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    Indonesien wird in der von Hollywood und Co. dominierten Filmwelt eher als Filmentwicklungsland wahrgenommen. 2011 änderte sich das zwischendurch mal kurz schlagartig, als The Raid mit seiner spektakulären Martial Arts-Gewaltorgie die Bühne betrat und nachhaltig für Eindruck sorgte. Bis dessen Nachfolger veröffentlicht wird, müssen andere Produktionen aus dem Land hoffen, ein wenig von dem Glanz des Actioners zu profitieren, selbst wenn sie einem ganz anderen Genre angehören. Glück hatte beispielsweise der hier besprochene Dead Mine, in dem sogar einer der Raid-Protagonisten mitwirkt. Indonesiens nächstes Vorzeigewerk?

    deadmine_cover

    Indonesien 2012
    Laufzeit: 88 Minuten
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    Der Japan-Krieg ist nicht vorbei

    Die Legende von Yamashitas Gold lockt einen reichen Hobby-Schatzsucher und seine Expertengruppe zusammen mit Söldnern in die Tiefen des indonesischen Dschungels. Als die Truppe plötzlich von Piraten beschossen wird, muss sie in einen verlassenen japanischen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg flüchten und sitzt dort nun fest. Wie der Zufall es will, scheint genau das der Ort zu sein, an dem die Forscher den sagenumwobenen Schatz finden könnten, der sie angelockt hat. Doch irgendwas ist faul an diesem scheinbar verlassenen Ort. Zwar sieht alles leer aus, doch im Schatten huschen irgendwelche Gestalten umher, die schon bald damit beginnen, die Gruppe anzugreifen und zu dezimieren. Sie müssen den Tatsachen ins Auge blicken: Der einzige Weg aus dieser Hölle führt immer weiter in die tödliche Tiefe, in der schreckliche Gefahren auf sie lauern …

    Gute Mi(e)ne zum durchschnittlichen Spiel

    Hübsch sehen sie ja aus, die Settings, die die Produktionsdesigner da gebastelt haben. Ein unterirdisches Bunkersystem mit vielen Räumen und Gängen, die vermeintlich seit Jahren ungenutzt vor sich hindämmern. Als die Mutanten dann auftauchen, sehen sie auch nicht so aus als wären die Masken auf der Kirmes im Nachbarort gekauft worden. In Sachen Ausstattung kann man Dead Mine keinen Vorwurf machen. Zwar ist so eine beschränkte Umgebung einfacher zu managen und viel Abwechslung muss man dem Zuschauer zumindest auf optischer Ebene nicht bieten, aber dann kommt es eben auf andere filmische Elemente an, um den Zuschauer bei der Stange zu halten.

    Wenn sich die Mutanten irgendwann zeigen und daran machen, den Trupp zu dezimieren, werden ein paar Erinnerungen an The Descent wach, weisen aber kaum etwas von der Spannung des dunklen Kammerspiels auf. Generell ist Dead Mine wohl am ehesten anzukreiden, dass er nicht genug aus den mutierten Kreaturen macht. Ja, sie sind stark und ja, sie fressen Menschen, wenn sie die Chance dazu haben, aber eine konstante Atmosphäre der Bedrohung vermag man nicht festzustellen. Ihnen fehlt etwas von dieser fiesen Gemeinheit, sodass der Zuschauer sie hassen und mit den positiven Identifikationsfiguren mitfiebern kann. Da diese noch dazu relativ schablonenhaft daher kommen (profitgieriges Forscherpaar, ein philosophischer Söldner, heldenhafte Soldaten), taugt nur die Figur der Japanerin Ree zum „Final Girl“, bei dem man bis zum Schluss ums Überleben mitzittert.
    Generell krankt der Mittelteil daran, dass man hier die Hintergründe des Ganzen erklären und mehrere angeschnittene Themen weiterführen muss, nachdem man zuvor so schnell mit den Monstern nach vorne geprescht ist und so wirkt das Tempo des Films etwas unausgegoren. Der Blutgehalt läuft in gemäßigten Bahnen ab, ein Beinbruch hier, ein blutiger Torso und Schwertaction dort, da schlagen andere Genrekollegen schon in deutlich brutalere Kerben.

    Fazit

    Wenn im TV mal wieder nur Serien oder Unterhaltungsshows laufen, kann man sich die Zeit durchaus mit Dead Mine vertreiben. Er ist von der Ausstattung her kompetent gemacht und langweilt diejenigen nicht, die bereit sind, über die Drehbuch- und Temposchwächen ein wenig hinwegzusehen. Erwartet man eine Schlachtplatte oder nervenzerrende Spannung, wird man hier aber aller Voraussicht nach nicht glücklich. Solide, nicht mehr, nicht weniger.

    Wertung


    Pro

    • Nettes Setting, es wirkt nicht billig
    • nicht der immer gleiche Zombiekram

    Contra

    • unausgegorenes Tempo
    • wenig Spannung

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Roman Beele 13.Jun.2013 1.163 x gelesen