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    Künstliche Intelligenz und künstliche Lebensformen waren in den letzten Jahren ein hippes Thema bei den SciFi-Filmern. Nachdem Ex Machina gezeigt hat, wie man das Thema clever angeht, versuchte Luke Scott, Sohn von SF-Legende Ridley Scott, mit Das Morgan Projekt auch noch seinen Beitrag zum Thema zu leisten.

    morganprojekt

    (c) 20th Century Fox
    Laufzeit: 88 Minuten
    seit 13.04.2017 im Handel
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    Außer Kontrolle
    Risikomanagerin Lee Weathers wird zu einer geheimen Forschungseinrichtung geschickt. Dort gab es einen Zwischenfall mit einer künstlichen Lebensform namens Morgan. Gemeinsam mit einem Psychologen soll Lee entscheiden, wie es mit dem Projekt weitergeht.
    Während Lee die Sache kühl und distanziert angeht, sind die Forscher vor Ort alle emotional stark mit Morgan verbunden, die äußerlich wie ein junges Mädchen aussieht. Bald kommt es zum Konflikt und dann zur Katastrophe.

    Grob gesagt erzählt Morgan die zigste Variante von Frankensteins Monster. Der Mensch erhebt sich zum Schöpfer, seine Kreatur erhebt sich gegen ihn und schon haben wir den üblichen Schlamassel. Dabei wählt der Film zu Beginn einen ähnlichen Ansatz wie Ex Machina und nähert sich dem Thema eher von der philosophisch-psychologischen Seite. Wir lernen die Figuren und ihre Verbindung zu Morgan kennen, die sie nicht mehr als „es“, sondern eher als Freund oder gar als eigenes Kind ansehen. Daraus hätte sich ein atmosphärisch dichtes Kammerspiel entwickeln können, aber offensichtlich hatten die Macher – anders als die von Ex Machina – nicht genug Vertrauen in eine solche Geschichte, und so ging man am Ende doch lieber den vermeintlich sichereren, actionbetonten Weg, den auch der Trailer in den Vordergrund stellt.

    Aber wenngleich man sich die Zeit nahm, die Figuren vorzustellen, hat mich ihr weiteres Schicksal nicht wirklich berührt. Die Action ist zwar recht ansehnlich inszeniert, bietet aber wenig Überraschungen – womit wir bei der eigentlichen Krux des ganzen sind. Denn das Ende soll wohl überraschend sein, allerdings wurde der Twist dermaßen unsubtil vorbereitet, dass die Überraschung wohl bei den wenigsten Zuschauern gelingen dürfte. So bleibt der Film trotz namhafter und solide aufspielender Besetzung im Mittelmaß hängen.

    Die Blu-Ray bietet an Extras ein rund 20minütiges Special über Bio-Engineering, einige entfallene Szenen sowie den Kurzfilm Loom, der ebenfalls von Luke Scott stammt.

    Fazit

    Trotz interessanter Prämisse ist Das Morgan Projekt nicht mehr als ein durchschnittlicher Action-Thriller, der trotz namhafter Besetzung und solider Inszenierung nicht zu überraschen weiß und nicht mehr als solide Action-Unterhaltung zu bieten hat.

    Wertung


    Pro

    • gut aufspielendes Ensemble
    • solide inszenierte Action

    Contra

    • zu Beginn eher langatmig als spannend
    • finaler Twist lange vorhersehbar

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 16.Apr.2017 848 x gelesen