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    Kurt Russell hat offenbar das Western-Genre für sich entdeckt. Gerade erst ist er in Quentin Tarantinos „The Hateful Eight“ im Kino zu sehen, schon kommt ein weiterer Genrebeitrag mit ihm in der Hauptrolle. Für’s Kino hat es bei „Bone Tomahawk“ allerdings nicht gereicht – aber die Mischung aus Western und Kannibalen-Horror ist auch recht speziell.

    bonetomahawk_cover

    (c) Constantin Film
    Regie: S. Craig Zahler
    Laufzeit: 127 Minuten
    ab 21.01.2016 im Handel
    Trailer ansehen / Bei Amazon bestellen

    Kannibalen auf Rachefeldzug
    Zwei Gauner verirren sich auf der Flucht in ein Tal, in dem Kannibalen hausen und entweihen dabei deren Friedhof. Einer der beiden entkommt den aufgebrachten Höhlenmenschen und rettet sich in das Städtchen Bright Hope. Dort fällt er dem Sheriff auf, der ihn anschießt und einbuchtet.
    Am nächsten Morgen sind der Gauner, ein Deputy und die Krankenschwester, die den Verletzten pflegen sollte verschwunden. Ein Pfeil bringt die Dörfler auf die Spur der Kannibalen. Der Sheriff, sein verbliebener Deputy, ein Revolverheld und der Ehemann der Krankenschwester machen sich auf, die Entführten zu befreien.

    Bone Tomahawk beginnt und endet zwar sehr blutig, aber in der Hauptsache ist es ein Western in der Tradition von „Erbarmungslos“ und Konsorten. Die Protagonisten sind Anti-Helden, alt, abgehalftert oder arrogant. Einzig Arthur, der Ehemann der Krankenschwester, hätte das Zeug zum echten Helden, ist aber durch ein gebrochenes Bein gehandicapt.
    Der Film nimmt sich sehr viel Zeit, die Figuren vorzustellen und der erste Teil der Verfolgung setzt auf Western-Atmosphäre. Grenzenlose Weite, ausweglose Aufgabe, krude Dialoge unter den vier Hauptfiguren. Diese sind mit Kurt Russell (leider mit ungewohnter Synchronstimme), Richard Jenkins, Patrick Wilson und Matthew Fox sehr gut besetzt. Der Übergang hin zum Horror, der an „The Hills have Eyes“ erinnert, kommt dann recht plötzlich und wirkt dadurch umso krasser – auch deshalb, weil er handwerklich sehr gut gemacht ist. Der Ablauf ist dabei recht vorhersehbar, das tut dem Schrecken allerdings keinen Abbruch.

    Offensichtlich findet diese Mischung ihre Freunde. Man muss aber die Langsamkeit der ersten 2/3 des Films mögen. Actionfans, die auf wilde Shootouts und Verfolgungsjagden zu Pferd hoffen werden genauso enttäuscht, wie die Horrorfans, die echten Grusel oder Non-Stop-Splatter erwarten. In erster Linie werden Western-Freunde bedient, die auch die harten Horrorszenen verkraften. Indes werden selbst die zugeben müssen, dass man den Film auch mit weniger als zwei Stunden Laufzeit hätte erzählen können.

    Fazit

    Bone Tomahawk ist ein Western im Erbarmungslos-Stil mit Horrorfinale. Leider ist der Mittelteil arg in die Länge gezogen, hier wäre weniger mehr gewesen. Man wird aber mit einem atmosphärischen Finale und einem gekonnt aufspielenden, namhaften Ensemble entschädigt.

    Wertung


    Pro

    • gut aufgelegtes Ensemble
    • interessanter Genremix
    • hartes, handwerklich gut gemachtes Finale

    Contra

    • Verlauf der Story recht vorhersehbar
    • Mittelteil etwas zu langatmig
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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 18.Jan.2016 657 x gelesen