• Werbung

  •  
    Anmelden

    Mit Gone Girl landete US-Autorin Gillian Flynn 2012/13 einen weltweiten Bestseller, der durch David Fincher eine mit 370 Mio $ Einspiel sehr erfolgreiche Verfilmung bekam. Im Kielwasser des Erfolges wurde gleich noch ein weiterer Thriller der Autorin verfilmt, der bereits 2009 erschienene Dark Places. Doch der ging baden, kam sowohl in Amerika als auch hierzulande trotz Starbesetzung nur vereinzelt in die Kinos. Mit Recht?

    darkplaces_cover

    (c) Concorde
    Laufzeit: 109 Minuten
    ab 21.04.2016 im Handel
    Trailer ansehen / Bei Amazon bestellen

    Ein lange zurückliegender Mord
    Als Libby Day acht Jahre alt war, wurde ihre Familie ermordet – von ihrem Bruder. Zumindest sagt sie das damals aus. Danach lebte sie von den Spenden von Wohltätern, während ihr Bruder ins Gefängnis ging.
    Fast dreißig Jahre später lebt Libby immer noch in den Tag hinein, zehrt von den Resten des Wohltäter-Fonds, der aber zur Neige geht. Da kommt ihr die Anfrage des Killer Club gerade recht, einer Gruppe von True Crime Nerds, die u.a. den Mord an ihrer Familie aufklären wollen. Widerwillig – und gegen Geld – lässt sich Libby überreden, in die Nachforschungen mit einzusteigen. Zum ersten Mal beschäftigt sie sich wirklich mit den verdrängten Ereignissen und muss erkennen, dass sie eigentlich keine Ahnung, hat, was wirklich geschehen ist. Ist ihr Bruder, dem damals auch wegen seiner Verbindung zu Teufelsanbetern alle den Mord zutrauten, wirklich unschuldig?

    Nehmen wir es vorweg: Wenngleich mit Charlize Theron eine wirklich passende Besetzung für die Hauptfigur gefunden wurde und auch die meisten anderen Darsteller eine ansprechende Leistung zeigen, gibt es doch eine Menge Luft nach oben zu einem Top-Thriller.

    Regisseur Gilles Paquet-Brenner (Sarah’s Schlüssel) erzählt die komplexe Geschichte in einem ständigen Hin und Her von Gegenwart und Vergangenheit. Das würde durchaus Sinn ergeben, wenn das vergangene Bild sich Stück um Stück durch Libbys Nachforschungen zusammensetzen würde, aber der Regisseur (der auch das Drehbuch schrieb) versteht es nicht wirklich, Schwung in die Sache zu bringen und so sind die manchmal unmotiviert eingestreuten Rückblenden zum Teil eher störend. Das liegt auch daran, dass zumindest ein Teil der Auflösung derart mit dem Zaunpfahl angekündigt wird, das Thriller-Fans vieles vorhersehen können. So dümpelt das Geschehen oft eher vor sich hin, statt den Zuschauer wirklich zu packen.

    Aber auch der Geschichte an sich muss man einige Schwächen vorwerfen. Aus dem Killer-Club wird viel zu wenig gemacht, im Grunde ist er nur ein Trigger, um Libby dazu zu bringen, sich endlich aufzuraffen, ansonsten spielt er kaum eine Rolle. Die größte Schwäche ist aber die Auflösung, die im Grunde mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet und reichlich konstruiert wirkt. Noch dazu wirkt das Verhalten vieler Figuren im Nachgang schwer nachvollziehbar und so bleibt man am Ende eher unbefriedigt zurück.

    Fazit

    Dark Places ist ein überkonstruierter Thriller mit nur aufgesetztem Okkultismus-Anteil, der trotz guter Darsteller an einer eher wenig inspirierten Umsetzung krankt und deshalb nur mäßig spannend ist.

    Wertung


    Pro

    • Charlize Theron sehr überzeugend

    Contra

    • Story überkonstruiert, Lösung teilweise vorhersehbar
    • Verhalten einiger Figuren wirkt schwer nachvollziehbar
    • Hin und her zwischen Heute und Vergangenheit kostet oft Schwung

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema ,

    Kategorien: Allgemein, Filme
    von Jörg Benne 20.Apr.2016 808 x gelesen