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Harry Potter, Die Tribute von Panem, Twilight, Jugendbuch-Umsetzungen auf die große Leinwand können wahre Kassenknüller sein – können, müssen aber nicht. Percy Jackson oder auch Seelen konnten beispielsweise an den Kinokassen bei Weitem nicht die Erwartungen erfüllen, die die Erfolge in Buchform erhoffen ließen. Dennoch sind die Produzenten immer wieder auf der Suche nach dem nächsten Hit. Einer dieser Versuche ist „Der Abenteurer – Der Fluch des Midas.“

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(c) Universum Film
Regie: Jonathan Newman
Laufzeit: 99 Minuten
ab 23.05.2014 im Handel
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Inhalt
Mariah Mundi ist der Sohn eines Professoren-Pärchens und lebt ein behütetes Leben, bis eines Tages der angeschossene Captain Charity bei ihnen auftaucht und Mariahs Eltern sehen will. Er hat dem Bösewicht Otto Luger ein in zwei Teile geteiltes Amulett gestohlen, das dieser auf der Suche nach der Midas Box benötigt, die ihm Allmacht verspricht. Er vertraut die Amulett-Teile Mariahs Eltern an.
Kurz darauf werden die Mundi-Eltern entführt, die Mutter übergab die Stücke des Amuletts aber vorher noch an Mariah und seinen jüngeren Bruder Felix. Diese werden nun von Lugers Häschern gesucht. Mariah entkommt, Felix wird hingegen geschnappt. Mit Charitys Hilfe gelingt es Mariah, sich in Lugers Hotel auf einer einsamen Insel in der Nordsee als Page einzuschleusen. Hier vermutet Charity sowohl die Midas Box als auch Felix. Können sie sie finden, ehe Luger seine Pläne in die Tat umsetzt?

Der Film basiert auf dem Roman „Mariah Mundi: The Midas Box“, dem Auftakt einer Jungendreihe von G.P. Taylor, die es nie über den Teich zu uns geschafft hat. Die eher mittelprächtigen Bewertungen bei Amazon-UK lassen schon erahnen warum. Zwar wird das ganze als Fantasy vermarktet, aber auch wenn die Geschichte zu viktorianischer Zeit spielt, wird hier nicht etwa Steampunk geboten. Abgesehen von der Midas Box ist nichts zu sehen, was für die Zeit unrealistisch wirken würde. Wer also auf Zeppeline und ähnliches hofft, liegt hier falsch.

Stattdessen bekommen wir einen klassischen Indiana Jones Plot. Mächtiges Artefakt ruft Bösewicht auf den Plan, der über Leichen geht, um es zu bekommen. Der Held und seine Freunde versuchen, das zu verhindern. Anders als bei Indy geht das hier allerdings nahezu gänzlich humorlos über die Bühne.
Noch dazu ist die Geschichte reichlich hanebüchen. So trägt Mariah die ganze Zeit sein Amulettstück um den Hals und bringt es somit als Page unnötigerweise quasi in die Höhle des Löwen. Obwohl jeder Zuschauer sofort Michael Sheen als Zauberer wiedererkennt, ist Mariah gänzlich ahnungslos und wieso Charity so toll zaubern kann, obwohl er doch nur die Identität des Zauberers annahm, um auf die Insel zu gelangen, bleibt ebenso nebulös. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen.

Die durchaus namhafte Besetzung mit Michael Sheen („Frost/Nixon“), Sam Neill („Jurassic Park“) und Lena Headey („Game of Thrones“) lässt einiges erwarten, die drei machen ihre Sache dann auch durchaus ansehnlich, vor allem Neill überzeugt als sinistrer (und natürlich mal wieder deutscher) Bösewicht. Dennoch will der Funke nie so recht überspringen, was neben den angesprochenen Schwächen der Story vor allem an der Hauptfigur liegt.
Mariah Mundi bleibt gerade im Vergleich zum exzentrischen Charity und dem fiesen Luger sehr blass. Seine Figur schwankt dazu ständig zwischen naiver Hilflosigkeit und unglaubwürdigem Draufgängertum. Die Lovestory mit der Bediensteten Sasha, trägt auch nicht dazu bei, Mariah mehr Konturen zu verleihen.

Fazit

Der Abenteurer: Der Fluch des Midas ist trotz durchaus namhafter Besetzung ein absolut durchschnittlicher Abenteuerfilm, der sich in erster Linie an Jugendliche wendet. Man wird zwar leidlich unterhalten, die Spannung hält sich aber in Grenzen und Spaß will mangels Humor auch nicht aufkommen. Dann doch lieber die alten Indy-Filme nochmal anschauen.

Wertung


Pro

  • gute Hauptdarsteller

Contra

  • unglaubwürdige, gänzlich humorlose Geschichte
  • blasse Hauptfigur
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Kategorien: Abenteuer, Filme
von Jörg Benne 19.Mai.2014 2.704 x gelesen

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