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    Verlassene Militärkomplexe, gerne auch unter der Erde, sind ein beliebtes Element im Horrorgenre. Allein die Location kann ein großes Stück des Films tragen und hat zeitgleich noch den netten Nebeneffekt, dass man für die Dreharbeiten nicht zwangsläufig ein großes Budget braucht, um ein stimmungsvolles und atmosphärisches Endprodukt zu erstellen. Die klaustrophobische Situation, in der sich die Protagonisten befinden, wurde schon öfter prominent in der Filmgeschichte benutzt. Ein Paradebeispiel ist hierfür wohl die Alien-Reihe oder auch der thematisch ähnlich gelagerte Doom-Film. Mit Crawlspace versucht sich nun ein weiterer Vertreter aus Australien an der Kulisse.

    crawlspace_cover

    (c) Universum Film
    Laufzeit: 83 Minuten
    ab 06.12.2013 im Handel
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    Eine Untergrundbasis, schiefgelaufene Experimente, was braucht man mehr?

    Inmitten der australischen Wüste befindet sich die unterirdische US-Forschungseinrichtung Pine Gap. Als diese von Unbekannten angegriffen wird und der Kontakt zur Außenwelt völlig abbricht, schickt man ein Elite-Team, um die dortigen Wissenschaftler zu evakuieren. Doch bald scheint die gesamte Mission gefährdet zu sein. Als sie versuchen, die Einrichtung wieder zu verlassen, werden sie von etwas nicht Identifizierbarem angegriffen und entdecken, dass in Pine Gap unheimliche Experimente durchgeführt wurden, die außer Kontrolle geraten sind…

    Mittendrin statt nur dabei

    Der erste Pluspunkt von Crawlspace ist, dass man von der 1. Minute an direkt reingeworfen wird in das chaotische Geschehen. Die unterirdische Basis befindet sich bereits im Ausnahmezustand und wir begleiten zunächst die hübsche, verwirrt wirkende Eve, bei der sich nach und nach herausstellt, dass sie wohl in den dort vorgenommenen Experimenten eine Rolle gespielt hat. Das Ganze wird zur Gruppenstory, als ein Trupp Elitesoldaten in den Komplex eindringt, aber eigentlich genauso ratlos über die Vorgänge in der Basis sind wie die verängstigte Eve. Der Zuschauer wird also zum Rätseln eingeladen und entdeckt zusammen mit den Figuren die Hintergründe der Situation.

    Machen die anfänglichen 10 Minuten zunächst den Eindruck, als könnte man es mit einem Creature-Feature zu tun haben, in dem die menschlichen Protagonisten sich mutierter Monster erwehren müssen, wird dieser Verdacht jedoch relativ schnell entkräftet. Stattdessen dreht sich die Story um Psychoexperimente, deren Probanden mithilfe von Gedankenkontrolle ihre Mitmenschen manipulieren und in den Wahnsinn treiben. Dass das jedoch nicht bedeuten muss, dass der Film auf das Spiel mit den engen Schächten, dunklen Gängen und einer bedrohlichen Soundkulisse verzichtet, dürfte einleuchten und das gelingt hier auch ordentlich. Überraschend hoch ist auch der Blutgehalt des Werkes, das sich die ein oder andere Splattereinlage oder zeigefreudig dekorierte Dekoleiche spendiert hat. Die 18er-Freigabe kommt also nicht von ungefähr.

    Und doch ist es letztlich das Psychoelement, an dem sich manche Zuschauer, die auf etwas geerdetere Szenarien stehen (die auch in dem Setting zweifellos möglich sind), möglicherweise etwas stoßen werden. Zwangsläufig ist das Ganze etwas abstrakt, aber ein paar Logikfragen und auch die ambivalente Charakterzeichnung von Eve werfen einen immer mal wieder etwas aus dem Geschehen.

    Fazit

    Crawlspace macht guten Gebrauch von seinem Drehort und schafft ein klaustrophobisches Setting, das mit ein paar Spannungsmomenten und ordentlichem Blutzoll eine dichte Atmosphäre aufbaut. Man muss aber bereit sein, sich bei all der effektiven Nutzung auf Bild- und Soundebene auf ein deutlich weiter hergeholtes Storykonstrukt einzulassen. Wer damit keine Berührungsängste hat, der kann die Blu-ray des Films durchaus mal in das enge Laufwerk seines Players werfen.

    Wertung


    Pro

    • Setting wird gut ausgenutzt
    • Ordentlicher Härtegrad

    Contra

    • Story etwas abstrakt

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Roman Beele 24.Nov.2013 2.019 x gelesen