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    Takashi Miike ist ein mehr als fleißiger Regisseur. Hierzulande vor allem durch den Horrorfilm „Audition“ und den Eastern „13 Assassins“ bekannt, legt er mit Blade of the Immortal nun schon seinen 100. Film vor. Dabei handelt es sich um die Umsetzung des gleichnamigen Manga.

    (c) Ascot Elite
    Laufzeit: 141 Minuten
    ab 12.01.2018 im Handel
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    Unsterblich wider Willen
    Als eine Gruppe von Schwertkämpfern seine Schwester Machi tötet, macht der Samurai Manji sie alle nieder. Schwer verwundet bricht er danach zusammen und erwartet den Tod, doch stattdessen verabreicht ihm eine alte Frau Blutwürmer, die ihn unsterblich machen und sogar abgeschlagene Extremitäten wieder anwachsen lassen.
    Jahrelang lebt Manji ein zurückgezogenes Leben, bis ihn das Mädchen Rin um Hilfe bittet. Ihr Vater, ein Kampflehrer, wurde von Anotsu und seinen Schergen niedergemetzelt, die alle Kampfschulen der Gegend unter ihre Kontrolle bringen wollen. Rin sinnt auf Rache und weil sie Manji an seine tote Schwester erinnert, willigt er ein, ihr zu helfen.

    Der Film beginnt gleich mit einer Kampfszene, die eines Finales würdig wäre, als Manji die Mörder seiner Schwester niedermetzelt. In blutigen Bildern huldigt Miike der Schwertkampfkunst. Anders als in vielen chinesischen Produktionen, in denen die Kämpfer durch die Luft fliegen, bleibt hier alles (abgesehen von der unrealistischen Prämisse, das einer gegen 100 gewinnt) eher bodenständig und blutig.

    Danach erlebt der Film jedoch einen Bruch, denn Miike nimmt sich Zeit, Rin und ihre Familie sowie Anotsu und dessen Ziele vorzustellen. Das ändert indes nichts daran, dass das Storygerüst recht dürr ist, zumal Miike sich z.B. für die Motive der Frau nicht interessiert und somit unklar bleibt, warum sie Manji überhaupt gerettet und Rin später zu ihm geschickt hat. Dazu erzählt er die Geschichte etwas zu ernst. Bei der oft absurd anmutenden Prämisse hätte mehr als nur punktuell eingesetzter Humor nicht geschadet.

    Das wäre alles zu verschmerzen, würde die dürre Geschichte nicht auf 140 Minuten ausgewalzt. Die tragen weder die Story, noch die eher schablonenhaften Charaktere und ihre meist spröden Dialoge – und auch nicht die Kämpfe. Denn nach dem zigsten Schwertkampfgemetzel hat man sich dann doch allmählich an Manjis blutigem und auch nicht wirklich abwechslungsreichen Handwerk sattgesehen und das Finale ist nun auch nicht so viel größer als der Auftakt, sodass es einen auch nicht vom Hocker haut.

    Fazit

    Als straff inszenierter 90-Minüter hätte Blade of the Immortal ein ordentlicher, wenn auch nicht wirklich inspirierter Eastern mit Phantastik-Einschlag sein können. Bei 140 Minuten Laufzeit ermüden die Gemetzel und die dürre Geschichte allerdings zunehmend, sodass man schließlich eher froh ist, wenn der Film sein Ende erreicht hat.

    Wertung


    Pro

    • gute Ausstattung
    • solide und bodenständig inszenierte Schwertkampfkunst

    Contra

    • Story sehr dünn, wirkt ausgewalzt
    • Charaktere wirken nicht auserzählt, bleiben schablonenhaft
    • Kämpfe wiederholen sich
    • insgesamt einfach zu lang

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 9.Jan.2018 558 x gelesen