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An Adam Sandler scheiden sich die Geister. Einerseits produziert er am laufenden Meter Komödien, die (z.T. weit) über 100 Mio $ einspielen (davon meist den Großteil in den USA), andererseits sind seine Filme und auch er selbst rekordverdächtig oft für den Anti-Oscar „Goldene Himbeere“ nominiert (3x „gewann“ er ihn schon), seine oft brachial-derben Filme treffen nicht jedermanns Geschmack. Seine aktuelle Komödie „Cobbler – Der Schuhmagier“ ging trotz Starbesetzung (neben Sandler u.a. Steve Buscemi, Dustin Hoffman) in den USA baden und schaffte es hierzulande nicht mal in die Kinos – ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?

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(c) Ascot Elite
Laufzeit: 90 Minuten
ab 19.05.2015 im Handel
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Die magische Schustermaschine
Max ist Schuster in New York und lebt ein eintöniges, einfaches Leben. Übernommen hat er das Geschäft nur, weil sein Vater plötzlich verschwand und richtig glücklich ist er damit nicht. Als eines Tages seine Maschine den Geist aufgibt und er eine alte Maschine seines Vaters im Keller benutzt, stellt er fest, dass er die Identität der Leute übernehmen kann, wenn er ihre damit besohlten Schuhe anzieht.
Nachdem er zu Beginn nur an seine eigenen Wünsche denkt, versucht er bald Gutes damit zu bewirken – gerät dabei aber in finstere Kreise und manch problematische Situation.

Die Rolle des Normalos ist Sandler auf den Leib geschrieben und auch wenn er formal die Hauptrolle im Film spielt, sind interessanterweise eigentlich andere Schauspieler für die komischen Momente im Film verantwortlich, nämlich immer dann, wenn Max in ihrem Körper steckt und z.B. aus dem coolen Afro-Macker ein schüchterner Sandler-Verschnitt wird. Sandler liefert eher die leisen Töne, beispielsweise wenn er sich bewusst wird, welche Möglichkeiten ihm die Schuhe seiner Kunden bieten oder wenn er erkennt, welche Verantwortung er trägt.

So ist „Cobbler“ dann auch keine der schrill-derben Brachial-Komödien, wie Sandler sie desöfteren abgeliefert hat. Sicher, es gibt auch Situationskomik, beispielsweise wenn der schüchterne Max in Gestalt eines berühmten DJs versucht, eine heiße Braut abzuschleppen, die sich an ihn ran schmeisst. Aber insgesamt ist es eher ein märchenhafter, sehr humanistischer Film über die kleinen Leute, denen Max mit seiner Gabe zu helfen versucht. Dabei sind durchaus einige rührende Momente.

Vorhalten muss man dem Film allerdings, dass die Kernidee alles andere als neu ist, statt z.B. der Fernbedienung bei „Click“ sind es diesmal eben die Schuhe, und das die Story vor allem zum Ende hin nicht mehr ganz den richtigen Ton trifft. Der finale (und recht vorhersehbare) Twist schießt dann auch leider etwas über das Ziel hinaus und kostet Punkte, die der Film sich vorher verdient hatte.

Fazit

Für Sandler-Verhältnisse eine eher leise, märchenhafte Komödie, die zuerst einige Sympathien zu sammeln vermag, diese aber im Finale zum Teil wieder verspielt. Somit ein klassischer Fall von „ganz nett“, muss man nicht gesehen haben, wird man aber auch nicht bereuen.

Wertung


Pro

  • sympathische Figuren
  • humanistische Geschichte

Contra

  • Finale schießt übers Ziel hinaus
  • recht wenig echte Lacher
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Kategorien: Fantasy, Filme
von Jörg Benne 17.Mai.2015 1.925 x gelesen