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    Der Name Eli Roth hat sich im Horror-Genre mittlerweile etabliert. Auch wenn die Hülle des aktuellen Filmes anderes suggeriert, hat er im Falle von Clown aber weder Regie geführt, noch das Drehbuch geschrieben, sondern war als Schauspieler und Produzent dabei. Trägt der Film trotzdem seine Handschrift?

    clown

    (c) Tiberius Film
    Laufzeit: 95 Minuten
    ab 01.03.2016 im Handel
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    „Der Clown ist nur unterhaltsame Gesellschaft, bis er auf dem Thron sitzt.“
    Ein Junge namens Jack feiert seinen 10. Geburtstag, doch der versprochene Clown musste kurzfristig absagen. Sein Vater Kent findet als Immobilienmakler in einem seiner Häuser durch Zufall ein altes Clownskostüm und entscheidet sich für den ausgefallenen Spaßmacher einzuspringen.
    Nach kurzer Zeit merkt Kent, dass sich das Kostüm nicht mehr ausziehen lässt. Was zu Beginn des Filmes noch eher komisch wirkt, wird zu einem Albtraum für die gesamte Familie. Während seiner Verwandlung zum Clown entwickelt Ken nämlich einen ihm bisher völlig unbekannten Appetit – auf Kinder.

    Beim Namen Eli Roth erwartet man als Zuschauer normalerweise einen Horrorfilm der blutigen Sorte. Wenn wie im aktuellen Werk zudem noch Kinder die Opfer sein sollen, könnte man erwarten, dass dieser Film wohl eher für ein hartgesottenes Publikum produziert wurde. Der Film beginnt jedoch recht harmlos. Clown hat dabei eine gut durchdachte Geschichte, die sich bis auf die Ursprünge des Horrorwesen beruft und sie glaubwürdig in die aktuelle Zeit transportiert.
    Erst zur Mitte hin tritt der Horror in den Vordergrund und schreitet dann in teils zu schnellen Schritten zum Ende hin fort. Aber selbst dann werden sämtliche Gewaltszenen durch die Kameraführung direkt entschärft und lassen den Splatter nur im Kopf entstehen, wirklich verstörende Szenen oder blutige Massaker sind eher selten, was die klassischen Roth-Fans enttäuschen dürfte. Die Hintergrundgeschichte hätte da deutlich mehr Schocker-Potential geboten als ausgeschöpft wurde.

    Die schauspielerische Leistung ist durchschnittlich zu beurteilen. Eli Roth ist als Clown wirklich beängstigend, was aber eher der optischen Gestaltung des Clowns und nicht seiner Schauspielkunst zuzuschreiben ist. Der aus anderen Horrorfilmen und Spielen (Corridor, Until Dawn) bekannte Peter Stormare, der auch eine nicht unwichtige Rolle im Film einnimmt, kann leider auch nur teilweise mitreißen, da ihm das Drehbuch nicht genügend Zeit einräumt.

    Auf der Blu-Ray finden sich außer ein paar Trailern keinerlei Extras.

    Fazit

    Nicht überall wo Eli Roth draufsteht, ist auch blutiger Horror drin. Die Grundvoraussetzungen für den Film wirken nahezu perfekt: eine interessante Hintergrundgeschichte über Clowns, bekannte Schauspieler, Eli Roth als Splatterexperte und Darsteller. Trotzdem ist das Gesamtergebnis eher enttäuschend und wirkt verglichen zu „echten“ Eli Roth Filmen eher harmlos. Nur für hartgesottene Fans von Clowns und seichten Horrorfilmen zu empfehlen.

    Wertung


    Pro

    • optisch gruseliger Clown
    • interessante Hintergrundgeschichte über Clowns …

    Contra

    • … welche jedoch nicht ausreichend genutzt wurde und den Zuschauer mit offenen Fragen zurücklässt
    • Splatterszenen durch Kameraführung und Schnitt zu stark entschärft
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    Kategorien: Filme, Horror
    von Pascal Requardt 27.Feb.2016 1.225 x gelesen