft nur vor sich hin und der Humor bleibt auf Grundschul-Niveau. Wer ein Märchen für Kinder unter 12 sucht, macht hier nichts falsch, aber es gibt genug Kinderfilme, denen es deutlich bessert gelingt, auch die Eltern zu unterhalten.

    Wertung


    Pro

    • optisch überzeugend
    • BFGs Mimik sehr gelungen

    Contra

    • Geschichte für Erwachsene zu langatmig und naiv
    • blasse Hauptdarstellerin
    • Musik stellenweise sehr aufdringlich

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 30.Nov.2016 524 x gelesen