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    Mit „Interview mit einem Vampir“ schuf Neil Jordan (nach einem Roman von Anne Rice) einen Klassiker des Vampir-Films. Darin standen sich Louis und Lestat zwei ganz unterschiedliche Vampir-Charaktere gegenüber. In seinem neuesten Werk „Byzantium“ sind es nun zwei Frauen.

    byzantium

    (c) Universum Film
    Regie: Neil Jordan
    Laufzeit: 118 Minuten
    ab 27.12.2013 auf DVD/Blu-Ray
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    Mutter und Tochter auf der Flucht
    Seit über 200 Jahren wandeln Clara und ihre Tochter Eleanor durch Großbritannien. Sie sind untote Nachzehrer, die vom Blut anderer leben und wegen der Toten, die sie hinterlassen, wie Nomaden immer weiterziehen müssen – auch weil sie von einer geheimnisvollen Bruderschaft verfolgt werden.
    Clara, mit Mitte 20 zur Vampirin geworden, war im früheren Leben eine Prostituierte und ist von sexueller Energie und Hass auf Frauen unterdrückende Männer getrieben. Eleanor, wegen Claras „Beruf“ zunächst in einem Waisenhaus aufgewachsen und von dieser als Teenager gewandelt worden, versucht ihr Dasein so schonend wie möglich zu verlängern und stillt ihren Blutdurst nur an Alten und Verzweifelten. Sie tut sich schwer mit der Heimlichtuerei und schreibt ihre Lebensgeschichte immer wieder auf.
    Als die beiden sich in einer heruntergekommenen Küstenstadt niederlassen, freundet sich Eleanor mit dem Jungen Frank an – das Unheil nimmt seinen Lauf.

    Die Vampire in diesem Film sind anders, als die gängigen. Tatsächlich wird sogar vermieden, den Begriff überhaupt zu verwenden. Statt Fangzähnen haben die Blutsauger hier „ausfahrbare“ Daumennägel, sie haben kein Problem mit der Sonne und sind auch nicht besonders blass. Einzig, dass sie eine Schwelle nur übertreten dürfen, wenn man sie hereinbittet, ist klassisch.

    Auch wenn es sich ein wenig so anhört, als bekäme man hier eine Standardschmonzette a la Twilight serviert, ist Byzantium doch anders, nicht nur, weil die Geschlechterrollen mal vertauscht sind. Die Teenagerliebe ist hier nicht der Kern der Geschichte, es geht mehr darum, dass Eleanor einen Freund sucht und ihr Geheimnis und die daraus folgende Einsamkeit nicht länger ertragen kann – und das Folgen hat.

    Typisch für Neil Jordan ist der Film vielschichtig. So bieten die sehr gegensätzlichen Frauen schon unterschiedliche Einblicke in die Welt, dazu wird aber auch noch ausschnittweise die Vergangenheit der beiden beleuchtet und nach und nach enthüllt, wie Clara eine Vampirin wurde und warum die Bruderschaft die beiden jagt. Leider raubt Jordan dem Film aber zuweilen das Tempo, wenn er die Perspektive wechselt und letztlich hätte ich mir doch mehr Screentime für die toughe Clara gewünscht, die grüblerische und notorisch schwermütige Eleanor ist auf Dauer eher anstrengend. Der absehbare Ausgang und die zuweilen auf tönernen Füßen stehende Logik der Geschichte sind weitere Minuspunkte.

    Dennoch bekommt man schöne Bilder serviert und das (die hier häufig sehr knapp bekleidete) Gemma Arterton ein Hingucker ist, wissen wir spätestens seit „Ein Quantum Trost“. Saoirse Ronan ist gewohnt präsent (auch wenn ich persönlich mich mit ihrer deutschen Synchronstimme einfach nicht anfreunden kann) einzig Bösewicht Uri Gariel wirkt etwas übermotiviert.

    Fazit

    An seinen Klassiker „Interview mit einem Vampir“ kann Neil Jordan hier nicht heranreichen, dennoch bietet er gute Vampir-Unterhaltung mit einigen interessanten Abwandlungen der gängigen Genre-Klischees. Ein bisschen mehr Action und weniger Teenager-Schwermut hätten dem Werk aber gutgetan.

    Wertung


    Pro

    • gelungene Atmosphäre
    • interessante Abweichung von Klischees
    • starke Hauptdarstellerinnen
    • vielschichtig erzählt

    Contra

    • zu viel Teenager-Schwermut
    • Geschichte zum Teil unlogisch und vorhersehbar
    • Bösewicht unglaubwürdig

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 28.Dez.2013 3.156 x gelesen