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    Noch bevor die Gebrüder Grimm ihre berühmte Sammlung erstellten, galt der Italiener Giambattista Basile als Europas erster großer Märchenerzähler. Regisseur Matteo Garrone hat drei seiner Geschichten zu einem Kinofilm mit Starbesetzung verwoben und präsentiert uns Märchen für Erwachsene.

    maerchendermaerchen

    (c) Concorde
    Laufzeit: 127 Minuten
    ab 10.03.2016 im Handel
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    Drei Geschichten in einer
    Die Königin von Longtrellis wünscht sich verzweifelt ein Kind und ist bereit dafür einige Opfer zu bringen. Der König von Strongcliff stellt einer vermeintlichen Schönheit nach, deren Gesang ihn betört und der König von Highhills glaubt, seiner Tochter mit einem gemeinen Rätsel die Suche nach einem Bräutigam vermiesen zu können, aber dann kommt es ganz anders.

    Das klingt nach klassischer Märchenkost, aber schnell wird klar, dass Gerrone uns hier kein neues „Maleficent“ oder „Snowwhite & The Huntsman“ serviert. Das Märchen der Märchen wendet sich mit seinen mal absurden, mal grausamen aber immer düsteren Episoden allein an Erwachsene und ist trotz der – äußerst fragwürdigen – „ab 12“-Freigabe für Jugendliche ungeeignet. Das bezieht sich nicht allein auf den Gewaltgrad, sondern auch auf die zum Teil verstörenden Verläufe, denn – so viel sei verraten – hier läuft es nicht auf „und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende“ hinaus.

    Allen Geschichten gemein ist das Thema, das jeder Wunsch seinen Preis hat. Die Aussage der Episoden ist dabei aber nicht immer sonnenklar. Ich gestehe freimütig, dass ich nicht verstanden habe, was es mit dem seltsamen Haustier des Königs von Highhill auf sich hat. Die drei Geschichten sind nur lose verwoben, zwischenzeitlich sieht man die Hauptfiguren mal gemeinsam bei einem Fest. Ansonsten sind die Stories voneinander losgelöst und es wird hin- und hergeschaltet, was insofern etwas stört, dass im einen Erzählstrang eine lange Zeit vergeht, während im anderen nur ein paar Tage verstreichen.

    Die Inszenierung hebt sich dabei wohltuend vom üblichen Hollywood-Look ab. Während Garrone bei der Besetzung der Hauptrollen auf internationale Stars setzte (Salma Hayek, Vincent Cassel und Toby Jones), drehte er den Film in Italien vor grandiosen Kulissen wie dem Castel de Monte, dem Castello di Donnafugata oder der Landschaft des Tarent. Von Beginn an überzeugt der Film mit seiner opulenten Ausstattung und ist deshalb vor allem optisch ein Hingucker, selbst wenn die sparsam eingesetzten Digitaleffekte zuweilen schwächeln.

    Inhaltlich ist Das Märchen der Märchen hingegen eher schwer verdaulich. Die Geschichten sind zwar fesselnd, da kaum vorhersehbar in ihrem Verlauf, zugleich fehlt es jedoch an Sympathieträgern und keiner der Erzählstränge wird zu einem wirklich befriedigenden Ende geführt.

    Fazit

    Das Märchen der Märchen ist ein optisch opulenter Film für Erwachsene, der vor allem durch seine Andersartigkeit im Gedächtnis bleibt. Wer sich darauf einlassen kann, bekommt ungewöhnliche Unterhaltung geboten, die allerdings recht schwer verdaulich ist.

    Wertung


    Pro

    • tolle Locations und Kostüme
    • ungewöhnliche, unvorhersehbare Geschichten

    Contra

    • Verwebung der Geschichten nicht unbedingt gelungen
    • einige Episoden sehr absurd
    • insgesamt ein wenig zu lang

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 8.Mrz.2016 1.333 x gelesen