• Werbung
    Aktuelle Phantastik bei Amazon:

  •  
    Registrieren Anmelden

    Mit District 9 katapultiere sich der Südafrikaner Neill Blomkamp 2009 in die Riege der Top-Regisseure für Science-Fiction. Mit Elysium konnte er die dadurch geweckten, hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen, Anfang des Jahres versuchte er mit Chappie auf der „künstliche Intelligenz“-Welle mitzuschwimmen. Der Streifen enttäuschte Kritiker und konnte auch an den Kinokassen nicht wirklich überzeugen. Zurecht?

    chappie

    (c) Sony Pictures
    Laufzeit: 115 Minuten
    ab 09.07.2015 im Handel
    Trailer ansehen / bestellen bei Amazon

    Nr.5 lebt trifft Robocop
    In Johannesburg regiert das Verbrechen. Einziger Hoffnungsschimmer im Kampf mit den brutalen Gangs scheinen die Scouts zu sein, autonome Polizeiroboter, die die regulären Kräfte unterstützen – sehr zum Unwillen von Ingenieur Moore, dessen ferngesteuerter Mega-Kampfroboter Moose wegen des Erfolgs der Scours eingemottet werden soll.
    Scout-Erfinder Deon will die Roboter aber noch weiterentwickeln, ihnen ein künstliches Bewusstsein geben, auch wenn seine Chefin davon nichts hält. Gerade als er seine Software an einem ausrangierten Scout testen will, gerät Deon in die Hände einer kleinen Gang, die ihn zwingen will, den Roboter für ihre verbrecherischen Zwecke umzuprogrammieren. Doch Chappie hat seinen eigenen Kopf – und Moore sieht seine Chance, die Scouts zu diskreditieren.

    Wie schon in District 9 führt uns Blomkamp in seine Heimatstadt und auch diesmal macht er nicht eben Werbung für sein Land. Johannesburg wirkt verkommen, die Straßen gefährlich, die Gangs brutal. So startet der Film mit harten Kampfszenen a la Robocop oder Mad Max.

    Als Chappie sein Bewusstsein bekommt, gibt es aber einen Bruch und der zieht sich von da an, durch den ganzen Film. Plötzlich haben wir einen Roboter der die Punks Mami und Papi nennt und wie ein Baby alles beigebracht bekommen muss. Für eine Weile setzt der Film auf beinahe familientauglichen Humor, ohne dabei allerdings an den Charme eines „Nr. 5 lebt“ heranzukommen, nur um dann wieder jäh zu harten Sequenzen zu wechseln, die eher an Endzeit-Action erinnern. Dazu kommt dann noch ein Hauch Philosophie, „was macht Leben aus“ usw. und heraus kommt ein Gemisch, das einfach nicht zusammen passt.

    Am besten hätte Chappie wohl funktioniert, wenn man ihn konsequent als Komödie gedreht hätte. Dazu hätten auch die niedlichen Ohren der Scouts und die grauenhaften Vokuhila-Frisuren einiger Hauptfiguren gepasst. Aber Blomkamp, der auch mit am Drehbuch schrieb, wusste wohl einfach nicht, was er wollte, und so verschreckt er Familien mit blutigen Actionszenen (die “ab 12″-Freigabe halte ich für sehr fragwürdig!) und nervt Actionfans mit albernen Mätzchen. Dass die ohnehin sehr dünne Story am Ende per Deus Ex Machina noch voll vor die Wand gefahren wird, spielt da schon fast keine Rolle mehr.

    Das ist sehr bedauerlich, denn Blomkamps Handschrift ist unverkennbar, es gibt sehenswerte Locations und technisch ist an dem Film absolut nichts auszusetzen. Man kann dem Regisseur nur die Daumen drücken, dass er beim angekündigten Alien-Film ein besseres Händchen hat, andernfalls dürfte sein Hollywood-Kredit bald aufgebraucht sein.

    Fazit

    Chappie ist zurecht gefloppt, auch wenn man dem Film in Sachen Inszenierung nicht viel vorwerfen kann. Doch der seltsame Mix aus zum Teil kindischem Humor, Brachialaction und einer Prise Philosophie funktioniert einfach nicht. Für eine Komödie fehlt es an zündenden Gags, für einen Actionfilm gibt es zu viel Leerlauf. Dazu ist die Story zum Ende hin einfach nur haarsträubend.

    Wertung


    Pro

    • interessantes Setting
    • technisch sauber inszeniert

    Contra

    • abstruse, gegen Ende haarsträubende Story
    • wenig glaubwürdige Figuren
    • Mix aus kindischem Humor und Action funktioniert nicht
    Noch mehr Artikel zu den Tags: , ,

    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 8.Jul.2015 2.927 x gelesen
    • J Star

      Vielleicht sollte noch erwähnt werden, das die Gruppe “Die Antwoord” (Rap-Rave-Band aus Kapstadt) als “Eltern” von Chappie mit dabei waren 😉