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    Manchmal braucht es für den Horror keine übernatürlichen Phänomene oder durchgeknallte Massenmörder. Zuweilen reichen schon aggressive Nachbarn aus, um einem das Leben zur Hölle zu machen – wie auch dieser Film zeigt.

    corridor_cover

    (c) Lighthouse
    Laufzeit: 75 Minuten
    ab 27.9.2013 im Handel
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    Er will doch nur studieren
    Frank ist ein ehrgeiziger Medizin-Student, der kurz vor einer wichtigen Prüfung steht. Das ganze Leben des Eigenbrötlers dreht sich um die Universität, seine Mitmenschen ignoriert er. Nachdem er seiner neuen Nachbarin Lotte im Treppenhaus begegnet und sich überreden lässt, ihr beim Schleppen von Mobiliar zu helfen, beginnt sie sich aber in sein Leben zu drängen. Bald erkennt Frank, dass die junge Frau Probleme mit ihrem gewalttätigen Freund hat, doch als er sich einmischt, gerät sein Leben komplett aus den Fugen.

    Corridor heißt der Titel international, eigentlich unpassend, denn die Nachbarn wohnen nicht auf demselben Flur wie Frank, sondern über ihm. Durch die dünne Decke nimmt er unfreiwillig an ihrem Leben teil und reimt sich zusammen, was die Geräusche, die er oben hört, zu bedeuten haben. Da er vollkommen isoliert lebt, spielt seine Fantasie verrückt und er malt sich die übelsten Dinge aus. Der schwedische Titel „Isolerad“ (isoliert) trifft es da weit besser.

    Auch wenn Franks Verhalten hier und da sehr unlogisch und total paranoid erscheint, gelingt es dem Film sehr gut, seine Ängste wiederzugeben und den Zuschauer so zu fesseln. Nicht zuletzt deshalb, weil die Macher es weitgehend vermeiden, dem Publikum Franks Gedanken mitzuteilen. Stattdessen hört man dieselben Geräusche von oben, sieht in Franks Gesicht, ahnt, was er sich zusammenreimt und fragt sich selber: Ist das wirklich passiert? Was geht da oben vor?

    Dass dieses Prinzip den ganzen Film über trägt, liegt nicht zuletzt an seiner Laufzeit von gerade mal 75 Minuten. Die deutsche Synchronisation wirkt seltsam, alle sprechen etwas schleppend und Peter Stormare, der einzig bekannte Darsteller im Cast, hat auch nicht seine übliche Stimme. Dazu gibt es keinerlei Extras, nicht einmal Trailer, da hätte Lighthouse den Verkaufspreis ruhig etwas niedriger ansetzen können.

    Fazit

    Corridor ist ein merkwürdiger Film. Die Geschichte erscheint etwas an den Haaren herbeigezogen, die Atmosphäre ist aber dicht und man ertappt sich selbst dabei, ähnlich paranoide Vorstellungen wie Frank zu entwickeln. Ein im doppelten Sinne sehr kurzweiliger Horror-Thriller.

    Wertung


    Pro

    • Atmosphäre wird sehr gut eingefangen
    • Zuschauer wird selbst paranoid

    Contra

    • extrem kurze Laufzeit, keinerlei Extras
    • wird gegen Ende vorhersehbar.

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 27.Sep.2013 1.494 x gelesen