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Ben Stiller kennt man vor allem aus Komödien wie „Verrückt nach Mary“ oder „Meine Braut, ihr Vater und ich“. Auch seine Regiearbeiten wie „Cable Guy“ oder zuletzt „Tropic Thunder“ gingen eher in diese Richtung. Mit „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ liefert der inzwischen auch fast 50jährige Mime und Regisseur nun ein stilleres, reiferes Werk.

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(c) 20th Century Fox
Laufzeit: 110 Minuten
ab 02.05.2014 im Handel
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Der Träumer, der der zu Leben anfängt
In seinen Tagträumen ist Walter Mitty ein strahlender Held und erobert das Herz seiner neuen Kollegin Cheryl im Sturm. Tatsächlich ist er aber eine graue Maus und lebt ein eher einsames, langweiliges Leben. Zu allem Überfluss soll die Printausgabe des Life-Magazins, bei dem er in der Negativ-Verwaltung arbeitet, auch noch eingestampft werden und der neue Chef hat den schrulligen Träumer sofort auf dem Kieker.
Der Einzige, der Walters Arbeit zu schätzen weiß, ist der Starfotograf Sean O’Connell. Der schickt für die letzte Printausgabe ein spezielles Foto, das er für das ideale Cover hält. Doch Walter kann das Foto nicht finden. Da sein Job davon abhängt, macht er sich mit Cheryls Hilfe auf die Suche nach O’Connell – und erlebt das Abenteuer seines Lebens.

Der Film erzählt die Geschichte eines Mannes, der endlich den Schritt wagt, seine Träume zu leben. Stehen diese Träume zu Beginn noch im Vordergrund, spielen sie im Weiteren keine Rolle mehr – warum auch, Walters Leben wird auch so aufregend genug. Die Odyssee führt ihn in aberwitzige Situationen und in abgelegene Gebiete. Die grandiosen Naturaufnahmen sind dann neben dem packenden Soundtrack auch ein großer Pluspunkt des Films.
Leider kann das Drehbuch nicht durchgehend überzeugen. Nach ungewöhnlichem Beginn verfällt die Geschichte doch in einige Hollywood-Klischees und baut im letzten Drittel auch etwas ab. Zudem sah man sich offenbar genötigt, doch einige Stiller-typische Klamaukwitze einzubauen. Vor allem eine Reminiszenz an „Benjamin Button“ wirkt dabei vollkommen deplatziert.

Ben Stiller spielt die sympathische Hauptfigur sehr überzeugend, Kristen Wiig als Cheryl ist gewohnt charmant, bleibt ansonsten aber etwas blass, auch weil die Geschichte ihr keine große Rolle zugedacht hat. Wirklich großartig sind die kurzen Auftritte von Sean Penn als O’Connell.
Geschickt unterstreicht Stiller die Wandlung von Walters Leben auch auf filmische Weise. Zu Anfang ist die Kamera oft statisch und die Farben wirken blass, doch je mehr Walter ins Abenteuer schliddert, desto dynamischer wird die Kameraarbeit und desto satter die Farben. Insgesamt eine gelungene Inszenierung.

Fazit

Walter Mitty erzählt in ruhigen aber sehr eindrücklichen Bildern die märchenhafte Geschichte eines Mannes, der es endlich wagt, seine Träume auszuleben. Leider kann das Drehbuch nicht über die volle Länge überzeugen, sodass es vor allem die tollen Naturaufnahmen und der Soundtrack sind, die den Film bemerkenswert machen.

Wertung


Pro

  • überzeugende Figuren
  • grandiose Naturaufnahmen
  • mitreißender Soundtrack

Contra

  • einige unpassende Klamauk-Witze
  • Geschichte verliert sich zum Ende in Klischees
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Kategorien: Abenteuer, Filme
von Jörg Benne 1.Mai.2014 2.121 x gelesen

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