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Die Flut an Animationsfilmen bleibt ungebrochen. Auf der Suche nach Ideen werden dabei nun auch schon mal altgediente Zeichentrick-Helden wiederbelebt. So steht und nicht nur ein Comeback der Peanuts ins Haus, auch „Mr. Peabody & Sherman“ sind schon aus dem US-Fernsehen (hier ein alter Strip bei YouTube) bekannt. Haben sie das Zeug zu Animationsstars?

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(c) 20th Century Fox
Regie: Rob Minkoff
Laufzeit: 88 Minuten
ab 19.09.2014 im Handel
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Hund und Kind auf Zeitreise
Der ultrageniale, sprechende Hund Mr. Peabody hat den Jungen Sherman als Kleinkind adoptiert. Um ihm so viel Wissen wie möglich zu vermitteln, entwickelte er den Zeitomat, eine Zeitmaschine, mit der er Sherman die historischen Ereignisse direkt vor Ort miterleben lassen kann.
An Shermans erstem Schultag gerät die bis dahin heile Welt der beiden jedoch aus den Fugen. Sherman wird von Penny wegen seines Vaters gehänselt und beißt sie. Daraufhin wird Mr. Peabodys Eignung als Vater in Frage gestellt. Dessen Versuch, das Problem aus der Welt zu schaffen, indem er Pennys Familie zum Abendessen einlädt, geht gründlich daneben, weil Sherman Penny den Zeitomat zeigt, und das Mädchen prompt im alten Ägypten strandet. Kann Mr. Peabody alles wieder hinbiegen?

Die Story klingt schon ziemlich kurios und tatsächlich tut man sich mit dem sprechenden Genie-Hund erstmal schwer, zumal er das einzige sprechende Tier weit und breit zu sein scheint. Er taugt mit seiner Klugscheißer-Art und seinen unbegrenzt scheinenden Fähigkeiten aller Art auch nicht unbedingt als sympathische Figur, und kommt besserwisserisch und arrogant rüber. Die Erzähler nutzen ihn dann auch vor allem als Dozenten, der nicht nur Sherman, sondern auch die jüngeren Zuschauer über die geschichtlichen Zusammenhänge aufklärt. Dabei streut Mr. Peabody dann den einen oder anderen trockenen Wortwitz ein, bei dem die Kinder im Publikum wohl genau wie Sherman nur denken „Kapier ich nicht“.
Eine Schwäche hat der neunmalkluge Hund jedoch: Bislang begriff er die Erziehung seines Adoptivsohnes vor allem als die Pflicht, Wissen zu vermitteln. Erst im Verlauf des Abenteuers lernt er, dass es auch um Emotionen geht und ein Kind eben nicht immer wie eine perfekt konstruierte Maschine funktionieren kann.

Dieser emotionale Teil spielt allerdings nur eine kleine Rolle im Film. Statt der Haupt- sind es vor allem die Nebenfiguren und die Action, die den Streifen unterhaltsam machen. Besonders hervorzuheben ist hier der als Antik-Proll inszenierte Agamemnon. Dessen Kalauer und die eine oder andere rasante Actionszene sorgen dann auch dafür, dass man die 90 Minuten über ordentlich unterhalten wird und vor allem die jüngeren Zuschauer ihren Spaß haben werden. Im Vergleich zu Dreamworks-Perlen wie Shrek, Kung Fu Panda oder „Drachenzähmen leicht gemacht“ fehlt es dem Film aber an sympathischen Figuren und an Herz.

Fazit

Mr. Peabody & Sherman ist zwar eine actionreiche, kurzweilige Geschichtsstunde für Kinder, die auch Erwachsenen Spaß bietet. Doch gerade die Hauptfiguren bleiben blass und erreichen den Zuschauer emotional kaum. Somit ein ordentlicher Animationsfilm, aber ohne Klassikerpotential.

Wertung


Pro

  • coole Geschichtsstunde
  • einige witzige Nebencharaktere
  • rasante Actionsequenzen

Contra

  • Hauptfiguren bleiben blass
  • wenig Humor für Erwachsene
  • wenig Herz
Kategorien: Fantasy, Filme
von Jörg Benne 17.Sep.2014 1.633 x gelesen

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