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    Der französische Regisseur Alexandre Aja hat sich seine Meriten im Horror-Genre verdient (u.a. The Hills have Eyes). Mit Das neunte Leben des Louis Drax wendet er sich nun eher dem Mainstream zu, verzichtet aber auch diesmal nicht auf übersinnliche Elemente.

    louisdrax_cover

    (c) Universum Film
    Laufzeit: 104 Minuten
    ab 21.04.2017 im Handel
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    Das Unfallkind
    Der neunjährige Louis Drax hatte schon sein ganzes Leben lang Unfälle. Es fing mit der Kaiserschnitt-Geburt an, es folgte ein Beinahetod im Kinderbett, Stromschläge, Armbrüche, Lebensmittelvergiftungen … An seinem neunten Geburtstag unternimmt er mit seinen Eltern einen Ausflug an eine Klippe – und stürzt ins Meer. Die Ärzte retten sein Leben, doch Louis liegt im Koma. Sein Vater ist seitdem verschwunden, hat er den Jungen in die Tiefe gestoßen und wenn ja, warum? Dr. Pascal, Louis’ behandelnder Arzt, versucht dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

    Der Film wird im wesentlichen aus zwei Perspektiven erzählt. Zum einen fungiert Louis aus dem Koma heraus als Erzähler, der uns Ereignisse aus der Vergangenheit schildert, zum anderen beobachten wir Dr. Pascal bei seinem Versuch, Licht ins Dunkel zu bekommen. Das Drehbuch spielt dabei mit diversen Genres, sodass man als Zuschauer lange nicht weiß, was einen erwartet. Zu Beginn, wenn vor allem Louis Erzählweise im Vordergrund steht, wirkt das ganze wie ein fantasievolles Familiendrama aus Sicht eines Kindes, dann gibt es Andeutungen in eine esoterische Richtung (die sich zum Glück als falsche Fährte erweisen), eine romantische Liebesgeschichte fehlt auch nicht und Drama ist auch mit dabei. Damit verschleiert der Film zwar geschickt die Auflösung, verschleppt aber auch die Spannung, die er als Mystery-Thriller eigentlich bieten sollte.

    So tappte ich zwar bis kurz vor Ende im Dunkeln, aber die Zeit bis dahin empfand ich nicht unbedingt als kurzweilig. Eher hatte ich Befürchtungen, der Film würde ins melodramatische kippen oder gar zur Schmonzette mutieren. Erst im letzten Viertel hat mich der Streifen gepackt, zu wenig für eine echte Empfehlung.

    Positiv ist die Inszenierung hervorzuheben. Besonders die Fantasiewelt von Louis weiß Aja gut zu bebildern und der Cast um Jamie Dorman (50 Shades), Sarah Gadon (11.22.63) und Aaron Paul (Breaking Bad) spielt seine Rollen glaubwürdig.

    Fazit

    Das 9. Leben des Louis Drax ist ein eher ruhiger Mystery-Film, der sich bei verschiedenen Genres bedient und erst zum Ende hin einem Thriller gerecht wird. Eine etwas straffere Erzählweise hätte der Spannung wohl gutgetan, dennoch ein interessanter Genrebeitrag.

    Wertung


    Pro

    • gut bebilderte Kinder-Fantasiewelt
    • Auflösung geschickt verschleiert

    Contra

    • zwischenzeitlich arg verschlepptes Tempo

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 18.Apr.2017 799 x gelesen