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    Mit Twilight fing es an, seitdem ist die Welle von Fantasy-Geschichten für Jugendliche nicht mehr aufzuhalten. Als Buch war in dieser Sparte die Serie „Chroniken der Unterwelt“ sehr erfolgreich und Constantin ging voller Elan an die Verfilmung des ersten Teils aus dem Jahr 2007, hoffend einen ähnlichen Kassenknüller zu landen wie Twilight oder Tribute von Panem. Daraus ist aber nichts geworden.

    Ich bin was Besonderes
    Clary ist eigentlich ein ganz normales Mädchen. In letzter Zeit fängt sie aber an, immer wieder ein Symbol zu zeichnen. Als sie bei einem Discobesuch glaubt, einen Mord zu beobachten, ihr treuer Freund Simon jedoch nichts gesehen haben will, beginnt Clary schon an ihrem Verstand zu zweifeln. Dann aber wird ihre Mutter überfallen und hinterlässt ihr eine seltsame Nachricht, ehe sie verschwindet. Dazu taucht noch Jace, der vermeintliche Mörder aus der Disco, wieder auf. Er öffnet Clary die Augen für die Unterwelt, in der Schattenjäger wie er Dämonen jagen und auch Vampire und Werwölfe hausen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem magischen Kelch, den Clarys Mutter versteckt hat und der der Grund für ihr Verschwinden ist.

    Trotz Vampiren und Werwölfen (die aber nur eine Nebenrolle spielen) kommen zunächst keine Twilight-Assoziationen auf. Viel mehr fühlt man sich an die TV-Serie Buffy erinnert, denn der Film legt ein strammes Erzähltempo vor, gespickt mit diversen Actionszenen, die sich durchaus sehen lassen können. Dabei macht man sich gar nicht die Mühe, den Zuschauer groß staunen zu lassen. Die ganzen Viecher sind ja sowieso nichts Neues, also wird die Welt mal eben in ein paar Sätzen erklärt, Clary nimmt es schulterzuckend zur Kenntnis und weiter geht’s.

    Nach einer Weile besinnt sich der Film aber seiner weiblichen Zielgruppe und will ihr mehr bieten als den androgynen Jace und seinen gern mal entblößten Waschbrettbauch. Also wird das so beliebte Liebesdreieck ausgepackt. Simon und Jace sind beide in Clary verliebt und sie kann sich nicht recht entscheiden. Um das Ganze noch ein wenig aufzupeppen, darf dann auch noch der Schattenjäger Alec ein paar Eifersüchteleien von sich geben, weil er heimlich homoerotische Gefühle für Jace hegt. Das ganze kulminiert dann in einer übertrieben schwülstigen, von einem Popsong untermalten Kussszene. Nach zehn Minuten Schmonzette hat der Regisseur dann aber auch genug, zieht das Tempo wieder an, neue Schauplätze, Fraktionen, Verrat und eine weitere Komplizierung des Liebesdreiecks a la Star Wars packt er in die zweite Hälfte.

    Das Problem des Films ist in erster Linie, dass die unerfahrene Drehbuchautorin Jessica Postigo versuchte, krampfhaft alles aus dem Buch irgendwie reinzuquetschen und dabei zu wenig Gespür für Wichtiges und Unwichtiges (wie z.B. den besagten eifersüchtigen Schattenjäger, dessen Gefühle nach einer Weile komplett irrelevant sind) hat. Stattdessen wirft sie dem Zuschauer oft Informationshäppchen in Form von Dialogbrocken zu, die sehr bemüht eingeflochten wirken. So macht der Film trotz über 2 Stunden Laufzeit fast immer einen gehetzten Eindruck. Man fühlt sich eher wie in einem Actionfilm, wo immer was los sein muss. Die romantischen Verwicklungen sind da kaum nachvollziehbar und wirken daher aufgesetzt und eher peinlich.

    Davon abgesehen kann man dem Film aber zugutehalten, dass er handwerklich gut gemacht ist. Sowohl die Schauspieler als auch die Effekte überzeugen weitgehend, einzig die Musik wirkt zuweilen etwas überdramatisierend.

    Fazit

    City of Bones macht den klassischen Verfilmungsfehler und versucht wirklich alles aus der Vorlage irgendwie reinzuquetschen. Und genauso wirkt dann vieles auch, eben irgendwie halbherzig untergebracht, Hauptsache drin. Mut zur Lücke hätte dem Film als Ganzes und vor allem der romantischen Ebene gutgetan. So wirkt die kurze Schmalzeinlage in der Filmmitte sehr bemüht und dürfte den von der sonstigen Action halbwegs unterhaltenen männlichen Zuschauern besonders sauer aufstoßen. Die Zielgruppe der jugendlichen Mädchen wird der Film vermutlich trotzdem begeistern, die allein machen aber noch keinen Kassenknüller, wie auch Constantin beim Einspielergebnis ernüchtert feststellen musste.

    Wertung


    Pro

    • gute Actionszenen
    • überzeugende Effekte
    • hohes Erzähltempo

    Contra

    • Romantik wird aufgesetzt
    • viele Details wirken reingequetscht

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 22.Jan.2014 1.617 x gelesen

    Chroniken der Unterwelt - City of Bones
    Publisher Constantin Film
    Regie Harald Zwart
    Genre Action Romanze
    Länge125 Minuten
    Altersfreigabeab 12 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    Video23.01.2014 Kaufen
    Kino29.08.2013
     

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